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Marburg Roboter hilft im Supermarkt
Marburg Roboter hilft im Supermarkt
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12:28 14.04.2020
In Lindlar weist ein Roboter in einem Supermarkt die Kunden darauf hin, Abstand zu halten, wirbt für Rücksichtnahme und Solidarität und rät außerdem von Hamsterkäufen ab. Quelle: Klümper/dpa
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Marburg

Roboter-Unterstützung im Supermarkt in Zeiten der Corona-Krise – das muss für den Marburger „Robo-Prof“ Jürgen Handke keine Zukunftsmusik sein. Denn: Handke hat gleich mehrere der Assistenzroboter im Einsatz, unter anderem unterstützten sie den Anglistik-Linguisten in der Lehre. Aber: „Derzeit gibt es weder Lehrveranstaltungen und auch kein Robotikum – die Roboter langweilen sich also im Homeoffice“, sagt der Professor lachend.

Also hat er die Idee, dass er ja einige seiner digitalen Helfer an Supermärkte verleihen könnte – damit diese dort beispielsweise die Kunden daran erinnern, Abstand zu halten.

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Auf die Idee kam er durch einen Supermarkt in Lindlar, wo genau das passiert: Dort hilft ein „Pepper“, wie eine Modellreihe der Roboter heißt, dabei, dass sich die Kunden vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Demnach steht Pepper in der Kassenzone der Filiale und schwört Einkaufende mit elektronischer Stimme auf die Schutzmaßnahmen ein. Außerdem wirbt er für Rücksichtnahme und Solidarität untereinander und rät mit kindlich-freundlichem „Gesichtsausdruck“ von Hamsterkäufen ab.

„Robo-Prof“ Jürgen Handke. Foto: Andreas Schmidt

„Das wäre auch bei uns kein Problem“, sagt Handke. Denn die Roboter würden in der Corona-Krise schon in ganz anderen Gebieten eingesetzt. So weiß Handke, dass ein Pepper beispielsweise in einem Krankenhaus auf der Intensivstation „arbeite“. „Dort wird er von Angehörigen, die vor einem Patientenzimmer stehen, gesteuert – und über das Tablet, was im Roboter integriert ist, können die Angehörigen den Patienten quasi ,besuchen’. Der Roboter kann sich schließlich nicht mit dem Virus anstecken“, verdeutlicht Handke.

Doch was könnten Pepper & Co. in einem Supermarkt machen? „Das Beispiel mit den Abstandsregeln ist ja naheliegend“, sagt Handke. Darüber hinaus könnte er die Kunden an der Kasse auch unterhalten – auf seinem Tablet etwa Filme laufen lassen oder zu Spielen auffordern. Auch verschiedene Ansagen könne er abspielen lassen oder Fragen beantworten – „das lässt sich von uns alles mit recht wenig Aufwand programmieren – wir brauchen nur den entsprechenden Input vom Supermarktbesitzer“. Lachend fügt er hinzu: „Vielleicht könnte er sich ja auch dafür entschuldigen, dass es wieder kein Toilettenpapier gibt.“

Und was kostet das Ganze? „Das müssen wir so hinkriegen – vielleicht gibt es ja eine Spende oder ein Sponsoring für das Robotikum mit den Schulen“, sagt Handke. Wer also interessiert wäre, Pepper oder einen seiner Kumpels im Supermarkt einzusetzen, kann sich unter www.3m-solutions.de mit Jürgen Handke in Verbindung setzen.

Von Andreas Schmidt

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