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Marburg Ruf nach der Sperrmüll-Polizei
Marburg Ruf nach der Sperrmüll-Polizei
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08:58 30.06.2021
Auch am Dienstagmorgen war im Stadtteil Richtsberg in der Chemnitzer Straße Sperrmüll zu sehen.
Auch am Dienstagmorgen war im Stadtteil Richtsberg in der Chemnitzer Straße Sperrmüll zu sehen. Quelle: Gianfranco Fain
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Marburg

Ein im Stadtteil Richtsberg seit Jahren ständig auftretendes Ärgernis soll die Stadtverwaltung nun endlich anpacken und entsorgen. Das möchte der Ortsbeirat, der während seiner Sitzung am 10. Juni einstimmig beschloss, einen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung auf den Weg zu bringen. Auslöser der Initiative ist ein Problem mit Müll, der zwar nicht zum Himmel stinkt, aber die Toleranzgrenze überstieg. Es geht um Sperrmüll, der sich am Straßenrand stapelt.

Der Anblick stört die Bewohner des Stadtteils über alle Altersschichten hinweg, sagt Ortsvorsteherin Erika Lotz-Halilovic, weshalb sich diese an den Ortsbeirat wandten. Die Mitglieder des Gremiums, in dem vier Parteien der Stadtverordnetenversammlung vertreten sind, sprachen deshalb während der jüngsten Sitzung erneut das Thema an und übertrugen der Ortsvorsteherin die Aufgabe, einen Antrag für das Stadtparlament vorzubereiten.

Sperrmüll-Kontrolle

Darin fordert der Ortsbeirat über die SPD-Fraktion vom Magistrat, „eine Stelle für den Stadtteil Richtsberg einzurichten, deren Aufgabe beinhaltet, mehrfach wöchentlich alle Straßen und Fußwege auf deren Sauberkeit und insbesondere die Ablage von nicht abgeholtem oder wildem Sperrmüll zu kontrollieren“.

Das Problem mit dem Sperrmüll gibt es nicht nur am Richtsberg, betont die Ortsvorsteherin, habe dort aber vermutlich mehrere Ursachen, wie die hohe Fluktuation und das vermutlich damit verbundene Abstellen des Sperrmülls entweder lange vor dem Abholzeitpunkt – wenn überhaupt bekannt sei, dass die Abfuhr zu beantragen ist – oder einfach so. Liegen die Sachen dann erst mal am Straßenrand, kommen schnell weitere dazu, beobachtete Erika Lotz-Halilovic, die von manchen „Halden“ spricht.

Erscheinungsbild des Stadtteils

So oder so, die großen Müllstücke lassen das Erscheinungsbild des Stadtteils verwahrlost wirken. Aber nicht nur die. Dem Ortsbeirat geht es auch um Verpackungsmüll und Einwegbecher, die Fußwege verschmutzen und von Krähen, Ratten und Waschbären auch noch verbreitet werden. Damit diese Verunreinigungen und auch der Sperrmüll schnell und unbürokratisch entfernt werden, müsse jemand „mit offiziellem Auftrag und Kompetenzen dafür Sorge tragen, dass der Unrat bekannt gemacht wird“.

Gerade die Corona-Pandemie verdeutliche, wie wichtig es sei, solche unhygienischen Zustände schnell zu beseitigen, damit Krankheitserreger sich nicht verbreiten können, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. Außerdem, so Erika Lotz-Halilovic, stelle der längere Zeit am Straßenrand abgestellte Sperrmüll auch ein Sicherheitsrisiko dar, da Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator nicht daran vorbei kämen und auf die Straße ausweichen müssen.

Von Gianfranco Fain