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Marburg Schulprojekt läuft digital weiter
Marburg Schulprojekt läuft digital weiter
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12:23 08.04.2020
Achtklässler der Richtsberg-Gesamtschule erforschten Anfang März noch im Klassenzimmer die digitale OP. Das Schulprojekt läuft nun zu Hause weiter. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Die Corona-Pandemie hat nicht nur das Schulleben bundesweit vollkommen durcheinandergewirbelt. Die Sicherheitsvorschriften, die Umstellung auf Heimunterricht sind ein Kraftakt und verlangen Lehrkräften wie Schülern viel ab, die sich größtenteils nur noch auf digitalen Wegen verständigen. Schon seit eineinhalb Wochen gibt es in Hessen keine Unterrichtsverpflichtung mehr, die Schulen sind nun für fast alle Schüler dicht. Gelernt wird zu Hause, mit neuen Aufgaben und Herausforderungen für den Alltag.

Auch das alljährliche Schüler-Reporter-Projekt der OP wurde durch die Schulschließungen hart getroffen, fand größtenteils ein jähes Ende, was die OP tief bedauert. Seit Anfang Februar wurde die Zeitung täglich gleich stapelweise an rund 30 Schulen im ganzen Landkreis geliefert und landete bei Schülern aus rund 60 Klassen auf den Schultischen. Meist in Papier-Form. Während der Projektzeit besuchten OP-Redakteure bereits ein Dutzend Klassen und stellten sich den Fragen der Schüler rund um Pressearbeit, Journalismus und Zeitung. Nun, da der reguläre Unterricht wegfällt, die Schüler zu Hause bleiben, Kontaktverbot herrscht, ist das natürlich nicht mehr möglich.

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Lehrer geben aus der Ferne kreative Aufgaben

Das Projekt musste vorzeitig stark schrumpfen, doch ganz aufgeben wollen es die OP und die Schulen nicht, denn da sind ja zumindest noch die Tablet-Klassen, die weiter von dem Traditionsprojekt profitieren sollen, das bereits zum 34. Mal stattfindet. Neun Klassen, die neben der gedruckten OP auch das E-Paper-Angebot nutzten, hatten sich in diesem Jahr angemeldet.

Für einige der Schüler geht es nun weiter, noch bis einschließlich kommender Woche können sie das E-Paper kostenlos lesen und damit arbeiten. Die Lehrer haben sich auf die neue Situation eingestellt, kreative Aufgaben für die Projektarbeit gibt es nun aus der Ferne. Mit im Boot sind auch vier Klassen der Richtsberg-Gesamtschule, etwa die 8c. Die ist seit Oktober eine sogenannte iPad-Klasse und hat schon in den letzten Wochen sowohl die digitale wie die Print-Ausgabe der OP ganz genau erforscht. Als Aufgabenstellung befassten sich die verschiedenen Projektgruppen der Klasse mit den von ihnen gewählten Schwerpunktthemen, von Berichten rund um das Coronavirus oder Sport, Politik bis zur Analyse von Traueranzeigen oder Geburtszahlen. Zu ihren Themen sammeln die Schüler jeden Schnipsel in der Berichterstattung, füllen fleißig ihre Projektmappen und machen – so gut es eben geht – weiter wie bisher.

Und noch ein klassischer Projektteil ist nicht gänzlich Opfer der neuen Umstände geworden – der Part, in dem die Schüler selbst zu Reportern werden, ein Höhepunkt des Projekts.

Längst trudeln die ersten selbst geschriebenen Schülerartikel in der Redaktion ein, auch aus jenen Klassen, die nun leider nicht mehr an dem Projekt teilnehmen können. Weitere Berichte zu Themen aller Art werden folgen, wenn natürlich auch nicht so viele wie gewöhnlich. Dennoch werden in den kommenden Wochen so einige zusammenkommen und alle Artikel werden auf der Homepage der OP veröffentlicht, ausgewählte Stücke unserer Schüler-Reporter auch in der Print-Ausgabe gedruckt.

Unsere Leser dürfen also gespannt sein, was der Nachwuchs trotz aller Alltagshürden der heutigen Zeit Kreatives bereithält.

Von Ina Tannert