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Marburg Reifendiebe schlagen in der Siemensstraße zu
Marburg Reifendiebe schlagen in der Siemensstraße zu
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19:30 08.04.2021
Drei der Fahrzeuge, an denen in der Nacht zum Mittwoch die Räder gestohlen wurden.
Drei der Fahrzeuge, an denen in der Nacht zum Mittwoch die Räder gestohlen wurden. Quelle: Fotos: Privatfoto
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Marburg

Der Ärger ist bei Engelbert Schwitalla auch einen Tag nach der Tat noch nicht verraucht: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Diebe in seinem Peugeot-Autohaus in der Siemensstraße an sechs Fahrzeugen insgesamt 20 Räder gestohlen. Der Schaden: Fünfstellig. „Alleine die Räder waren rund 13 500 Euro wert“, sagt Schwitalla im Gespräch mit der OP. Hinzukämen noch „zum Glück lediglich leichte Schäden an den Fahrzeugen“, die aber mindestens weitere etwa 1 000 Euro ausmachen könnten.

Bei dem Mitarbeiter, der den Diebstahl am Mittwochmorgen entdeckt hatte, war der Schreck zunächst groß. „Er hat mich dann angerufen und mir mitgeteilt, was passiert ist“, erzählt der Chef. Doch habe sich der Kollege vom Schrecken wieder erholt, und zum Glück sei ja niemand verletzt worden.

Doch wieso 20 Räder bei sechs Fahrzeugen? „Weil die Diebe bei zwei Autos lediglich die Räder auf einer Seite gestohlen haben“, sagt der Geschäftsführer. An vier weiteren Fahrzeugen wurden jeweils alle vier Räder abgebaut – die Autos wurden mit den Bremsscheiben auf zurecht gesägte Holzklötze gestellt. Zwei Neuwagen, einen Vorführwagen und drei Gebrauchte hatten die Diebe ins Visier genommen.

„Die Kripo Marburg geht derzeit davon aus, dass die Täter die Holzklötze mitgebracht haben und dass mindestens ein entsprechendes Fahrzeug zum Transport der 20 Kompletträder zur Verfügung stand“, teilt Polizeisprecher Martin Ahlich mit.

Engelbert Schwitalla vermutet, dass hier Profis am Werk waren – und dass der gesamte Vorgang nur rund 20 Minuten gedauert haben könnte. Denn die Spuren an den Seitenschwellern der Fahrzeuge ließen darauf schließen, dass die Diebe einen Zentralwagenheber, wie er auch beispielsweise in der Formel 1 zum Einsatz komme, benutzt hätten. „Einer wuchtet das Auto an der Seite hoch, zwei schrauben die Räder ab und stellen die Holzklötze unter die Bremsscheiben, damit der Wagenheber wieder rausgezogen werden kann – und der Vierte bringt die Räder weg“, gibt er eine denkbare Vorgehensweise an. Dabei hätten sich die Diebe auch vom gleißend hell ausgeleuchteten Hof nicht abschrecken lassen. Denn es gibt auf dem Gelände Bewegungsmelder, „die auch nicht verstellt oder zerstört wurden. Die haben einwandfrei funktioniert“, sagt Schwitalla.

Entsprechend furchtlos seien die Täter vorgegangen. Und doch, so vermutet er, seien die Diebe gestört worden. Denn: „An einem weiteren Auto waren die Holzklötze bereits vorbereitet, standen schon parat. Aber die Täter sind vorher abgezogen.“

Immerhin sei der Schaden versichert, denn gerade in Corona-Zeiten, in denen es dem Autohandel ohnehin schlecht gehe (die OP berichtete), täte ein solcher Diebstahl schon weh. „Zwar bekommt man nicht alles ersetzt, und auch die Arbeit beim Beseitigen der Schäden zahlt die Versicherung nicht“, sagt Engelbert Schwitalla.

Er weiß, dass sich solche Taten nie ganz verhindern lassen, und wünscht sich, dass die Hersteller beispielsweise die Felgen mit entsprechenden Spezialschrauben sichern würden, die sich nicht mit einem einfachen Radkreuz lösen lassen. „Doch auch das hält Diebe nur etwas länger auf. Ganz vermeiden lässt sich ein Diebstahl damit nicht. Allerdings können das schon die entscheidenden Minuten sein“, sagt Schwitalla.

Die Tat ereignete sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zwischen 18 und 7.30 Uhr auf dem Hof des Autohauses. Die Kripo bittet um Mithilfe und fragt: Wer hat zur fraglichen Zeit Bewegungen auf dem Gelände des Peugeot-Autohauses in der Siemensstraße bemerkt? Wer hat dort die Demontage oder das Verladen von Rädern gesehen? Wer hat in der fraglichen Zeit beispielsweise einen Kleintransporter oder einen Pkw mit Anhänger oder eventuell auch einen Kleinlastwagen gesehen? Wem ist in der Nacht rund um den Tatort ein Reifentransport aufgefallen?

Hinweise nimmt die Kripo unter Telefon 0 64 21 / 40 60 entgegen.

Von Andreas Schmidt

08.04.2021
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