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Marburg Schüler achten penibel auf Lüft-Zeiten
Marburg Schüler achten penibel auf Lüft-Zeiten
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11:56 23.10.2020
Auch außerhalb der Schule sind Schüler angehalten, Maske zu tragen. Zur Erinnerung wurden an Haltestellen vor Schulen wie hier vor der Sophie-von-Brabant-Schule in Marburg entsprechende Hinweise aufgesprüht. Quelle: Götz Schaub
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Marburg

Die ersten Tage Schule sind geschafft. Und es ging zunächst besser, als viele vermutet hatten. Aber die steigenden Fallzahlen im Landkreis fordern auch Reaktionen, um den Schulunterricht so sicher wie möglich zu machen. So kommt also auch eine Maskenpflicht ab Jahrgangsstufe 5 für den Unterricht.

Schüler wie auch Lehrer, die möglicherweise noch am Montag aufgrund des häufigen Lüftens im Klassenzimmer gefroren haben, hatten spätestens am Dienstag vorgesorgt und sich entsprechend angezogen.

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Auch ist es Schülern erlaubt Decken mitzubringen. Das machten bisher wohl die wenigsten, aber heißen Tee hatten schon wesentlich mehr dabei. Wobei das mit dem Lüften sehr, sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Es gibt Klassen, die lassen trotz Kälte die Fenster gleich ganz offen, es gibt aber auch Klassen, die ihre Lehrer auffordern müssen, an das Lüften zu denken.

Eine Lehrerin berichtet, dass die 20-Minuten-Regel etwas unglücklich gewählt wurde. Sie setzt auf eine 15-Minuten-Regel. Auch die sorgt für zwei Unterbrechungen im Unterricht, aber eben nicht fünf Minuten vor dem Ende, wo es dann schnell mal unübersichtlich und unruhig werden kann.

Pädagogischer Tag mal ganz anders

Die in dieser Woche erheblich steigenden Fallzahlen haben auch Auswirkungen auf die Schulen, denn immer wieder gibt es Corona-Fälle zu registrieren, die von außen in die Schulgemeinde hineingetragen werden. So befinden sich an der Edertalschule Frankenberg Schüler in Quarantäne, die zusammen in den Konfirmandenunterricht gehen, weil deren Pfarrer positiv getestet wurde.

An der Gesamtschule Niederwalgern steht am 29. Oktober eigentlich der pädagogische Tag für Lehrer an, an dem traditionell die Schüler zu Hause bleiben und sich mit Hausaufgaben beschäftigen. „Dieses Mal werden die Schüler ganz normal in die Schule zum Unterricht kommen“, sagt Schulleiter Uwe Schulz, weil der pädagogische Tag nur in abgewandelter Form stattfindet. „Normalerweise arbeiten die Lehrer an einem solchen Tag über längere Zeit auf engem Raum zusammen. Das wollen wir jetzt so nicht und haben wie gesagt andere Lösungen gefunden, die auch den normalen Unterricht ermöglichen, der in dieser Zeit auch sehr wichtig ist“, so Schulz.

GSE sieht sich durch iPads gut gerüstet

Die Gesamtschule Ebsdorfer Grund will sich dafür einsetzen, dass sie ihre Klassen halbieren kann. Die beiden Hälften könnten dann von Tag zu Tag zwischen Schule und Zuhause wechseln. Schulleiter Mirko Meyerding sieht darin sehr viele Vorteile. So würden automatisch weniger Schüler morgens und mittags in den Bussen sein. Und auch in den Klassenräumen gäbe es mehr Platz, um Abstand halten zu können.

Er glaubt an einen Erfolg, weil alle 760 Schüler der Schule seit Schulstart nach den Sommerferien über ein iPad verfügen, und somit alle gleichermaßen mit Lernmitteln und Aufgaben versorgt werden können. Selbst wenn Schüler in Quarantäne müssen, aber nicht krank sind, können sie über das iPad praktisch Unterricht nach Stundenplan machen. Über die Voll-Digitalisierung der GSE wird übrigens demnächst noch einmal gesondert berichtet.

Sport möglichst nur im Freien

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ordnet ab Montag, 26. Oktober, als Schulträger eine Maskenpflicht für alle Schüler ab Klasse 5 sowie der Lehrer auch während des Unterrichts an.

Das Gesundheitsamt Marburg und das Staatliche Schulamt Marburg haben darüber hinaus für alle Schulen weitergehende Infektionsschutzmaßnahmen angeordnet, die ebenfalls ab dem 26. Oktober bis zunächst 18. Dezember gelten sollen. Diese betreffen die Ganztagsangebote und den Sportunterricht.

Im Ganztagsbereich sind klassen- und jahrgangsübergreifende Angebote soweit wie möglich einzuschränken, um eine Durchmischung von Lerngruppen zu vermeiden. Ebenso soll ein klassen- und jahrgangsübergreifender Sportunterricht weitestgehend vermieden werden. Sport soll nach Möglichkeit im Freien stattfinden.

Schule schickte drei ganze Kurse nach Hause

„Wir stellen dabei keineswegs die Ganztagsangebote beziehungsweise den Sportunterricht in Frage“, sagt Burkhard Schuldt, Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes Marburg. „Wir wollen nur dazu animieren, dass dort, wo es möglich ist, die Zahl der Kontakte der Teilnehmer eingeschränkt wird.“

Die steigenden Fallzahlen sorgen auch dafür, dass immer öfter Schüler aufgrund außerschulischer Kontakte in Quarantäne müssen. Am Donnerstag schickte die Edertalschule Frankenberg gleich drei Kurse der Jahrgangsstufe 13 nach Hause.

Von Götz Schaub

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