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Marburg Rhön-Klinikum: Halbjahres-Ergebnis dreht ins Plus
Marburg Rhön-Klinikum: Halbjahres-Ergebnis dreht ins Plus
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19:58 05.08.2021
Die Rhön-Klinikum AG, Mutter der beiden UKGM-Standorte, legte gestern ihre Halbjahresbilanz vor.
Die Rhön-Klinikum AG, Mutter der beiden UKGM-Standorte, legte gestern ihre Halbjahresbilanz vor. Quelle: Thorsten Richter
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Bad Neustadt

Die Rhön-Klinikum AG, zu der auch die beiden Standorte des Universitätsklinikums Gießen-Marburg gehören, hat am Donnerstag ihre Halbjahresbilanz vorgelegt – mit deutlich verbesserten Zahlen als noch im ersten Halbjahr vergangenen Jahres.

Demnach wurden von Januar bis Juni dieses Jahres in den Kliniken des Unternehmens 414 489 Patienten behandelt – 5,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, als 394 558 in den Häusern des Konzerns behandelt wurden. Die Umsatzerlöse des ersten Halbjahres stiegen laut Mitteilung des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um gut 12 Millionen Euro oder 1,3 Prozent auf 682,8 Millionen Euro. Entsprechend sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 11 Millionen Euro auf 46,5 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von knapp 31 Prozent.

Der Finanzbericht weist unter anderem Investitionen in Höhe von 39,6 Millionen Euro aus – 6 Millionen Euro davon sind Fördermittel. Von den 33,6 Millionen Euro Eigenmitteln werden 13,9 Millionen Euro in die beiden UKGM-Standorte investiert. Der Konzern teilt dazu mit, dass die Vereinbarung mit dem Land Hessen im Zusammenhang mit der Finanzierung der zu erbringenden Leistungen für Forschung und Lehre an den beiden Standorten – also die Einigung zur sogenannten Trennungsrechnung – bis 2021 Investitionsverpflichtungen in Höhe von 100 Millionen Euro vorsehe.

Investitionsverpflichtungen laut Rhön-Konzern erfüllt

„Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2021 waren diese Investitionsverpflichtungen vollumfänglich erfüllt. Im Übrigen bestehen weitere Verpflichtungen zu Gebäudesanierungen und -erweiterungen an den Standorten Gießen und Marburg, deren Abschluss bis zum 31. Dezember 2024 vorgesehen ist“, heißt es im Finanzbericht. Ende kommenden Jahres läuft die Vereinbarung zur Trennungsrechnung aus – Fortgang bisher ungewiss. „Aktuell laufen zwischen den Vertragsparteien Sondierungsgespräche über einen möglichen dauerhaften Fortbestand der Regelung und der zukünftigen inhaltlichen Ausgestaltung“, heißt es dazu vonseiten der Rhön-Klinikum AG.

Unter Berücksichtigung von Abschreibungen, Finanzierungskosten und Steuern dreht das Halbjahres-Konzernergebnis ins Plus: Hatte Rhön im Vorjahreszeitraum noch einen Verlust in Höhe von 3,7 Millionen Euro in den Büchern stehen, bleiben unterm Strich nun 8,6 Millionen Euro.

Dr. Christian Höftberger, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, sagt zur Bilanz: „Die Pandemie stellte uns erneut vor außerordentliche Aufgaben. Dennoch haben wir die Corona-Krise bisher gut gemeistert. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch zukünftig die damit verbundenen vor allem wirtschaftlichen Herausforderungen gemeinsam erfolgreich meistern werden.“

Service-Gesellschaften sollen Synergien schaffen

Die „strategische Partnerschaft“ von Rhön und Asklepios entwickele sich kontinuierlich weiter. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Netzwerke und der gegenseitige Know-how-Transfer im neuen Unternehmensverbund wachsen und bieten allen Unternehmen unter dem Dach der Asklepios-Gruppe neue Möglichkeiten“, teilt der Konzern mit.

Um die „wirtschaftlichen Herausforderungen“ zu meistern, wolle der Konzern nun auch bei den Servicegesellschaften auf Synergien setzen. Man werde ab sofort hausinterne Dienstleistungen und Kompetenzen aus den Bereichen Technik und Medizintechnik, Sterilgutaufbereitung und Speisenversorgung an den Klinikstandorten Bad Neustadt, Bad Berka und Frankfurt (Oder) in der Rhön-Klinikum Services GmbH und Rhön-Cateringgesellschaft mbH bündeln.

Zudem wolle man auch die Bereiche IT und Materialwirtschaft/Lagerlogistik in den neu gegründeten Tochtergesellschaften Rhön-Klinikum IT Service GmbH, Rhön-Klinikum Service Einkauf + Versorgung GmbH und Rhön-Klinikum Business Services GmbH zentralisieren.

Für das laufende Geschäftsjahr bleibt die Rhön-Klinikum AG ihrer Prognose treu: Man gehe unverändert von einem Umsatz in Höhe von 1,4 Milliarden Euro in einer Bandbreite von jeweils 5 Prozent nach oben respektive unten aus. Für das EBITDA rechne man mit einem Wert zwischen 72,5 und 82,5 Millionen Euro.

Von Andreas Schmidt