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Marburg Digitales Aufräumen: Der Frühjahrsputz für den Computer
Marburg Digitales Aufräumen: Der Frühjahrsputz für den Computer
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09:56 14.02.2022
Heute ist der „Räume-deinen-Computer-auf-Tag". Der digitale Frühjahrsputz ist wichtig für die optimale Funktion des Rechners – also: Weg mit überflüssigen Dateien und Programmen!
Heute ist der „Räume-deinen-Computer-auf-Tag". Der digitale Frühjahrsputz ist wichtig für die optimale Funktion des Rechners – also: Weg mit überflüssigen Dateien und Programmen! Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Frühlingszeit ist Frühjahrsputz-Saison, doch nicht nur in der eigenen Wohnung, sondern auch für den Computer. Immer am zweiten Montag im Februar findet der „Räume-deinen-Computer-auf-Tag“ statt. Bei dieser Aktion wird dazu aufgerufen, Dateien und Programme auf dem PC zu sortieren und ordentlich abzulegen – aufzuräumen eben. Doch wo fange ich an und wie gehe ich vor?

Genau das wissen zwei Experten aus dem Fachbereich Informatik und Mathematik der Philipps-Universität. Die beiden Doktoranden Markus Sommer und Christian Uhl erklären, wie man sich durch den Daten-Dschungel des eigenen PCs kämpfen kann. Doch zunächst ist eine wichtige Unterscheidung zu treffen: „Es gibt zwei verschiedene Arten, einen Computer aufzuräumen. Das eine sind die Dateien, wie zum Beispiel Fotos, Videos und Dokumente und das andere sind die Programme, die auf dem Rechner installiert sind und viel Speicherplatz einnehmen können“, sagt Sommer. „Programme kann man einfach über die Systemsteuerung entfernen und deinstallieren“, erklärt der Experte. Dabei gilt als Faustregel: Alle Programme, die ein Jahr lang nicht mehr verwendet worden sind, können deinstalliert werden.

„Oftmals müssten diese Programme sowieso auf eine neuere Version geupdatet werden, da kann man sie gleich entfernen und bei Bedarf die neueste Version erneut auf dem Rechner installieren“, ergänzt Christian Uhl. Doch wie kann ich als Laie erkennen, welche Programme für den Computer wichtig sind und welche weg können?

„Grundsätzlich können Sie über die Systemsteuerung keine Programme löschen, die für ‚überlebenswichtige‘ Funktionen des Computers verantwortlich sind“, gibt Uhl Entwarnung. „Im Notfall einfach mal googeln, um was es sich handelt und dann entscheiden.“ Ansonsten gilt: Lieber Vorsicht walten lassen.

Aufräumen in drei Stufen

Für Dateien empfiehlt Sommer ein Drei-Stufen-Prinzip. „Dabei frage ich mich zunächst einmal, ohne welche Dateien und Programme ich nicht leben kann“, sagt der 29-Jährige. Darunter fielen wichtige Dokumente, wie beispielsweise Finanz- oder Bewerbungsunterlagen, Rechnungen und dergleichen. Diese Dateien sind nicht zu löschen.

Im zweiten Schritt sollte man sich laut Sommer fragen, ohne welche Dateien ich nicht leben möchte. Das können Urlaubsvideos, eigene Fotos oder auch die Word-Datei mit Omas Lieblingskuchen-Rezept sein. „Alle anderen Dateien gehören zur Stufe drei und können damit ihren Speicherplatz für neue Dateien wieder freigeben, indem man sie löscht“, weiß der Experte. Dabei nehmen Videos mit Abstand am meisten Speicherplatz in Anspruch, dicht gefolgt von Audiodateien und Fotos. Am wenigsten Speicher belegen in der Regel Dokumente, wie Word-Dateien oder PDFs.

5 Tipps fürs Computer-Aufräumen

1) Jeder sollte sich ein Backup einrichten, unter Computer-Experten sagt man auch „Kein Backup – kein Mitleid“ für verlorene Daten.

2) Programme entfernen, die ein Jahr lang nicht mehr genutzt worden sind.

3) Man sollte sich seine Dateien genau anschauen und nach dem „3-Stufen-Plan“ aussortieren.

4) Den Download-Ordner regelmäßig leeren, dort sammeln sich oftmals zum Beispiel Setup-Dateien, die lediglich zur Installation von Programmen benötigt werden, danach aber vergessen wurden und somit Speicherplatz-Fresser sind.

5) Eine Regelmäßigkeit beim PC-Aufräumen finden. Christian Uhl rät: „Wenn man Ordnung im Zimmer oder am Arbeitsplatz macht, warum dann nicht gleich den Computer mit aufräumen?“

 Daten sichern ist wichtig

„Pi mal Daumen sollte 10 Prozent des Speichers eines Computers frei bleiben“, erklärt Christian Uhl. Das liege daran, dass der PC sonst langsamer werden könnte, weil er im Hintergrund an vielen Programmen gleichzeitig arbeitet. Doch was ist, wenn mein Speicherplatz voll ist, ich aber keine meiner Daten löschen möchte? Wie kann ich meine Daten am sichersten ablegen?

„Man sollte sich früh genug um ein Backup kümmern“, rät Uhl. Für welche Methode man sich entscheidet, ob externe Festplatte oder für einen Cloud-Backup-Service, sei laut dem 32-jährigen IT-Experten zunächst egal, dabei gebe es kein richtig oder falsch. „Ich rate dazu, die Daten einmal bei sich zu sichern und einmal woanders, also beispielsweise auf einem externen Server“, sagt Uhl.

Was ist ein Backup?

Mit Backup ist eine Sicherungskopie gemeint. Diese kann physisch in Form einer externen Festplatte erstellt werden oder digital über einen Cloud-Backup-Service. Firmen, die Cloud-Dienstleistungen anbieten, speichern persönliche Daten auf sogenannten externen Servern. Der Kunde hat dann die Möglichkeit, jederzeit und mit jedem Endgerät darauf zuzugreifen. Geht der Computer einmal kaputt, kann das letzte Backup angefordert werden. Darin befinden sich alle zuvor gesicherten Daten, die lokal verloren gegangen sind.

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Von Lucas Heinisch und Larissa Pitzen

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