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Marburg Das erste Puzzleteil des Sicherheits-Campus
Marburg Das erste Puzzleteil des Sicherheits-Campus
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09:58 17.03.2021
So soll der neue Showroom der Firma Sälzer im Marburger Stadtwald aussehen.
So soll der neue Showroom der Firma Sälzer im Marburger Stadtwald aussehen. Quelle: Artec Architekten
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Marburg

Mittlerweile hat sich auf den ehemaligen Bundeswehr-Flächen einiges getan. So wächst der Neubau des Unternehmens Sacher Lasertechnik, und auf dem Grundstück eines privaten Eigentümers, das im Zuges des Flächen-Zoffs damals auch eine Rolle spielte, entsteht nun Wohnraum anstelle eines Bürogebäudes.

Großen Flächenbedarf hatte seinerzeit auch das Unternehmen Sälzer angemeldet, international agierender Spezialist rund um das Thema Gebäudesicherheit. Und seit geraumer Zeit Teil der Schüco-Gruppe – Marburg soll innerhalb des Konzerns, so der Plan, das Gebäudesicherheits-Zentrum für die gesamte Unternehmensgruppe werden. Dafür ist nun ein weiterer Schritt getan: „Wir haben den Bauantrag für unseren neuen Showroom eingereicht“, sagt Geschäftsführer Walther Sälzer im Gespräch mit der OP.

„Trotz Corona verlief das vergangene Geschäftsjahr sehr gut“, sagt Sälzer. Zwar habe man innerhalb des Unternehmens aufgrund der Pandemie die Produktion umstellen müssen. „Denn wir haben eine Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter – wir wollen das Infektionsrisiko für sie natürlich so gering wie irgend möglich halten“, sagt Sälzer. Und: Es seien auch Vorkehrungen getroffen worden, „damit im Fall einer Infektion nicht der gesamte Betrieb stillstehen muss“, sagt er.

Außerdem habe man „zahlreiche Prozesse optimiert. Denn wir müssen immer dazulernen und uns immer wieder neu erfinden.“ Dazu gehört auch, dass „wir nach dem Erwerb des Grundstücks die Erweiterungsmöglichkeiten für den Standort auf den Prüfstand gestellt haben“. Mit dem Ergebnis, „dass als erster Baustein nun der Showroom entstehen kann“.

Kunden wollen die Exponate auch berühren können

Rund 250 Quadratmeter Grundfläche soll der Neubau bieten. Und das nicht nur als reine Ausstellungsfläche, obwohl die ein Schwerpunkt sein wird. Walther Sälzer erläutert: „Wir haben immer wieder gemerkt, dass die Kunden die Exponate, die wir etwa auch auf Messen präsentieren, berühren wollen.“ Kein Wunder. Denn Glasfassaden, die von einer Sprengung zwar stark gewölbt, aber strukturell intakt sind, machen optisch und haptisch genauso viel her wie beschossene Fensterscheiben oder von Schrapnellen perforierte, aber nicht durchdrungene Türen. „Sicherheit zum Anfassen können wir also im Showroom präsentieren“, so Sälzer.

Aber: Auch für Veranstaltungen soll das Gebäude künftig genutzt werden. „Dieses Jahr steht ja auch wieder der Marburger Sicherheitstag am 13. und 14. September auf dem Programm. Den können wir uns aus aktueller Sicht jedoch maximal als Hybrid-Veranstaltung vorstellen.“ Heißt: Einige Referenten und nur sehr wenig Publikum, das Gros wird online zugeschaltet. „Wir könnten uns gut vorstellen, dass der schon aus dem neuen Showroom kommt.“

Der Neubau soll flexibel und modular gestaltet werden, „damit dort beispielsweise auch interne Trainings ebenso gut stattfinden können wie Seminare oder Besprechungen in entsprechenden Räumen“, sagt Sälzer. Demgemäß treibe man nun die Planungen voran – auch mit Veranstaltungstechnik, Präsentationsmöglichkeiten oder LED-Wänden.

Grundstück soll Grünflächen und Sitzplätze erhalten

Rund um das Gebäude soll das Grundstück Aufenthaltsqualität bieten – mit Grünfläche und Sitzplätzen. Der untere Teil des Grundstücks soll Parkplatz für Mitarbeiter und Besucher gleichermaßen werden. „Der Security-Campus wächst also“, freut sich Walther Sälzer. „Und es werden definitiv weitere Schritte folgen. Wir haben immer kommuniziert, dass Sälzer in Marburg bleiben will – das wird an dieser Investition ganz deutlich.“ Auch soll die Fertigung auf den Flächen in Richtung der Spedition erweitert und perspektivisch neu gebaut werden. Und: Im ersten Schritt erhält die bisherige Ausstellungsfläche eine neue Nutzung. „Das sind die weiteren Puzzleteile in unserem Masterplan der Wachstumsstrategie über die kommenden Jahre.“ Übrigens, die Digitalisierung macht auch vor einem Produktionsbetrieb wie Sälzer nicht Halt – im Gegenteil: So hätte das Marburger Sicherheitsunternehmen auf der Messe „Bau“ in München auf dem großen Schüco-Stand das Thema Sicherheitstechnik groß präsentiert, doch fand die Messe nicht statt. Schüco hat entsprechend eine „digitale Dauerausstellung“ unter dem Motto „Innovation now“ ins Leben gerufen. Dort werden monatlich besondere Themen in den Fokus gestellt – Ende März soll dies das Thema Sicherheit sein, „made in Marburg by Sälzer“.

Von Andreas Schmidt