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Marburg Schwimmender Spaß auf der Lahn
Marburg Schwimmender Spaß auf der Lahn
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15:58 27.07.2021
Yanis versenkt gemeinsam mit André Reichl eine Schraube in den Planken des selbstgebauten Floßes.
Yanis versenkt gemeinsam mit André Reichl eine Schraube in den Planken des selbstgebauten Floßes. Quelle: fotos: Lucas Heinisch
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Marburg

Die Jugendlichen machen sich bereit, um ein Floß zu Wasser zu lassen. Dabei ist Konzentration gefragt. Gemeinsam heben sie es an und tragen es Richtung Lahn. Kurz vor dem Steg lassen sie es noch einmal zu Boden und sammeln ihre Kräfte. Eine letzte Anstrengung, und dann gleitet das Floß ins Wasser. Es schwimmt und alle sind begeistert.

Die Jugendlichen haben am vergangenen Donnerstag auf dem Gelände des Marburger Rudervereins zwei Flöße selbst gebaut. Die Aktion fand während der „Abenteuer-Tage“ statt, die vom 19. bis 23. Juli für Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung ab 12 Jahren vom Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen e.V. (fib) und vom Fachdienst Jugendförderung der Stadt Marburg organisiert wurden.

Inklusion, Spaß und Abenteuer im Fokus

„Insgesamt waren 15 Jugendliche ab 12 Jahren mit und ohne Beeinträchtigung dabei“, erzählt Holger Donat vom fib. Bei der mehrtägigen Veranstaltung sollte es vor allem um den gemeinsamen Spaß und das Abenteuer gehen. „Wir wollten die Jugendlichen im Freizeitbereich zusammenbringen und ihnen schöne Erfahrungen ermöglichen“, sagt Lars Kietz vom Fachbereich Jugendförderung der Stadt Marburg. Dabei stand auch der Inklusionsgedanke im Vordergrund. „Jedem sollte auf seine Art und Weise die Teilnahme ermöglicht werden“, erklärt Kietz.

Mit Enthusiasmus und einem breiten Grinsen im Gesicht machten sich die Jugendlichen an die Fässer und Holzbretter, um daraus ein Floß zu bauen. Die Planung und Gestaltung der Flöße wurde den Jugendlichen selbst überlassen, sagt Kietz. Das „eigenverantwortliche Arbeiten“ stand dabei im Fokus. Doch wie fanden die Jugendlichen die Aktion? „Es war cool und es hat Spaß gemacht“, sagten mehrere von ihnen gleichzeitig begeistert. Dabei machten viele von ihnen ganz neue Erfahrungen. Einige der jungen Floßbauer erzählten, dass sie zuvor noch nie einen Akkuschrauber benutzt hätten.

Verschiedene Aktivitäten während des Projekts

Nachdem die letzte Schraube ins Holz versenkt wurde, ging es mit den Flößen auf die Lahn. Die Jugendlichen und Betreuerinnen und Betreuer zogen sich Schwimmwesten an und nahmen die Paddel fest in die Hand. Im Takt stachen sie die Paddel ins Wasser und fuhren flussaufwärts in Richtung Marburg.

Bei den „Abenteuer-Tagen“ bauten die Jugendlichen aber nicht nur Flöße. Während der fünf Tage, die die Jugendlichen gemeinsam verbrachten, gab es Aktivitäten, „die dazu dienen, dass man etwas anderes macht“, sagt Kietz. Die Jugendlichen hatten sich zum gemeinsamen Klettern oder Bogenschießen getroffen und verbachten Zeit im Wald, erzählt er. Zum Abschluss des Projekts übernachteten alle gemeinsam. Die Tage trugen, so Kietz, auch „zur Selbstständigkeitsentwicklung der Jugendlichen bei“.

Gefördert wurde das Projekt von der Glücksspirale. Alle Jugendlichen sollten gemeinsam daran teilnehmen können, erklärt Kietz. Dazu gehöre auch der finanzielle Aspekt. Für alle Jugendlichen „sollte auch finanziell der gleiche Zugang zum Projekt“ möglich sein.

Von Lucas Heinisch

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