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Marburg Wenn Beruf zur Familie wird
Marburg Wenn Beruf zur Familie wird
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10:45 21.06.2021
Sabine Wagner arbeitet seit 40 Jahren beim DGD.
Sabine Wagner arbeitet seit 40 Jahren beim DGD. Quelle: Larissa Pitzen
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Marburg

Wozu nette Nachbarn doch alles gut sein können – als Sabine Wagner 1981 von ihrer Nachbarin erfährt, dass der Deutsche Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD) eine Stelle zu besetzen hat, bewirbt sie sich sofort – mit Erfolg.

Nach einem Probenachmittag arbeitet die gelernte Bürokauffrau seit dem 1. Juni desselben Jahres für den christlichen Träger. In ihren vier Jahrzehnten im DGD hat die 58-Jährige viele Veränderungen und Entwicklungen miterlebt, doch eins ist gleich geblieben: ihre Freude an der Arbeit.

Schritt für Schritt von der Schreibmaschine zur EDV

1981 war die damals 17-Jährige noch bei der Zusatzversorgungskasse des DGD in Darmstadt beschäftigt. „Damals wurde noch alles mit Schreibmaschine geschrieben, ich habe den ganzen Prozess bis zur EDV miterlebt“, erzählt Wagner lächelnd, „und meine Freude an der Arbeit ist bis heute ungebrochen.“ Viele Veränderungen innerhalb des Betriebs, auch den jüngsten Vorstandswechsel (OP berichtete) habe die gelernte Bürokauffrau miterlebt. In Zeiten von Corona hatte sich viel verändert: „Das Thema Kurzarbeit war ein ganz neues Kapitel im DGD, aber ich lerne gerne Neues dazu“, sagt Wagner.

Als Sabine Wagner anfing zu arbeiten, war der DGD noch stärker durch Diakonissen vertreten. Damals gab es noch mehrere Tausend in Deutschland. Nun sind es nur noch circa 500. Diese betrachtet sie gerne als eine Art Familie.

Familie schrumpft, Alteingesessene bleiben

Diakonissen sind Frauen, die ihr Leben, ähnlich wie die Nonnen in der Katholischen Kirche, dem evangelischen Glauben verschrieben haben. Sie dienen Jesus Christus.

„Die meisten der höheren Posten waren damals mit Diakonissen besetzt“, sagt Wagner, „nun, da unsere Familie etwas geschrumpft ist, sind auch viele Personen von außerhalb eingestellt worden.“

Jahrzehnte lange Arbeitsverhältnisse sind beim DGD keine Ausnahme. Die Möglichkeit selbstständig arbeiten zu können, gefalle der 58-Jährigen sehr.

Dass das so gut funktioniert, liege vor allem an der guten Gemeinschaft: „Ich hatte hier von Anfang an ein sehr familiäres Gefühl, dafür bin ich den Diakonissen und allen Kollegen sehr dankbar.“ Das sei wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Menschen so lange beim DGD arbeiteten. „Mir wird viel Vertrauen entgegengebracht, ohne Vertrauen wäre eine solch lange Zusammenarbeit nicht möglich“, sagt die Gladenbacherin. Für sie steht fest: „Ich bereue nichts und würde nichts anders machen.“

Lob von Diakonisse Lippe

Für die Zukunft wünscht sich Sabine Wagner Gesundheit für ihre Familie und sich selbst – und vor allem „noch ein paar schöne Jahre im Beruf“.

Schon zuvor hatte Oberin Diakonisse Renate Lippe, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DGD e.V., der Jubilarin im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der DGD-Zentrale in der Stresemannstraße gedankt. „Liebe Frau Wagner, zu Ihrem besonderen Jubiläum gratuliere ich Ihnen sehr herzlich. 40 Jahre lang haben Sie sehr zuverlässig und gewissenhaft Ihren Dienst ausgeführt und Ihr Bestes gegeben“, so die Oberin. „Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Sie kommen und gehen sehen; Sie sind geblieben. Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihren Einsatz und alle gute Zusammenarbeit und wünsche Ihnen für die kommende Zeit Gottes Segen.“

Deutscher Gemeinschafts-Diakonieverband

Der DGD e.V. (Deutscher Gemeinschafts-Diakonieverband e.V.) mit Sitz in Marburg verantwortet die Arbeit der fünf Diakonissen-Mutterhäuser in Marburg, Elbingerode (Harz), Lemförde, Neustadt-Lachen und Velbert sowie der Schwesternschaft der Stiftung Hensoltshöhe in Gunzenhausen und des Marburger Bildungs- und Studienzentrums. Zur Arbeit der Mutterhäuser gehören etwa Bildungseinrichtungen, Gästehäuser und Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Der DGD e.V. ist Mitglied im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung und im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband. Zum DGD e.V. gehören 560 Diakonissen und rund 500 Mitarbeitende.

Von Larissa Pitzen

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