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Marburg Spenderblut wird knapp
Marburg Spenderblut wird knapp
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09:58 28.07.2021
Eine Frau spendet Blut. Die Corona-Pandemie, die Urlaubszeit und die Flutkatastrophe in einigen Regionen Deutschlands haben dafür gesorgt, dass teilweise die Vorräte schon knapp werden.
Eine Frau spendet Blut. Die Corona-Pandemie, die Urlaubszeit und die Flutkatastrophe in einigen Regionen Deutschlands haben dafür gesorgt, dass teilweise die Vorräte schon knapp werden. Quelle: Bernd Wüstneck
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Marburg

Mittlerweile seien die Reserven für Notfälle knapp, daher ruft die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Blut- und Plasmaspende auf. Da es bereits seit längerem gravierenden Mangel gebe, wird nun Alarm geschlagen und die Bevölkerung dringend zum Blutspenden aufgerufen.

Der Bedarf nach Blutkonserven sei zuletzt sprunghaft angestiegen, weil in der sich entspannenden Corona-Lage viele zuvor verschobene Operationen nachgeholt wurden. Es sei dringend notwendig, in den kommenden Wochen trotz sommerlicher Temperaturen, Urlaubszeit und vieler wiedergewonnener Freizeitmöglichkeiten, eine lückenlose Versorgung sicherzustellen.

Neben dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes können Bürger auch in Unikliniken, vielen Krankenhäusern oder bei kommunalen und privaten Blutspendezentren Blut spenden.

Im Moment könne die Blutversorgung zwar noch gewährleistet werden“, sagte der Sprecher der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Patric Nohe. Der DRK-Sprecher fordert aber eine kontinuierliche Spendenbereitschaft. Schließlich sei die Haltbarkeit der Blutpräparate mit 42 Tagen gering.

Auch in Hessen fehlt Spenderblut. Seit kurzer Zeit sehe die Blutspende-Lage im Land „bescheiden“ aus, sagte Eberhard Weck vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen: „Wir brauchen dringend Blutspenden.“

Etwa 900 Blutspenden pro Tag verteilt der DRK-Blutspendedienst an Krankenhäuser im Land. Sollte das Blut zu knapp werden, würden die Krankenhäuser laut Weck informiert. Im Notfall müssten dann verschiebbare Operationen wieder zurückgestellt werden.

„Wir verbrauchen etwa 3 000 Erythrozytenkonzentrate pro Monat am UKGM (Marburg und Gießen), sagt Professor Ulrich Sachs, stellvertretender Direktor des Zentrums für Transfusionsmedizin und Hämotherapie. Er kann für seinen Bereich Entwarnung geben. „Es gab keinen Rückgang in den Spenderzahlen. Erfreulicherweise seien die Spenderinnen und Spender auch in den problematischen Wochen (während der Corona-Pandemie) in ausreichender Anzahl zur Spende erschienen.

Das aktuelle „Sommerloch“ habe noch keine direkten Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Durch den Austausch zwischen den Standorten des UKGM und mit anderen Spendediensten könne die Versorgungssicherheit gewährt werden – wenn auch unter stark erhöhtem personellem und organisatorischem Aufwand. Aber auch Sachs weist darauf hin, dass bei einem weiteren Rückgang der Bestände, geprüft werden muss, in welchem Umfang der reguläre Operationsbetrieb für geplante Eingriffe aufrechterhalten werden kann, ohne dass die Akutversorgung gefährdet wird.

Wenn Spenderwillige den Link zur automatisierten Terminvergabe nutzen, können Sie die Wartezeiten reduzieren: https://www.terminland.de/blutspende.ukgm/

Blutspendetermine

Die Klinik für Transfusionsmedizin und Hämotherapie (Baldingerstraße) ruft zur Blutspende auf. Eine Anmeldung ist online möglich: https://www.terminland.de/blutspende.ukgm/
Die Parkplätze für Blutspenderinnen und Blutspender sind kostenfrei.
Die Blutspendezeiten sind Montag: 8 bis 15.30 Uhr, Dienstag: 12 bis 18.30 Uhr, Mittwoch: 12 bis 18.30 Uhr, Donnerstag: 8 bis 15.30 Uhr und Freitag: 8 bis 15.30 Uhr.

Hintergrund

Professor Ulrich Sachs, stellvertretender Direktor des Zentrums für Transfusionsmedizin und Hämotherapie: Alle gesunden Menschen ab 18 Jahren können zur Blutspende kommen. Beim ersten Termin wird die Spendefähigkeit sorgfältig geprüft, bereits zu diesem Termin kann schon Blut gespendet werden. Regelmäßige Spenden helfen uns besonders, das muss nicht die erlaubte Höchstmenge von vier Spenden/Jahr bei Frauen und sechs Spenden/Jahr bei Männern sein, schon eine Spende alle vier Monate hilft, die dauerhafte Versorgung zu sichern.

Von Silke Pfeifer-Sternke und unserer Agentur