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Marburg Schwimmbad-Fans stehen in den Startlöchern
Marburg Schwimmbad-Fans stehen in den Startlöchern
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21:00 13.06.2020
Der Sprung ins kühle Nass ist ab dem 15. Juni vielerorts in den Freibädern möglich.  Quelle: Nadine Weigel
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Landkreis

Nun dürfen „Schwimmbäder, Badeanstalten an Gewässern und ähnliche Einrichtungen in Hessen unter Beachtung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln wieder für den Publikumsverkehr öffnen“, teilte das Land Hessen am Mittwoch mit. Das gilt auch für Saunen und Saunabereiche. Die Einrichtungen dürfen dabei nur betrieben werden, wenn ein Infektionsschutz und Zugangskonzept vorliegt sowie Warteschlange vermieden werden, zudem gilt eine Fünf-Quadratmeter-Begrenzung pro Besucher. Wie sieht die Bäder-Planung nun im Landkreis aus? Wer macht auf, wer wartet noch ab? Die OP hat nachgefragt.

Aquamar könnte Ende Juni öffnen

Der Freibadbereich im Aquamar in Marburg wird auch öffnen – allerdings nicht zum erstmöglichen Termin. Vielmehr peile man Ende Juni an. Eine Öffnung brauche aus technischen Gründen zwei Wochen Vorlaufzeit. An welchem Tag genau geöffnet werden könne, sei zum einen davon abhängig, wann das Ergebnis der Umwelthygiene zur Wasserbeprobung vorliegen. Zum anderen werde gerade ein Online-Reservierungssystem aufgebaut, worüber Badegäste vorab ein Zeitfenster (07.30 bis 9 Uhr, 10 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr) für einen Badbesuch buchen können, teilte die Stadtverwaltung auf OP-Anfrage mit.

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Maximal 250 Gäste können das Bad in diesen Zeitfenstern nutzen. Mindestabstände sowohl im Liegebereich als auch im Schwimmbecken könnten gewährleistet sein. Beim Betreten des Eingangsbereichs müssen Hände desinfiziert und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden – ebenso wie in den anderen geschlossenen Räumen, sobald sie betreten werden (Umkleidekabinen und Toiletten). Im Hallenbad Wehrda finde weiterhin das Vereins schwimmen statt. Eine allgemeine Öffnung für alle Badegäste sei „momentan noch nicht angedacht.“

Becken im Osten des Landkreises füllen sich

Die Stadt Rauschenberg plant, das Freibad am Donnerstag, 18. Juni, erstmals wieder zu öffnen. Zwar hatte Bürgermeister Michael Emmerich bereits vor rund zwei Wochen erklärt, die Vorarbeiten seien abgeschlossen und die Einrichtung könne innerhalb von 48 Stunden für den Badebetrieb bereitgemacht werden. Doch nun gelte es, das vorbereitete Hygienekonzept zu überarbeiten und an die Vorgaben des Landes Hessen anzupassen: Insbesondere, was Reinigung und Zwischenreinigung angeht, wolle die Stadt die Details nochmals genau überprüfen. Geplant sei, sich am Montag zusammenzusetzen, sagte Emmerich und erklärt, dass er seinen Mitarbeitern für den Brückentag freigegeben habe und dies nicht zurücknehmen wolle. Theoretisch sei es dann möglich, schon am Mittwoch das Freibad zu öffnen: „Aber ich möchte uns einen Tag als Option offen halten.“ Laut Bürgermeister beträgt die Freibad-Fläche rund 8 000 Quadratmeter, von denen 5 000 bebaut sind. „Theoretisch könnten wir also angesichts von fünf Quadratmetern, die wir für jeden Gast bereithalten müssen, bis zu 1000 Gäste einlassen“, erklärt er. Im Wasser wäre für rund 60 Schwimmer zeitgleich Platz. „Eigentlich bedeutet das für uns keine Einschränkungen“, sagt Emmerich: An sonnigen Tagen kämen über den Tag verteilt 300 bis 400 Menschen ins Rauschenberger Freibad – und zeitgleich seien höchstens 200 bis 250 Menschen anwesend: „Ich erwarte daher keine Probleme.“

Außerdem teilt er mit, dass die Stadt angesichts von nur zwei Wochen Verzögerung bei den Öffnungszeiten entgegen der ursprünglichen Überlegungen nun doch Jahreskarten anbieten werde. In Kirchhain müssen sich Schwimmer noch etwas länger gedulden: Die Stadt will das Freibad voraussichtlich am 1. Juli öffnen. Die Außenanlage sei bereit und auch das Hygienekonzept stehe: „Wir wollen es aber noch mit dem Gesundheitsamt durchgehen“, sagt Bürgermeister Olaf Hausmann. Es müsse außerdem noch eine Regelung für den Ein- und Ausgang getroffen werden. Zwischen 400 und 500 Menschen passen angesichts der Größe der Anlage aufs Kirchhainer Freibadgelände – die genaue Zahl muss die Stadt noch errechnen. Durchschnittlich an 20 bis 25 Tagen im Jahr verbuche die Stadt mehr Gäste, und da er damit rechne, dass nicht so viele Menschen wie üblich in den Urlaub fahren, gehe er von einem größeren Andrang in diesem Jahr aus: „Wir müssen also noch ein Konzept entwickeln, wie wir die maximale Zahl an Gästen nicht überschreiten“, so der Rathauschef.

