Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Richter schickt Schläger ins Gefängnis
Marburg Richter schickt Schläger ins Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:58 21.03.2020
Symbolbild: Eine goldene Justitia-Figur.  Quelle: dpa
Anzeige
Marburg

Die Staatsanwaltschaft hatte sogar zweieinhalb Jahre gefordert. Von den vier vorgeworfenen Staftaten (die OP berichtete) konnte ihm in zwei Fällen schwere Körperverletzung gegenüber seiner ehemaligen Lebenspartnerin nachgewiesen werden. Zwei Fälle, wobei Drohungen, körperliche Gewalt und versuchte Nötigung im Raum standen, wurden fallen gelassen. Die fehlende Aussage des Nachbarn, der inzwischen verstorben ist und aufgrund seiner Krankheit den beiden vorangegangenen Verhandlungstagen fern geblieben war, konnte nicht zur Klärung beitragen.

Im Dezember 2018 war es zum ersten Tatvorwurf gekommen. Dabei soll der Angeklagte seinen Nachbarn mit einem Messer bedroht haben. Der zweite Tatvorwurf etwa 14 Tage danach war, dass er in der Wohnung der Lebenspartnerin in Wehrda randalierte und Gewalt ihr gegenüber ausgeübt haben soll, wobei der besagte Nachbar die Polizei verständigte.

Anzeige

Lebenspartnerin krankenhausreif geschlagen

Der dritte und heftigste Tatvorwurf bestand darin, dass er seine Lebenspartnerin im Februar 2019 nach einem Streit in ihrem Pkw krankenhausreif geschlagen hatte. Dritte riefen die Polizei, nachdem die Frau in ein Lokal geflüchtet war. Im Oktober 2019 kam es in der gemeinsamen Wohnung zur vierten protokollierten Körperverletzung, bei der die Lebenspartnerin aus der Wohnung flüchten konnte.

Obwohl der Angeklagte Kenntnis darüber besaß, dass seine damalige Freundin durch einen länger zurückliegenden Unfall eine schwere Kopfverletzung davongetragen hatte, habe er sie nachweislich in zwei Fällen mehrfach auf den Kopf geschlagen und damit eine lebensgefährdende Verletzung des Opfers in Kauf genommen, sagte Richter Best in seiner Begründung. Zudem sei er während dieser beiden Taten in vollem Umfang schuldfähig gewesen, wobei er sich auf die am zweiten Verhandlungstag gemachte Aussage der zuständigen Sachverständigen berief.

Von Elvira Rübeling

Anzeige