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Marburg Infektionsschutz schlägt Urlaubspläne
Marburg Infektionsschutz schlägt Urlaubspläne
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08:00 09.10.2020
Arzthelferin Annabell Stein zeigt, wie man einen Abstrich für einen Corona-Test nimmt. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Die Ferienzeit lockt trotz Corona viele Menschen und auch Familien in den vielleicht schon lange gebuchten Urlaub. Was aber passiert, wenn ein Familienmitglied kurz zuvor vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt wurde? Ob aufgrund eines positiven Corona-Tests oder auch bei Schülern, nachdem in der Klasse ein Corona-Fall aufgetreten ist? Dann muss der Familienurlaub ins Wasser fallen. Die Anordnung im Sinne des Infektionsschutzes geht vor und die wird auch überprüft.

Das geschieht je nach Sachlage unterschiedlich, denn es wird zwischen häuslicher Isolierung bei positiv getesteten Personen und Quarantäne bei Kontaktpersonen der Kategorie I (enger Kontakt ohne Infektionsschutzmaßnahmen) unterschieden: Wie der Landkreis auf Nachfrage mitteilt, werden zur Kontrolle positiv getestete Personen vom Gesundheitsamt täglich per Telefon kontaktiert. Bei den Quarantänefällen der Kontaktpersonen finden wiederum stichprobenartige telefonische Kontrollen statt.

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Daran änderte auch die Ferienzeit nichts. In die mussten manche Schüler ungewollt früher entlassen werden, da es an einzelnen Schulen zu Coronafällen kam. Aber auch nach Ferienbeginn wurden weitere Fälle bekannt, die Auswirkungen auf Schulklassen hatten. Derzeit (Stand 8. Oktober) befinden sich noch sieben Klassen von sechs Schulen im Kreis in Quarantäne. Noch am Dienstag waren es vier Klassen von drei Schulen. Für jene, die in Quarantäne geschickt wurden, fällt ein eventuell geplanter Urlaub aus. „Auch hier finden stichprobenartige Kontrollen durch das Gesundheitsamt statt“, so der Kreis weiter. Bei „begründeten Verdachtsmomenten“, dass etwa gegen die Auflagen verstoßen werden könnte, werden auch Kontrollen durch die Ordnungsämter veranlasst.

Und bei Verstößen gegen die Quarantäneauflagen drohen Bußgelder. Für diese ist der Kreis zuständig, auch für den Raum Marburg. Nach dem Infektionsschutzgesetz können Verstöße gegen Quarantäne-Anordnungen mit einer Geldbuße von bis zu 25 000 Euro geahndet werden, sagt der Kreis. Das Bußgeld beziehe sich auf die jeweilige Einzelperson und werde nicht für eine Gruppe oder Familie festgesetzt.

Kontrollbesuche in Gaststätten

Kontrollen von Corona-Auflagen finden dabei nicht nur für Quarantäne-Betroffene statt, sondern auch generell im öffentlichen Raum. In Marburg übernehmen diese das Ordnungsamt und die Stadtpolizei. Stadt- und Ordnungspolizei seien tagsüber gleichzeitig mit bis zu 14 Mitarbeitern im Einsatz, abends und in der Nacht mit bis zu sechs Kräften, wie die Stadt Marburg auf Nachfrage mitteilt. Seit Mitte August werden jedes Wochenende, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, zusätzlich „intensive Kontrollen in den Gaststätten durchgeführt“. Für die Einhaltung der Auflagen sind prinzipiell die Gastronomen zuständig, die Behörden unterstützen dabei.

Auch wenn sich das Infektionsgeschehen derzeit vor allem auf den Privatbereich der Bürger konzentriere, verstärkte das Ordnungsamt seit Anfang dieser Woche „präventiv wieder tagsüber Kontrollen im Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe“, so die Stadt; darunter etwa die Einhaltung der Verordnung bei Friseuren und Barbieren.

Von Ina Tannert

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