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Marburg Sozialwohnungs-Mieten bleiben stabil
Marburg Sozialwohnungs-Mieten bleiben stabil
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15:57 10.10.2019
Etwa 300 Haushalte müssen in Marburg eine sogenannte Fehlbelegungsabgabe zahlen. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Hunderte Mieter leben in einer Sozialwohnung, obwohl sie mehr verdienen als für den Bezug öffentlich geförderten Wohnraums erlaubt. Sie müssen extra Geld – eine Fehlbelegungsabgabe – zahlen.

In der Universitätsstadt sind seit der Einführung der sogenannten Fehlbelegungsabgabe Mitte 2016 rund 2.200 ­Sozialwohnungs-Haushalte auf ihre regelmäßigen Einnahmen hin überprüft worden.

Bei etwa 300 Haushalten ist laut Stadtverwaltung festgestellt worden, dass sie mehr Geld zur Verfügung haben als die Einkommensgrenze für die Sozialwohnungs-Berechtigung vorsieht.

Kaltmiete im Schnitt: fünf Euro

Insgesamt gibt es in Marburg rund 2.500, mehr als ein Drittel gehört der Gewobau, vor allem am Oberen Richtsberg. Die GWH, die etwa in der Friedrich-Ebert-Straße oder im Waldtal Dutzende Apartments baute,­ und die Wohnstadt besitzen je rund ein Viertel der Gesamtmenge an Sozialwohnungen.

Die städtische Gewobau verlangt 
nach eigenen Angaben bisher im Durchschnitt Kaltmieten von fünf Euro pro Quadratmeter – bei Neubauten werden es künftig bis zu 7,50 Euro.

Um dem Trend, dass immer mehr Wohnungen aus der Mietpreisbindung fallen, zu stoppen, wollen Gewobau und Stadt mehr Geld investieren, um bestehende Bindungen zu verlängern, neue Apartments zu bauen und Bestandsimmobilien zukaufen – bei gleichzeitigem freiwilligem Erhalt alter Mini-Mieten, unabhängig von einem Ausfallen der Sozialbindungen.

Einkommensgrenze liegt bei 1.500 Euro 

In den vergangenen Jahren sind nach Angaben des 
Magistrats 320 Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen – Mieten wurden auf Anweisung der Gewobau-Spitze aber nicht erhöht.

Alleinstehende, die ein ­Jahresnetto-Einkommen von 18.686 Euro haben – was etwa 1.500 Euro pro Monat entspricht – müssen die Fehlbelegungsabgabe zahlen. Bei Paaren beginnt die Zahlungspflicht ab 28.351 Euro.

Die Grenzen für einen Sozialwohnungs-Bezug liegen eigentlich bei 15.500 beziehungsweise 23.600 Euro. Verdienstabrechnungen, Bafög-Bescheinigungen, Rentenbescheide und ähnliche Dokumente müssen von Mietern vorgelegt werden.

Alle­ zwei Jahre, bei Rentnern alle vier Jahre werden die Daten überprüft. Die Höhe der Fehlbelegungsabgabe wird aus der Differenz zwischen der aktuell gezahlten Kaltmiete und des Miethöchstbetrages der Mietenstufe 5 – je nach Haushaltsgröße zwischen 482 und 972 Euro – berechnet.

von Björn Wisker