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Marburg SPD und CDU gehen schon in Wahlkampfmodus
Marburg SPD und CDU gehen schon in Wahlkampfmodus
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20:00 10.02.2022
Marian Zachow (CDU).
Marian Zachow (CDU). Quelle: Foto: CDU
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Marburg

SPD und CDU haben ihre Kandidaten noch nicht gekürt, doch werben der CDU-Kreisvorstand beziehungsweise der SPD-Unterbezirksvorstand schon sehr offensiv für ihre vorgeschlagenen Kandidaten. Und damit haben die beiden Parteien, die im Kreistag eine Koalition bilden, schon in den Wahlkampfmodus geschaltet. Die beiden Vorsitzenden Sören Bartol (SPD) und Dr. Stefan Heck (CDU), die sich im vergangenen Jahr als Direktkandidaten für den Bundestag gegenüberstanden, kämpfen nun für ihre Kandidaten. Dabei stellen beide heraus, dass es sich um eine Persönlichkeitswahl handelt und man sich bemühen werde, mit eigenen Stärken zu punkten, statt über vermeintliche Schwachstellen des Kontrahenten zu sprechen.

„Marian Zachow ist die richtige Wahl für Marburg-Biedenkopf“, unterstreicht Heck und führt aus: „In einer Zeit, die noch immer von der Corona-Krise und der Bewältigung ihrer Folgen geprägt ist, kommt es auf Erfahrung, Verlässlichkeit und Kompetenz an.“ Der 42-jährige Zachow, der seit fast acht Jahren Vize-Landrat ist, habe in den vergangenen Jahren immer wieder – etwa bei der Corona-Krise oder der Unterbringung von Geflüchteten 2015 – unter Beweis gestellt, dass er ein besonnener und tatkräftiger Krisenmanager ist, der den Landkreis unaufgeregt und souverän führen kann. Dies besonders auch in der Zeit, als er wegen der Vertretungssituation für alle Aufgabenbereiche des Landkreises mit Weitblick und Fingerspitzengefühl die Führung und Verantwortung übernommen hat.

Zachow selbst sagt: „Wir haben derzeit das große Glück, dass – auch durch die Politik der CDU auf Bundes- und Landesebene – durch einige richtige Weichenstellungen in den nächsten Jahren wegweisende Verbesserungen für den Landkreis bevorstehen: So etwa die Fertigstellung der A 49, die Weiterentwicklung der Glasfaser-Anbindungen, die Ausstattung der Schulen mit schnellem WLAN für jeden Klassenraum sowie der Ausbau des Ganztags- und Betreuungsangebotes in den Schulen. Aus diesen Chancen Erfolge für unsere Region machen – das ist die entscheidende Aufgabe für die Zukunft. Dafür stehe ich mit meiner Kandidatur.“

Dass die SPD gerne weiterhin die kommunalpolitisch ranghöchste Person im Kreis stellen möchte, machte Bartol gestern bei der offiziellen Vorstellung des Kandidaten des Unterbezirksvorstandes unmissverständlich klar, schließlich ist auch die Fraktion die stärkste im Kreistag. Natürlich muss sie jetzt ihren Kandidaten Jens Womelsdorf bei den Wählerinnen und Wählern schnell und überzeugend bekannt machen. Bartol gab zu, dass es keine lange Entscheidungsphase gebraucht habe. „Als Vorsitzender hast du für alle unvorhersehbaren Entwicklungen stets einen bestimmten Personenkreis im Kopf.“ Womelsdorf sei in diesem Fall seine erste Wahl gewesen und er sei sehr froh, dass er zum einen im Vorstand Zustimmung erhielt und zum anderen, dass sich Womelsdorf dazu entschieden hat, anzutreten. Niemand habe sich diese Landratswahl jetzt gewünscht, „alle hatten es sich gewünscht, dass Kirsten Fründt ihre Krankheit besiegt“, so Bartol, noch immer sichtlich bewegt.

Nun nach der „würdevollen Trauerfeier“ am vergangenen Wochenende muss es, so sehr er die zeitliche Nähe bedaure, politisch weitergehen, um die vorgegebenen Fristen zu wahren, sagte Bartol weiter. Kirsten Fründt bleibe unvergessen, doch eine Fründt-Kopie werde es nicht geben. „Kirsten gab es nur einmal.“ Womelsdorf kann und will ganz auf der Linie der verstorbenen Landrätin anknüpfen, soll dabei aber seinen eigenen Weg gehen, seine eigenen Qualitäten und Vorstellungen einbringen. Das werde er tun, sagte Womelsdorf gestern. Er bestätigte, dass er nicht lange gebraucht habe, sich über eine Kandidatur klar zu werden. Seine Familie stehe hinter ihm und sonst habe er schon immer deutlich gemacht, sich gerne für die SPD an verantwortungsvoller Stelle engagieren zu wollen. Mit einer kaufmännischen Ausbildung und einem Politikwissenschaftsstudium ausgerüstet, arbeitet der 41-Jährige derzeit beim Automobilclub Europa auch in einer führenden und verantwortungsvollen Position. Seine Programmatik, mit der er im Wahlkampf die Menschen im Landkreis von sich überzeugen will, werde er am Nominierungsparteitag offenlegen, kündigte er an.

FDP kündigt Kandidaten an

Derweil sind auch die anderen Parteien dabei, zu entscheiden, ob sie mit eigenen Kandidaten ins Rennen gehen wollen. Winand Koch, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag, kündigte im Gespräch mit dieser Zeitung an, dass die Liberalen einen Kandidaten nominieren wollen. Dies soll Ende des Monats geschehen.

Von Götz Schaub