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Marburg Ringvorlesung geht in die nächste Runde
Marburg Ringvorlesung geht in die nächste Runde
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12:53 24.10.2021
Besucher der subantarktischen Campbell Island (Neuseeland) stehen vor der einzelnen Sitka-Fichte, die als der einsamste Baum der Welt gilt.
Besucher der subantarktischen Campbell Island (Neuseeland) stehen vor der einzelnen Sitka-Fichte, die als der einsamste Baum der Welt gilt. Quelle: P Tisch
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Marburg

„Ungleiche Schwestern – Ausgrenzungen und Hierarchien im feministischen Diskurs der 70er-, 80er- und 90er-Jahre“: Das ist das Thema des Vortrags von Dr. Jana Groth am Montag, 25. Oktober, ab 18.30 Uhr zum Auftakt der traditionellen interdisziplinären Ringvorlesung des Zentrums für Konfliktforschung an der Universität. Das Besondere in diesem Wintersemester: Die vom Konfliktforscher Dr. Johannes M. Becker und seinem Team organisierte Vortragsreihe findet wieder im Präsenzformat statt. Zudem gibt es einen Ortswechsel: Anstelle des Uni-Hörsaalgebäudes gibt es die Vorträge im Großen Hörsaal des Fachbereichs Geographie (Deutsches Haus) in der Deutschhausstraße. Der Termin für die Vorträge ist immer montags ab 18.30 Uhr. Es gelten die aktuellen Vorschriften zur Infektions-Prävention der Universität wie die 3G-Regel.

Vortrag zum Thema Feminismus

Gibt es den Feminismus? Was bedeutet Mehrfachdiskriminierung, und wie wird sie von den Betroffenen wahrgenommen? Was können feministische Theorie und Praxis aus den Erfahrungen mehrfach diskriminierter Frauen lernen? Diese und andere Fragen will die Marburger Sozialwissenschaftlerin Dr. Jana Groth in ihrem Vortrag durch eine systematische Aufarbeitung der Ausgrenzungserfahrungen mehrfach diskriminierter wissenschaftlicher und politischer Akteurinnen in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren in Deutschland beantworten.

In den Fokus nimmt sie unter anderem die Erfahrungen von afrodeutschen Frauen, Migrantinnen, jüdische Frauen, Sinti- und Romafrauen, Arbeitertöchter, lesbische Frauen und Frauen mit Behinderung. So soll der Mythos einer einheitlichen und alle Frauen gleichermaßen verbindenden Zweiten Frauenbewegung hinterfragt und zurechtgerückt werden.

Während der Auftakt-Vortrag nahezu nahtlos an das Thema des „Studium generale“ aus dem zurückliegenden Sommersemester anschließt, geht es bei den folgenden Themen um unterschiedliche gesellschaftliche Konfliktpunkte – von der Digitalisierung bis hin zu Nachhaltigkeit.

So referiert Lisa Hatke (Marburg) am 8. November über das Thema „Wo ist Zuhause? - Zugehörigkeit als Konfliktfeld in einer globalisierten Welt“. Am 22. November beschäftigt sich Daniela Triml-Chifflard (Marburg) mit dem Thema „Te Awa Tupua – Der Ahne Fluss: Die Revolution der neuen Rechtssubjekte“.

Darin geht es um die Anerkennung der „Rechte der Natur“ am Beispiel des Whanganui-Flusses in Aotearoa (Neuseeland) und die möglichen globalen Chancen einer solcher Gesetzgebung für Umweltrecht und kulturelle Menschenrechte.

Hochaktuell ist auch der Vortrag von Professorin Ulrike Klinger (Frankfurt/Oder) am 6. Dezember. Sie berichtet über „Wahlmanipulation in den sozialen Medien“. Die Professorin für digitale Demokratie gehört einer Forschungsgruppe mit dem Titel „Nachrichten, Kampagnen und die Rationalität öffentlicher Diskurse“ an, in der die Inhalte und Prozesse politischer Kommunikation in digitalen Öffentlichkeiten erforscht werden.

Im kommenden Jahr geht die Ringvorlesung weiter

Im kommenden Jahr geht die Ringvorlesung am 17. Januar weiter mit einem Vortrag von Professor Thomas Müller (Frankfurt) über „Mobilität und Nachhaltigkeit in den östlichen Steppen der Mongolei“. Am 31. Januar 2022 nimmt sich Lukas Drees (Brochterbeck/Frankfurt) des Themas „Gesellschaftliches Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen“ an.

„(Warum) Brauchen wir eine digitale Ethik?“ fragt im letzten Vortrag der Reihe am 14. Februar 2022 schließlich Professor Oliver Zöllner (Düsseldorf/Stuttgart). Zöllner forscht und lehrt zu Fragen der Digitalisierung, der digitalen Transformation und der damit verbundenen Aspekte der reflexiven Medienkompetenz und Digitalen Ethik.

Zu seinen Spezialgebieten zählt außerdem die strategische Eigendarstellung von Staaten im System der internationalen Kommunikation.

Von Manfred Hitzeroth

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