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Marburg Wohin mit dem Elektroschrott?
Marburg Wohin mit dem Elektroschrott?
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08:00 23.06.2022
Rainer Zies (links) und Pierre Maigré sortieren Elektroschrott beim Recyclinghof Cappel INTEGRAL gGmbH.
Rainer Zies (links) und Pierre Maigré sortieren Elektroschrott beim Recyclinghof Cappel INTEGRAL gGmbH. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Alte Handys, durchgebrannter Toaster oder defekter Wasserkocher: All diese Elektrogeräte müssen Supermärkte, die eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern haben, ab dem 1. Juli kostenlos zurücknehmen. Bisher waren nur Elektrohändler mit einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern von der Rücknahme betroffen. Doch bei der Rückgabe von Altgeräten muss auf einiges geachtet werden. Welche Geräte können überhaupt zurückgegeben werden? Dabei kommt es auf die Maße, genauer gesagt auf die Kantenlänge an. Diese darf nicht länger als 25 Zentimeter sein (jede Seite!). Entsprechende Elektroaltgeräte wie Handys müssen die Supermärkte kostenfrei zurücknehmen, auch wenn sie nicht dort gekauft wurden. Im Gegenzug muss auch kein neues Gerät gekauft werden. Sind die Geräte größer als 25 Zentimeter Kantenlänge, gilt: Beim Kauf eines neuen Gerätes muss ein Altgerät der gleichen Art vom Händler kostenlos zurückgenommen werden. Also Fernseher gegen Fernseher, Kühlschrank gegen Kühlschrank.

Das ist Elektroschrott

Unter Elektronikschrott oder Elektroschrott versteht man Elektrogeräte und Elektronik­geräte oder deren Bauteile, die nicht mehr verwendet werden, da sie entweder ihre vorgesehene Aufgabe nicht mehr erfüllen oder durch bessere Geräte ersetzt wurden. Elektronikschrott kann in unterschiedliche Kategorien eingeordnet werden. Laut einem UN-Report fallen jährlich weltweit etwa 50 Millionen Tonnen Elektronikschrott an, von denen gerade einmal 20 Prozent geordnet wiederverwertet werden. Im Rahmen der Elektronikentsorgung müssen gebrauchte Geräte in Deutschland von den Geräteherstellern zur Entsorgung und Beseitigung zurückgenommen werden. Produkte mit fest verbauten elektrischen oder elektronischen Bestandteilen sind auch Elektroschrott. Dazu zählen zum Beispiel Badezimmerschränke mit fest eingebautem beleuchteten Spiegel.
(Quelle: Wikipedia, Verbraucherzentrale)

Appel für richtige Entsorgung

Dr. Susanne Schober, Integral Abteilungsleiterin, weist darauf hin, dass bei Integral die Abgabe und das Einsammeln von Elektroschrott kostenfrei ist und die Öffnungszeiten zu beachten sind. In der Vergangenheit sei es häufig vorgekommen, dass nach der Schließung Elektroschrott vor den Toren der Recyclinghöfe abgeladen worden sei. „Schadstoffe können freigesetzt werden. Elektroaltgeräte müssen ordnungsgemäß entsorgt werden“, appelliert Schober.

Diese neuen Regelungen gelten schon seit Beginn des Jahres, doch bis zum 1. Juli wurde dem Einzelhandel eine Übergangsfrist gewährt. Mit der Novellierung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes soll die Rückgabe vereinfacht werden. Denn: Nur wenn die Altgeräte sachgerecht entsorgt würden, könnten die verwendeten Rohstoffe auch wieder recycelt werden, schreibt die Verbraucherzentrale. Zudem heißt es, dass in Deutschland nur rund 45 Prozent des Elektroschrotts ordnungsgemäß entsorgt würden. Damit sei Deutschland meilenweit von der EU-weit vorgeschriebenen Sammelquote von 65 Prozent entfernt.

Tipps für die Entsorgung von Elektrogeräten

Wo genau kann ich meine Elektrogeräte abgeben?

Geschäfte können zum Beispiel Sammeltonnen aufstellen. Antje Gerstein, Geschäftsführerin beim Handelsverband Deutschland, sagt zudem, dass Altgeräte an Infotheken abgegeben werden könnten. Jedoch entscheide jeder Händler über die Rückgabeorganisation selbst.

Was ist mit Akkus und Batterien?

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Akkus und Batterien nicht im Hausmüll entsorgt werden dürfen. Dafür gibt es in Geschäften extra Batteriesammelboxen.

Wie viele Elektrogeräte kann ich abgeben?

Wenn es sich um Geräte handelt, die eine Kantenlänge von 25 Zentimetern haben, können Sie diese kostenfrei bei einem Supermarkt oder Discounter zurückgeben. Die Rücknahme ist allerdings auf drei Geräte pro Geräteart bei der Abgabe beschränkt. Bei größeren Geräten gilt die bekannte Regel alt gegen neu. Wird ein Gefrierschrank gekauft, muss der Händler auch einen alten Gefrierschrank zurücknehmen.

Woher weiß ich, welcher Händler meine Altgeräte annimmt?

Sowohl der Einzelhandel vor Ort als auch Online-Händler sind dazu verpflichtet, ihre Kunden über die Rückgabe zu informieren. Beim Lebensmittelladen vor Ort können zum Beispiel an der Kasse gut sichtbare Infoschilder platziert sein, die den Kunden auf die Rücknahme aufmerksam machen. Online-Händler müssen entweder auf der eigenen Website oder schriftlich zusätzlich zur versandten Ware mit zum Beispiel Flyern auf die Rücknahme hinweisen.

Was mache ich, wenn der Händler das Gerät nicht annehmen will?

In solch einem Fall gibt die Verbraucherzentrale den Tipp, die zuständige Ordnungsbehörde oder die Verbraucherzentrale zu kontaktieren. Ein Vertreiber begeht eine Ordnungswidrigkeit, wenn er der Rücknahmepflicht nicht richtig nachkommt. Ihm kann ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro drohen.

von Lucas Heinisch

22.06.2022
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