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Marburg Geschenkideen aus Holz, Stoff und Planen
Marburg Geschenkideen aus Holz, Stoff und Planen
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11:55 25.11.2020
Marie Weber arbeitet im Sozialladen. Quelle: Carsten Beckmann
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Marburg

Äußerlich ist er mehr so der Jeanstyp, aber die inneren Werte: feinster Zwirn. Man kann ihn auf die leichte Schulter nehmen, und das alles für 25 Euro.

Der schwarze Rucksack hängt am Regal aus weißen Europaletten, in denen unterschiedlichste Gebrauchsgegenstände, Accessoires, Modeartikel und vieles mehr liegen.

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Am Fuß des Oberstadtaufzugs, im ehemaligen Kiosk, ist seit einigen Monaten der „Sozialladen“ des gemeinnützigen Vereins „Arbeit und Bildung“ untergebracht.

Der Verein hatte ursprünglich dort den Kiosk mit dem branchentypischen Angebot an Zeitungen oder Tabakwaren als Integrationsprojekt weiterbetreiben wollen, musste sich jedoch der aus dem Boden schießenden Konkurrenz beugen. Jetzt steht statt News und Nikotin die Nachhaltigkeit im Vordergrund des Sortiments, das Marie Weber mit ihren Kolleginnen Merle Gethke und Lisa Daugherty im Wechsel in dem kleinen Lädchen anbietet.

Hoffen auf das Weihnachtsgeschäft

„Nachdem wir im Februar eröffnet hatten, mussten wir coronabedingt gleich wieder schließen“ erinnert sich Marie Weber an den Start des Projekts, das über den Sommer zunächst nur schleppend anlief: „Viele Menschen haben uns noch nicht wahrgenommen“, sagt die angehende Soziologin, die wie ihre Kolleginnen als studentische Hilfskraft für „Arbeit und Bildung“ tätig ist. Die Hoffnung: das Weihnachtsgeschäft. In den zwei kleinen Räumen des Ladens finden sich jede Menge originelle, schöne und praktische Geschenkideen über das Schlüsselbrett aus Schiffsholz bis hin zur Tasche aus Upcycling-Planen.

Nützliche Utensilien für den Schreibtisch stehen neben aus Holz gefertigtem Weihnachtsschmuck, handgenähte Nasen-Mund-Masken gibt es ebenso wie Topflappen – alles aus wiederverwerteten Materialien, die in den Sozialinitiativen von „Arbeit und Bildung“ aufbereitet werden. Die Nähwerkstatt Schwalm versorgt den Laden am Pilgrimstein ebenso mit Ware wie die Marburger Bootswerkstatt, die Vogelhäuschen und Insektenhotels kommen von „GaLabau“ aus Frankenberg, Papierprodukte gibt’s von Copyprint.

Non-Food-Produkte regionaler Erzeuger

Die Produktionsschule und das Gebrauchtwarenkaufhaus steuern ebenfalls Holzprodukte bei, aus den Projekten „Naht:Stelle“, „Kreativa“ und „Kreativo“ bereichern weitere Textilprodukte das Angebot in dem kleinen Lädchen, das „Arbeit und Bildung“ von der Stadt Marburg gemietet hat. „Zurzeit ist der Sozialladen noch ein Zuschussgeschäft“, sagt Rainer Dolle, Geschäftsführer von „Arbeit und Bildung“.

Damit das nicht so bleibt, soll das Sortiment im kommenden Jahr noch um ökologisch hergestellte Non-Food-Produkte regionaler Erzeuger erweitert werden – Wolle aus dem Hinterland oder Bienenwachskerzen etwa. Bis dahin hoffen Marie Weber und ihre Kolleginnen noch auf möglichst viele Kundinnen und Kunden, die auf der Suche nach dem einen oder anderen Geschenk in dem kleinen Lädchen fündig werden.

Von Carsten Beckmann

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