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Marburg Spitzenforschung „made in Marburg“
Marburg Spitzenforschung „made in Marburg“
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09:58 15.03.2021
Professor Malte Schwinger und Professorin Hanna Christiansen sind Mitglieder im neu gegründeten nationalen Zentrum für Psychische Gesundheit.
Professor Malte Schwinger und Professorin Hanna Christiansen sind Mitglieder im neu gegründeten nationalen Zentrum für Psychische Gesundheit. Quelle: Gabriele Neumann/Uni Marburg
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Marburg

Psychische Störungen betreffen in Deutschland mehr als ein Drittel aller Menschen im Laufe ihres Lebens. Um sie verstehen, vermeiden oder erfolgreich behandeln zu können, soll der Blick der Forschung künftig vermehrt auf Lebensspannen und Lebenswelten gerichtet werden. Dazu hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung nun das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit ins Leben gerufen. Das Zentrum aus insgesamt sechs Standorten ist auf Dauer angelegt und soll mit 30 Millionen Euro jährlich von Bund und Ländern gefördert werden.

Die Universität Marburg ist als Partner der Ruhr-Universität Bochum im Zentrum vertreten, wie die Marburger Uni-Pressestelle jetzt mitteilte. Der Verbund „LIFE TBT“ wird koordiniert von Professorin Silvia Schneider vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Uni Bochum. Von der Philipps-Universität sind Professorin Hanna Christiansen und Professor Malte Schwinger aus der AG Kinder- und Jugendpsychologie Fachbereich Psychologie an dem neuen nationalen Spitzenzentrum beteiligt. Das Kooperationsprojekt stellt die gesamte Lebensspanne und die Lebensumwelten in den Mittelpunkt. Dabei geht es um die Integration von Labor-, Interventions-, Feld- und Umweltforschung kombiniert mit einer systematischen Übertragung der gesammelten Erkenntnisse in die klinische Praxis.

„Psychische Erkrankungen beginnen nicht plötzlich im Erwachsenenalter, als sei vorher nichts geschehen. Vielmehr beginnen sie im Kindes- und Jugendalter“, erläutert Projektleiterin Silvia Schneider aus Bochum. Darum richten die Psychologen den Blick gezielt auf die Entwicklung von psychischer Gesundheit und psychischen Störungen ab der Geburt. Ziel ist es, psychische Störungen nicht erst zu behandeln, wenn die Betroffenen darunter leiden, sondern früh präventiv gegenzusteuern, um solche Erkrankungen zu verhindern. Christiansen und Schwinger bearbeiten an der Uni Marburg die Themen externalisierende Störungen sowie die Umweltfaktoren Familie und Schule. „Diese Lebenswelten sind zentrale psychosoziale Faktoren, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen beitragen“, erläutert Christiansen.

„Mit diesem Erfolg beweist die Universität Marburg ihre bundesweit herausragende Position in der Psychologie“, freut sich die Marburger Universitätspräsidentin Professorin Katharina Krause.

Zentrum bündelt Kompetenzen

An dem Forschungsverbund sind außerdem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln), das Deutsche Jugendinstitut (München), die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Dortmund) sowie die Leibniz-Institute für Arbeitsforschung (Dortmund) und Bildungsforschung (DIPF, Frankfurt) beteiligt.

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung bündeln die Kompetenzen rund um bedeutende Volkskrankheiten und richten sie auf gemeinsame Ziele aus. Sie führen die besten Wissenschaftler eines Forschungsbereiches in Deutschland zusammen – von der Grundlagenforschung über die klinische Forschung bis hin zur Präventions- und Versorgungsforschung. Die enge Vernetzung und der damit verbundene Ausbau vorhandener Forschungsstrukturen ermöglichen eine schnellere Überführung in die Praxis. Als langfristig angelegte, gleichberechtigte Partnerschaften von Hochschulen, Uni-Kliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sollen die Zentren dafür wesentliche Voraussetzungen bieten.

Von Manfred Hitzeroth

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