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Marburg Schlechtes Wetter? Gibt’s (fast) nicht!
Marburg Schlechtes Wetter? Gibt’s (fast) nicht!
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09:54 28.05.2021
Spaß in Pfützen: Paul (rechts) und Kumpel Moritz haben die richtigen Klamotten, um auch bei schlechtem Wetter draußen zu spielen.
Spaß in Pfützen: Paul (rechts) und Kumpel Moritz haben die richtigen Klamotten, um auch bei schlechtem Wetter draußen zu spielen. Quelle: Foto: Stefan Weisbrod
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Marburg

Es regnet gerade mal nicht. Ein paar Sonnenstrahlen kommen zwischen den sehr dunklen Wolken hindurch. Paul möchte raus, darf er auch. Er weiß schon Bescheid, holt direkt seinen Regenanzug und die Gummistiefel hervor. Kumpel Moritz, wünscht sich der Dreijährige, soll auch raus kommen. Pauls Mutter schreibt eine Nachricht an Moritz’ Mutter. Geht klar. Ein paar Minuten dauert es. Paul wartet schon draußen. Als Moritz dazu kommt, kommen wieder einige Tropfen von oben. Macht beiden nichts aus.

Sonne und gefühlte 20 Grad, dann Wolken, Regen, wieder Sonne, ehe der nächste Schauer einsetzt, dazu eine steife Brise und empfundene Temperaturen um den Gefrierpunkt – an Abwechslung hat es dem Wetter an den vergangenen Tagen, in den vergangenen Wochen wahrlich nicht gemangelt. Tendenziell könnte es in nächster Zeit heiterer, könnten Niederschläge seltener werden. Aber selbst wenn nicht: Schlechtes Wetter gibt’s überhaupt nicht – mit wenigen Ausnahmen. Den Spruch kennt jeder: Es gibt nur schlechte Kleidung. Ist richtig, sagen Karen Rohlfs und Eva Bökelmann.

Mit und an Pfützen lässt sich so einiges anstellen

Wirklich schlechtes Wetter ist das, bei dem es draußen gefährlich werden kann: Gewitter, Sturm, extrem starker Regen oder gar Hagel. „Dann sollte man drinnen bleiben beziehungsweise möglichst schnell einen sicheren Ort suchen“, sagt Bökelmann, Mitarbeiterin beim Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj) in Marburg. Ansonsten sei es „wichtig, im Wohlbefinden zu bleiben“, erklärt sie: „Die richtige Kleidung ist die, die nur von außen nass wird. Wer durchnässt ist, fühlt sich sicher nicht mehr wohl.“ Nicht zuletzt steigt dann auch die Erkältungsgefahr.

Paul und Moritz sind mit ihren wasserfesten Klamotten bestens ausgestattet. Sie haben eine Pfütze entdeckt. Das Spiel könnte „Wer kann die höheren Spritzer verursachen?“ sein. Vielleicht heißt es auch „Schaffen wir es, das komplette Wasser rauszutreten?“ – ein solches Vorhaben wäre jedoch zum Scheitern verurteilt, von oben kommt schließlich stetig Nachschub. Wahrscheinlich geht’s ihnen aber gar nicht um irgendein Ziel, es geht ihnen einfach ums Machen. Der Spaß ist ihnen anzumerken, ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Die beiden sind zufrieden damit, brauchen gar nicht mehr. Tipps, was sie an der Pfütze sonst noch machen könnten, hat der bsj Marburg in seiner Broschüre „6 einfache Wege in die Natur um die Ecke“ aufgeführt: Sie könnten Brücken aus Ästen bauen und darüber balancieren, Steine ins Wasser werfen oder mit einem Zollstock oder – ganz grob – mit einem einfachen Zweig messen, wo das Wasser wie tief ist. Wer experimentierfreudig ist, kann ein farbiges Blatt Papier nehmen und für ein paar Sekunden in den Regen halten – im Trockenen kann man dann nachsehen, wie viele Tropfen in dem kurzen Zeitraum auf die kleine Fläche niedergegangen sind. Vielleicht beim nächsten Mal.

Manche Tiere zeigen sich vor allem bei feuchter Witterung

Eine weitere Anregung: „Wer im Wald oder auf Wiesen unterwegs ist, bemerkt möglicherweise, wie sich der Geruch durch den Regen verändert“, sagt Rohlfs. Auch lohne es sich, erklärt die Leiterin des Zentrums für Frühe Bildung beim bsj, nach Tieren Ausschau zu halten, die sich sonst eher nicht zeigen, Feuersalamander zum Beispiel. Auch Schnecken kommen bei feuchter Witterung eher hervor – Paul und Moritz haben gleich zwei entdeckt. Eine der Weinbergschnecken ist am Wegesrand im Gebüsch. Die andere jedoch kriecht mitten auf einem Weg herum. Auf dem ist zwar wenig los, eine Radfahrerin kommt aber näher. „Aufpassen“, sagt Paul, stellt sich neben das schleimige Tier, beschützt es. Pfützen sind für ihn und seinen Kumpel jetzt nicht mehr interessant, die Schnecke ist es, bleibt es noch für einige Zeit. Naturgemäß ist die nicht gerade zügig unterwegs. Irgendwann bekommt sie dann etwas Hilfe, ist in Sicherheit. Und die Jungs gehen beruhigt nach Hause.

Von Stefan Weisbrod

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