Nach derzeitigen Planungen will die Stadt dies über Badezeit-Begrenzungen regeln und ein Zwei-Schichten-System einführen. Nachdem am Mittwoch das Land grünes Licht für die Öffnung der Bäder zum 15. Juni gab, begann die Stadt Kirchhain am Mittwoch damit, das Wasser in die Becken einzulassen. Da dies 10 bis 15 Tage dauere, die Abstimmung mit dem Gesundheitsamt noch anstehe und er unnötigen Druck verhindern wolle, habe er den 1. Juli als Ziel ausgegeben. „Und wenn’s früher geht, ist’s auch schön“, resümiert Hausmann.

Bad in Neustadt bleibt Baustelle

Die Stadt Neustadt muss sich dieser Tage nicht mit der Öffnung ihrer Bäder auseinandersetzen: Das Freibad ist Großbaustelle und sollte in diesem Jahr aufgrund der Sanierung ohnehin geschlossen bleiben. Und auch im Hallenbad in Mengsberg wird fleißig gewerkelt. „Ich gehe davon aus, dass die Arbeiten im Rotkäppchenbad nach den Herbstferien abgeschlossen sind. Die Frage, wie wir dann öffnen, stellt sich derzeit noch nicht“, kommentiert Bürgermeister Thomas Groll. Im Stadtallendorfer Freibad sind die Becken gefüllt, jetzt muss die Filtertechnik eingefahren und das Wasser beprobt werden. Beides ist Voraussetzung für den Start. Stadtwerke-Betriebsleiter Giselher Pontow nannte am vergangenen Mittwoch den 18. Juni als Öffnungstermin für das Bad. Ein Betriebs- und Hygienekonzept hatten die Stadtwerke bereits im Vorfeld erstellt. Es muss jetzt auf die neuen Landesvorgaben angepasst werden.

Auch in Stadtallendorf hatten die Betreiber eigentlich damit gerechnet, dass sie weit weniger Schwimmer ins Bad lassen dürfen. Jetzt, bei den vom Land erlassenen Regelungen, dürften es maximal 1198 Personen sein, die gleichzeitig ins Bad dürften. „Wir erwarten jetzt keine spürbaren Reduzierungen mehr durch die Obergrenze“, sagt Pontow. Die Stadtwerke wollen deshalb, Stand Mittwoch, auf den eigentlich geplanten Badebetrieb mit längerer Mittagsunterbrechung verzichten und wie gewohnt durchgängig öffnen. Bei den Öffnungszeiten werde es keine Änderungen geben, trotz der gestiegenen Betriebskosten durch die Hygienemaßnahmen. Bis zu 176 Personen dürften unter Beachtung der Abstandsregeln gleichzeitig in das Schwimmer-Becken.

Hallenbad in Wetter wegen Filter-Tausch dicht

Schwimmer in Wetter müssen noch länger Geduld haben bis sie wieder in das Hallenbad in Wetter gehen können, das Bad bleibt vorerst geschlossen. Wie Bürgermeister Kai-Uwe Spanka mitteilte stehen Erneuerungsarbeiten an, das Schwimmbad wird daher erst nach den Sommerferien wieder öffnen. Der Grund: Der 5000 Liter fassende Reinigungsbehälter muss ausgetauscht werden. Die Erneuerung der Filteranlage war für dieses Jahr sowieso geplant, die Arbeiten hatten sich durch die Corona-Krise allerdings verzögert. Spanka bedauert die anhaltende Schließung: „Das ist ein bitterer Schritt, wir hätten die Arbeiten gerne vorgezogen, das war aber nicht möglich.“ Der Ausbau und der Austausch der Anlage dauert etwa zwei bis drei Wochen. Wann damit begonnen werden kann, stehe noch nicht genau fest. Eine Öffnung in den Sommerferien werde es nicht geben können, bis August müssen sich Schwimmer gedulden. „Nach den Sommerferien gehen wir davon aus, auch wieder einen Badebetrieb zu haben“, betont Spanka.

Das Schwimmbad in Heskem bleibt dagegen noch geschlossen: Wie Ebsdorfergrund Bürgermeister Andreas Schulz mitteilt, wird das „Grundbad“ erst wieder ab dem 17. August für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Und wie sieht es mit Badespaß am See Niederweimar aus? Dort darf ab Montag wieder geschwommen werden: Der Hotsport Seepark durfte zwar bereits wieder öffnen, allerdings begrenzt und ohne, dass Besucher Baden durften. „Auch dafür haben wir nun grünes Licht und freuen uns“, berichtet Geschäftsführer Lucien Gerkau. Noch ist er aber vorsichtig, „die Resonanz war bisher eher verhalten“. Beibehalten wird das eingeführte Online-Buchungssystem, durch das Besucher sowohl registrieren, bezahlen und gleichzeitig eine Reservierung erhalten. Das für maximal drei Stunden bei reduzierten Preisen.

von Ina Tannert, Florian Lerchbacher, Björn Wisker und Michael Rinde

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