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Marburg Spies verteidigt Schließungskurs der Sparkasse
Marburg Spies verteidigt Schließungskurs der Sparkasse
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17:58 21.07.2021
Die Sparkasse schließt auch ihre Kleinstfiliale in Wohra, die letzte Filiale in der Gemeinde Wohratal. Dagegen werden gerade Unterschriften gesammelt.
Die Sparkasse schließt auch ihre Kleinstfiliale in Wohra, die letzte Filiale in der Gemeinde Wohratal. Dagegen werden gerade Unterschriften gesammelt. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Marburg

Dass die Sparkasse Marburg-Biedenkopf insgesamt zehn Kleinstfilialen, die wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, auch später nicht mehr öffnen will, stößt nicht nur bei Kunden auf Kritik. Auch die Politik thematisiert die Schließungen. So hat gerade der Ortsbeirat Wohra eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Filiale in der Gemeinde ins Leben gerufen (die OP berichtete).

Auch in der Marburger Stadtpolitik ist die Sparkasse Thema – so hatte Jan Schalauske von der Linken Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), der derzeit turnusgemäß Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrats ist, in einer kleinen Anfrage um Aufklärung in Sachen der Schließungen gebeten – vor allem mit Blick auf die Filiale im UKGM.

Spies beantwortete die Anfrage schriftlich. Demnach erfülle die Sparkasse Marburg-Biedenkopf „ihren satzungsgemäßen Auftrag auch nach der Schließung der Filiale im Universitätsklinikum. Sie hat weiterhin das dichteste Filialnetz aller im Geschäftsgebiet ansässigen Kreditinstitute“, so der OB. Die Sparkasse erfülle ihren Auftrag aber auch mit ihren digitalen Angeboten. Diese seien „stark ausgeweitet“ worden, weil eine „ständig wachsende Zahl“ von Kundinnen und Kunden dies erwarte. „Als Beispiele nennen wir hier unser Kundenservice-Center, das digitale Beratungs-Center oder unsere mehrfach ausgezeichnete Banking-App“, so das Stadtoberhaupt.

Auch bleibe die Bargeldversorgung am Standort UKGM gewährleistet, „da der Geldautomat verbleibt. Das Geschäftsumfeld der Sparkasse ist – wie bei anderen Unternehmen auch – einem ständigen Wandel unterworfen“, führt Spies weiter aus. Die fortschreitende Digitalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche, die zunehmende Regulierung des Bankgeschäftes, die aktuelle Zinslandschaft und die demographische Entwicklung hätten dabei einen „sehr starken Einfluss auf die Sparkasse“. Die Kundschaft nutze „verstärkt mediale Kanäle, um mit uns zu kommunizieren und Routinegeschäfte zu tätigen. Immer seltener suchen sie unsere Filialen zur Inanspruchnahme von Serviceleistungen auf. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an unsere Beratungsleistungen, nicht zuletzt durch aufsichtsrechtliche Vorschriften“, heißt es weiter. Die Sparkasse müsse daher regelmäßig ihr Geschäftsstellennetz „mit dem Ziel überprüfen, auch künftig der Bevölkerung, den Unternehmen und den Kommunen im Geschäftsgebiet zur Verfügung stehen zu können“, schließt der Verwaltungsratsvorsitzende seine Ausführungen.

Von Andreas Schmidt