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Marburg Sommerlad klagt gegen Corona-Einschränkungen
Marburg Sommerlad klagt gegen Corona-Einschränkungen
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08:59 04.05.2020
In seinem Einrichtungshaus mit 32 000 Quadratmetern könne er die Abstands- und Hygienevorschriften bestens einhalten, meint Frank Sommerlad. Quelle: Privatfoto
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Gießen

Die in den Verordnungen erlassenen Bedingungen zur Öffnung von Verkaufsstätten des Einzelhandels sind für das Möbelhaus um Unternehmer Frank Sommerlad nicht nachvollziehbar, geht aus dem Schreiben, das der OP vorliegt, hervor. Sommerlad sieht darin eine Ungleichbehandlung von Unternehmen. Infolgedessen habe die Geschäftsführung beschlossen, Klage einzureichen.

Da das Einrichtungshaus im Schiffenberger Tal eine Gesamtverkaufsfläche von 800 Quadratmeter überschreitet, ist dem Unternehmen bis auf Weiteres der Betrieb seines Einrichtungshauses untersagt. Die Verkaufsfläche dafür heranzuziehen, ob in der Verkaufsstätte die Anforderungen des Infektionsschutzes erfüllt werden können, sei ungeeignet, da es keine Schlussfolgerung dahingehend zulasse, teilte Sommerlad mit.

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Viel mehr sei das Unternehmen als großflächiger Einrichtungshandel mit einer Größe von 32 000 Quadratmetern sogar besser in der Lage, die für den Infektionsschutz erforderliche Einhaltung von Abständen zwischen Kunden und Mitarbeitern zu garantieren. Die geforderte maximale Kundenanzahl in den Räumlichkeiten von 20 Quadratmetern pro Person könne demnach mühelos auf bis zu 100 Quadratmeter pro Person erhöht werden.

Öffnung könnte zur Entlastung beitragen

Die Öffnung des Einrichtungshauses würde zudem dafür sorgen, dass die Innenstädte entlastet werden, so Sommerlad. Das Möbelhaus befindet sich außerhalb des Innenstadtbereichs der Stadt Gießen und nahezu alle Kunden führen mit dem eigenen Pkw dorthin. Die Stellplatzanlage biete zudem mit einer Fläche von 15 000 Quadratmetern ausreichend Platz. Überdies sieht Sommerlad Ausnahmen der Verordnung, wie zum Beispiel Autohäuser, Fahrradhändler, Buchhändler und Baumärkte, die ohne Flächenbegrenzung öffnen dürfen, als willkürlich an. Auch bei Sommerlad würden relevante Sortimente angeboten werden.

Sommerlad habe in den vergangenen Wochen Maßnahmen getroffen, um Mitarbeiter und Kunden bestmöglich zu schützen, wie etwa maximale Hygienevorkehrungen wie Spuck- und Mundschutz, kontaktloses Bezahlen und Zufahrtskontrollen zur Belegung nur jeden zweiten Parkplatzes. Das Thema werde sehr ernst genommen und die Zeit genutzt, die Mitarbeiter zu schulen und auf eine sichere Wiedereröffnung vorzubereiten, so Sommerlad. Eine Teilöffnung auf 800 Quadratmeter sei für das Geschäftsmodell nicht akzeptabel. Dieser stark eingeschränkte Betrieb führe täglich zu erheblichen Umsatzeinbußen und man bedrohe die wirtschaftliche Existenzgrundlage des Traditionsunternehmens.

Sommerlad trage Verantwortung für 550 Mitarbeiter, deren finanzielle Existenz auf dem Spiel stehe. Mit der Wiedereröffnung der Einrichtungshäuser müsse „ein wichtiger gesellschaftspolitischer und sozial-verantwortungsbewusster Schritt gegangen werden“, so Sommerlad.

Von unseren Redakteuren

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