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Marburg Koalition zieht mit Magistrat an einem Strang
Marburg Koalition zieht mit Magistrat an einem Strang
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14:00 11.03.2022
Das Bearbeiten des Entwurfs des Regionalplans Mittelhessen geht dem Ende entgegen. Derzeit formulieren die Kommunen ihre Stellungnahmen dazu.
Das Bearbeiten des Entwurfs des Regionalplans Mittelhessen geht dem Ende entgegen. Derzeit formulieren die Kommunen ihre Stellungnahmen dazu. Quelle: Foto: RP Gießen
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Marburg

In der Stellungnahme des Magistrats der Stadt Marburg (OP berichtete) zum Entwurf des Regionalplans möchte die Koalition aus Bündnis 90/Die Grünen, Klimaliste und SPD in der Stadtverordnetenversammlung einen Appell an die Regionalversammlung aufgenommen haben, dass auch Konzepte für die Mobilitätswende zu unterstützen sind. Dazu sei der Plan, neben dem im Entwurf enthaltenen Bahnhaltepunkt Marburg Mitte, um zwei Bahnhaltepunkte in Gisselberg und Wehrda zu ergänzen.

Im Übrigen begrüßt die Koalition die Positionen des Magistrats. In einer Pressemitteilung heißt es dazu, man sehe die Notwendigkeit beim Umsetzen der übergeordneten Regionalplanung, dessen Vorsehen von potenziellen Flächen für Wohnraum und Gewerbeentwicklung mit denen des Klimaschutzes in Einklang zu bringen sowie den Flächenverbrauch zu minimieren.

Die Koalition bekenne sich bei Ansiedlungen zum Grundsatz „innen vor außen“, sehen aber zugleich die begrenzten Möglichkeiten. Deshalb solle vor allem eine höhere Siedlungsdichte, also weniger Flächenverbrauch pro Einheit, den Wohnraumbedarf befriedigen. Die Flächen sollen so nachhaltig und klimafreundlich wie möglich entwickelt werden, vorzugsweise dort, wo die Nähe von Arbeitsplatz und Wohnort besteht und eine gute Verkehrsanbindung vorhanden ist oder hergestellt werden kann.

Bessere Verkehrsanbindung des Pharmastandorts

Das Verkleinern der Siedlungsfläche am Hasenkopf im Regionalplan setze einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung um (OP berichtete). Auch das weitere Verkleinern von Wohn-Siedlungsgebieten begrüßt die Koalition und unterstütze ausdrücklich die Ortsbeiräte Michelbach und Schröck, betont aber die Aufgabe der Stadt, ausreichend bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Die Ideen des Magistrats zu den potenziellen Gewerbegebieten unterstützt die Koalition ebenfalls. Marion Messik, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, begrüßt das Befürworten des Verschiebens des umstrittenen Gebiets bei Moischt in Richtung Süd-Ost zur Biogasanlage sowie ein Verkleinern der Fläche um ein Drittel auf etwa 22 Hektar. Für das Beibehalten statt des Wegfalls des Gebiets Gisselberg-Nord im Regionalplan spricht sich die Koalition aus, weil es eine gute Verkehrsanbindung an die B 3 und auch Radwege gibt.

Dagegen akzeptiere die Koalition den vom Regierungspräsidium festgesetzten Vorrang des Hochwasserschutzes für eine Fläche südlich der Südspange und westlich der Autobahn, obwohl das Konzept der Stadtverordnetenversammlung zur Gewerbeentwicklung aus dem Jahr 2017 diese als mögliches Gewerbegebiet vorsieht, weil eine gute Verkehrsanbindung auch mit dem ÖPNV und dem Fahrrad für diese Stelle spreche. Man schließe aber nicht aus, das Nutzen der Fläche zu überdenken, wenn „der Hochwasserschutz in anderer Weise gewährleistet werden kann“.

Im Zusammenhang mit dem geplanten Gewerbegebiet Michelbach/Görzhäuser Hof III sollen Lösungen für eine bessere Verkehrsanbindung des Pharmastandorts eingefordert werden. Für die Koalition können dies das Erweitern des Busverkehrs, eine forcierte Radwegeplanung sowie ein Bahnanschluss sein.

Von Gianfranco Fain