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Marburg Baustopp für Alten Pfarrgarten in Cappel
Marburg Baustopp für Alten Pfarrgarten in Cappel
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13:47 18.02.2020
Der Alte Pfarrgarten in Cappel.  Quelle: Thorsten Richter
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Cappel

Nachdem die Baugenehmigung für den Neubau erteilt wurde, der die zwölf ­Appartements für das ­Betreute Wohnen umfasst, stehen zwei weitere noch aus. Und sie werden voraussichtlich so bald auch nicht erteilt werden. Wie Ortsvorsteher Peter Hesse im Verlauf der jüngsten Ortsbei­ratssitzung mitteilte, hat das ­Regierungspräsidium Gießen (RP) ein Beobachtungsverfahren eingeleitet.

Was bedeutet, dass das RP nun prüft, ob das bisherige Genehmigungsverfahren anstandslos verlaufen ist. Die Stadtverwaltung sei angewiesen worden, die beiden noch ausstehenden Genehmigungen vorerst nicht zu erteilen. Dies betrifft den Umbau des denkmalgeschützten alten Pfarrhauses zu einem Bürgertreff für Vereine und Gruppen der Cappeler Bevölkerung und einen weiteren Neubau, in dem eine Pflegestation eingerichtet werden soll.

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Initiator dieses Projektes ist der St. Elisabeth-Verein, der das Gelände in Erbpacht von der Evangelischen Kirche übernommen hatte und der nach Fertigstellung auch als Träger der Einrichtung fungieren will. Im Vorfeld hatte es allerdings zahlreiche Widerstände gegeben, es wurde sogar eine Bürgerinitiative „Alter Pfarrgarten“ gegründet, die das Projekt verhindern will (OP berichtete).

Sorge um Briefverteilzentrum

Im Ortsbeirat wurden Vermutungen geäußert, dass von dieser Seite her wohl der Anstoß an das RP gekommen sei, das bisherige Genehmigungsverfahren zu prüfen. Peter Hesse im OP-Gespräch: „Von alleine wird das Regierungspräsidium kaum auf die Idee kommen, ein derart überschaubares Bauprojekt im fernen Marburg ­unter die Lupe zu nehmen.“

Viel Aufregung hatte diese Meldung allerdings auch nicht verursacht, vielmehr hatte es den Anschein, als sei nach den monatelangen Diskussionen die Luft raus und niemand wolle sich mehr wirklich mit dem Thema auseinandersetzen. Nur gut, dass bei der Ortsbei­ratssitzung noch andere Themen auf der Tagesordnung standen. Wegen der befürchteten Folgen des geplanten Briefverteilzentrums im Cappeler Gewerbegebiet für den Straßenverkehr war der Vertreter des Fachdienstes Stadtplanung, Bernd Nützel, zur Sitzung erschienen.

Dort kündigte er die Erstellung eines Gutachtens zu diesem Thema an. Sollte dieses einen Handlungsbedarf ergeben, werde man seitens der Stadt entsprechend reagieren. Im Vorfeld hatte besonders die Cappeler Feuerwehr große Bedenken geäußert, weil man befürchtet, dass bei Noteinsätzen die Umgehungsstraße durch die zusätzlichen Zustellfahrzeuge der Post nun endgültig blockiert würde.

Neue Turnhalle für die Steinmühle

Auch die anderen Themen im Ortsbeirat betrafen das Thema Bauen: So wird das Landschulheim Steinmühle eine neue Turnhalle bauen, und auch über weitere Entwicklungen werde­ dort intensiv nachgedacht. So sei bereits ein Flächennutzungsplan erstellt worden (siehe Kasten).

Damit befindet sich die Steinmühle in einer Situation, von der die Erich-Kästner-Schule nur träumen kann. Dem Ortsbeirat zufolge liegt hier ein massiver Handlungsbedarf vor. Teilweise müssten Gebäude der Schule abgerissen werden, während andere wohl sanierungsfähig seien. Genaues wisse man aber nicht, hier lägen nur Teil-informationen vor. „Wir wünschen uns von der Stadt eine­ ganzheitliche Konzeption für die Zukunftsgestaltung der EKS“, sagte Peter Hesse und schlug vor, für eine der nächsten Sitzungen die Schulleiterin Astrid Schiller einzuladen, um aus erster Hand Auskunft über den derzeitigen Zustand ihrer Schule zu erhalten.

von Volker Kubisch

Steinmühle

Weitere Verdichtung des Steinmühlen-Areals am Ortsrand von Cappel: In dieser Woche soll der neue Aufstellungsbeschluss zur Erweiterung des Landschulheims Steinmühle beraten, Ende des Monats vom Stadtparlament beschlossen werden. Die jüngsten Begründungen für die Erweiterungsnotwendigkeiten der Bildungseinrichtung sind die Bestandssicherung der denkmalgeschützten Gebäude, die Erweiterung des schulischen Angebots unter anderem durch Einrichtung einer bilingualen Grundschule, die Bedarfsanpassung des Internatsplatzangebotes sowie von Personalwohnungen und Lagerkapazitäten durch Gebäudesanierung und Neubau. Und aktuell vor allem Bau einer Sporthalle zur Deckung des Bedarfs im Bereich des allgemeinen Sportunterrichts sowie möglicherweise Schaffung von barrierefreien Sportangeboten.