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Marburg „Alle müssen aufeinander Rücksicht nehmen“
Marburg „Alle müssen aufeinander Rücksicht nehmen“
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18:17 06.05.2021
Die Polizei kontrollierte am Elisabeth-Blochmann-Platz Fahrräder auf ihren technischen Zustand.
Die Polizei kontrollierte am Elisabeth-Blochmann-Platz Fahrräder auf ihren technischen Zustand. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Die Einsicht ist gleich da. „Sie haben vollkommen recht, es ist gut, dass Sie mich dran erinnern“, sagt Dr. Margareta Frank und nickt verständnisvoll. Die Ärztin wollte nur ein kleines Stückchen von einer Praxis in die nächste radeln – und gerät prompt in die Verkehrskontrolle auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz. Dort begutachtet Verkehrspolizist Matthias Schlosser ihr Rad, lobt dessen gute Funktionalität und tadelt die Tatsache, dass die Ärztin keinen Helm trägt. „Auch wenn es in Deutschland noch keine Helmpflicht gibt, besser ist es allemal, wenn die Schaltzentrale da oben unverletzt bleibt bei einem Sturz“, betont Schlosser augenzwinkernd und erntet reumütige Zustimmung der radelnden Medizinerin.

Rund drei Stunden waren die Ordnungshüter am gestrigen Mittwoch in großer Zahl am Blochmann-Platz präsent, um am bundesweiten Verkehrssicherheitsaktionstag die sogenannten „schwächeren Verkehrsteilnehmer“ in ihren Fokus zu rücken.

„Die Sicherheit von Kindern, älteren Menschen, Fußgängern und eben auch Radfahrenden ist ganz besonders wichtig, denn sie sind im Straßenverkehr ohne Knautschzone unterwegs und unterliegen immer besonderen Voraussetzungen und Risiken“, erklärte Bernd Paul, Polizeipräsident des Präsidiums Mittelhessen.

Der bundesweite Aktionstag unter dem Motto „sicher.mobil.leben – Radfahrende im Blick“ ist eingebettet in die Woche vom 3. bis 9. Mai, die gekennzeichnet ist durch digitale Präventionsarbeit, aber eben auch durch aktive Aufklärungsarbeit wie an dem von allen Verkehrsteilnehmern stark frequentierten Blochmann-Platz.

Verkehrsaktionstag der Polizei am Blochmann-Platz. Quelle: Nadine Weigel

Wie wichtig so etwas ist, zeigt die Statistik. Allein im vergangenen Jahr kam es in Marburg-Biedenkopf zu 107 Verkehrsunfällen mit Radfahrenden. 58 dieser Unfälle ereigneten sich allein in Marburg. „Bei mehr als der Hälfte dieser Unfälle liegt die Ursache leider am Radfahrenden selbst“, erklärte Polizeipressesprecher Martin Ahlich im Gespräch mit der OP.

Autofahrer am Handy und nicht angeschnallt

Der passionierte Radfahrer ging selbst als gutes Beispiel voran. Ausgestattet mit reflektierender Kleidung, Helm und vorschriftsmäßigem Rad machte er vor, wie man als Radfahrer umsichtig – langsam und in weitem Bogen – um eine Ecke biegt. „Aber am Ende geht Verkehrssicherheit jeden an. Verkehrssicherheit rettet Leben und ist nur zu erreichen, wenn jeder Verkehrsteilnehmer Rücksicht auf den anderen nimmt“, betonte Ahlich. Insgesamt kontrollierte die Polizei während der drei Stunden 125 Radfahrende, den Fahrer eines Elektrokleinfahrzeugs, 14 Fußgänger und 41 Autofahrer. Unter den Fußgängern waren laut Ahlich drei Jugendliche, die sich vorbildlich verhielten. Von den übrigen elf beanstandete die Polizei das Verhalten von acht. Für sechs der 41 angehaltenen Autofahrer blieb die Kontrolle nicht folgenlos. Zwei waren nicht angeschnallt, einer telefonierte mit dem Handy und bei den anderen waren es geringere Verstöße.

„Erfreulich war, dass der überwiegende Teil der 125 Radfahrenden ohne Beanstandungen blieb“, betonte der Pressesprecher. Allerdings seien 17 Räder nicht vorschriftsmäßig ausgerüstet gewesen. Diese müssen nach Beseitigung der Mängel noch einmal vorgeführt werden.

Von Nadine Weigel

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