Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Startschuss für das neue Bildarchiv
Marburg Startschuss für das neue Bildarchiv
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:58 08.11.2019
Noch wird das spätere Bauareal neben dem Sprachatlas für interne Parkplätze der Universität genutzt. Nun erfolgt der Startschuss für zwei Bauvorhaben der Universität – das Dokumentationszentrum Deutsche Kunstgeschichte und ein Seminargebäude. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Auf dem ehemaligen Brauerei-Areal entstehen nach der Fertigstellung des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas zwei weitere Gebäude. Gebaut werden soll zum einen ein Bau für das ehemalige Bildarchiv Foto Marburg, das jetzt Deutsches Dokumentationszentrum Kunstgeschichte (DDK) heißt.

Außerdem soll zusätzlich noch ein Seminargebäude errichtet werden, das Entlastung für das aus allen Nähten platzende benachbarte­ Hörsaalgebäude der Uni versprechen soll.

Bund und Land teilen Kosten

Der Entwurf eines Berliner Architekturbüros fasst die beiden in Nutzung und Größe sehr unterschiedlichen Gebäude zu einem Ensemble zusammen. Der Forschungsbau bietet auf vier Etagen rund 2.500 Quadratmeter Nutzfläche, allein 821 Quadratmeter sind für Archive vorgesehen. Das Seminargebäude umfasst acht große Seminarräume für jeweils 60 bis 100 Personen. Die Kosten des Seminargebäudes von rund 8,6 Millionen Euro werden durch die dritte Phase des Programms Hochschulpakt 2020 finanziert.

Das DDK konnte 2015 den neuen Forschungsbau einwerben, dessen Investitionsvolumen von rund 18,7 Millionen Euro jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Hessen ­getragen wird. Hinzu kommt rund eine Million Euro für die Anschaffung von Geräten. Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg – ist eine national und international agierende Forschungs- und Serviceeinrichtung, getragen von der Philipps-Universität.

Ministerieller 
Besuch in Marburg

Der Auftrag umfasst die Sammlung, Erschließung und Vermittlung von Fotografien zur europäischen Kunst und Architektur. Außerdem geht es im DDK um die Erforschung der Geschichte, Praxis und Theorie der Überlieferung von visuellem Kulturgut. Dabei steht im Fokus die Erkundung der damit verbundenen medialen Transformationsprozesse, der Bedingungen des Speicherns von Wissen in visueller Form sowie der Bedeutung der Erinnerung visueller Kultur in der Gesellschaft.

Mit rund 1,7 Millionen Aufnahmen ist Foto Marburg eines der größten Bildarchive zur europäischen Kunst und Architektur. Zum offiziellen ersten Spatenstich für das Bauprojekt haben sich für diesen Freitag gleich zwei Minister aus Wiesbaden angekündigt. Neben Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) kommt auch Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) nach Marburg. Mit dem Start der Bauarbeiten wird bis Ende dieses Jahres gerechnet. Die Fertigstellung wird ­voraussichtlich bis spätestens Ende 2021 erfolgen.

von Manfred Hitzeroth