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Marburg Rudolphsplatz als Ort zum Verweilen
Marburg Rudolphsplatz als Ort zum Verweilen
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19:43 14.11.2010
In gemeinsamer Runde stellten die Gruppensprecher ihre Beratungsergebnisse vor. Hier präsentiert Arnulf Meyer (links) die Vorschläge seiner Gruppe.
In gemeinsamer Runde stellten die Gruppensprecher ihre Beratungsergebnisse vor. Hier präsentiert Arnulf Meyer (links) die Vorschläge seiner Gruppe. Quelle: Heiko Krause
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Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) betonte in seiner Begrüßung, dass die Veranstaltung grundsätzliche Ideen liefern sollte, wie der Platz zwischen der Straße Am Grün und den neuen Bankgebäuden umgestaltet werden könne. Berücksichtigt werden müsse die Verkehrssituation, eine bessere Inszenierung der Lahn und die Platzflächen.

Jürgen Rausch, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt, erläuterte, dass der Workshop mit Bürgerbeteiligung die Eckpunkte für den Ideenwettbewerb, der europaweit ausgeschrieben werde, liefern solle. Endgültig werde die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden.

Der Baudirektor erinnerte an die lange Geschichte des Platzes: Die Stadt Marburg sei nur entstanden, weil sich in diesem Bereich eine Furt durch den Fluss befunden habe. Dort habe auch der Fronhof für die landwirtschaftliche Versorgung der Burg gestanden, und 1250 sei erstmals eine Brücke erwähnt worden. Bis 1969 sei der Rudolphsplatz dort, wo heute der Verkehr fließt, noch bebaut gewesen.

Auch der Mühlgraben sei erst in diesem Zusammenhang verrohrt worden.

Der Ingenieur Dr. Günther Heinz machte deutlich, dass es möglich sei, sämtlichen Fußgängerverkehr mit Querungen oberirdisch zu führen und auf die heutigen Unterführungen zu verzichten.

Das zeige Handlungsspielräume. Geprüft werden könne auch, ob eine zusätzliche Bebauung sinnvoll sei. Vaupel verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Stadt die Erweiterung der Stadtbücherei anstrebe. Am jetzigen Standort Ketzerbach sei dies nicht möglich. Sollte am Rudolphsplatz ein zusätzliches Gebäude entstehen können, sei ein Konzept mit bestehender Bebauung durchaus denkbar.

In drei Arbeitsgruppen setzten sich die Bürgerinnen und Bürger mit der augenblicklichen Situation und Möglichkeiten der Veränderung auseinander. Waltraut Mechsner-Spangenberg, Sprecherin einer Gruppe, die anderen Sprecher waren Arnulf Meyer und Hans Horst Althaus, berichtete, ihre Gruppe habe entschieden, keine zu engen Kriterien vorzugeben. Gestalterische Freiheiten müssten einem Ideenwettbewerb eingeräumt werden.

Darin waren sich im Endeffekt alle Teilnehmer trotz unterschiedlicher Ansichten im Einzelnen durchaus einig. Die Planer wurden ermutigt, unterschiedliche Konzepte vorzulegen. Befürworter einer zusätzlichen Bebauung verwiesen darauf, dass diese sich in jedem Fall in die Umgebung, mit ihren wertvollen Baudenkmälern einfügen müsse.

Von Verfechtern, auf Neubauten zu verzichten, kam die Anregung, das alte Bankgebäude von seinen Anbauten zu befreien, davon betroffen wäre jedoch der kürzlich eingerichtete Pflegestützpunkt.

Einig waren sich alle, dass die Aufenthaltsqualität auf dem Platz erhöht werden müsse. Radverkehr müsse neben dem Platz am Lahnufer möglich sein. Eine Gruppe brachte die Idee ins Spiel, den Parkplatz hinter der Commerzbank als Aufenthaltsfläche umzugestalten. Einem Vorschlag gemäß, sollte die Unterführung gänzlich geschlossen werden, um die Fußgänger quasi nach oben zu zwingen. Viele Teilnehmer der Workshops forderten eine Reduzierung des Verkehrs. Ein Bürger machte den Vorschlag, dann den Autofahrern wieder zu ermöglichen, von der Untergasse aus in alle Richtungen abbiegen zu können.

Die Protokolle des Workshops werden laut Auskunft Rauschs auf der Internetseite der Stadt Marburg veröffentlicht und den Stadtverordneten zur Verfügung gestellt.

Diese würden dann möglichst viele Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in einer Vorlage zur endgültigen Verabschiedung der Eckpunkte wiederfinden.

von Heiko Krause