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Marburg Protest gegen Testpflicht an Schulen
Marburg Protest gegen Testpflicht an Schulen
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18:25 15.04.2021
Eltern und Kinder protestieren am 15.4.21 vor dem Marburger Schulamt gegen die Corona-Maßnahmen.
Eltern und Kinder protestieren am 15.4.21 vor dem Marburger Schulamt gegen die Corona-Maßnahmen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Lautes Getöse von Trillerpfeifen, Rasseln oder Trommeln schallte gestern Vormittag über den Parkplatz des Staatlichen Schulamts in der Robert-Koch-Straße. Dazwischen immer wieder laute Rufe von rund 40 Demo-Teilnehmern, die gegen die ab Montag geltende Corona-Testpflicht an den Schulen protestierten.

Darunter viele Eltern, von denen einige auch ihre Kinder mitgebracht hatten. „Hände weg von unseren Kindern“, „gesunde Menschen stecken nicht an“ oder „Maßnahmen sind tödlicher als Virus“ stand auf verschiedenen Plakaten. Zu dem Protest spontan aufgerufen wurde vor allem am Vortag über soziale Netzwerke. Er stehe hier, weil er die Testpflicht „zu krass“ fände, „ich sehe nicht ein, warum sich die Kinder zweimal in der Woche testen lassen müssen“, teilte ein Vater auf OP-Nachfrage mit. Ebenso ärgere ihn, dass die Kinder ohne gültigen Test vom Präsenzunterricht ausgeschlossen werden, „das ist Ausgrenzung pur“.

Dass Kinder ohne Symptome getestet werden, halte sie für „ein bisschen viel verlangt – es reicht doch, dass sie Masken tragen. Die müssen sie auch aufbehalten, wenn alle in der Klasse negativ sind, das macht für mich keinen Sinn“, berichtete eine Mutter.

Unter den Teilnehmern fanden sich auch bekannte Gesichter aus der Querdenken-Bewegung, mit Corona-Leugnern wollten sich viele dabei nicht vergleichen: „Es heißt immer, wer dagegen ist, sei Querdenker, dem ist aber nicht so, ich bin nur dagegen, dass meine Kinder zwei Mal in der Woche stranguliert werden. Corona ist gefährlich, aber nicht so gefährlich, wie unsere Regierung meint“, so ein Teilnehmer. Die Polizei begleitete die Versammlung und rief dazu auf, die Abstands- und Maskenpflicht einzuhalten, dem kam der Großteil der Versammelten auch nach. Zwei Teilnehmer wurden an den Rand verwiesen, da sie keine Masken trugen und kein Attest vorweisen konnten. Nach dem Protest vor dem Schulamt zog die Demo zur Elisabethkirche, zum Hauptbahnhof und wieder zurück. Die Aktion blieb friedlich und wurde „ohne besondere polizeiliche Vorkommnisse“ nach rund eineinhalb Stunden beendet, wie Polizeisprecher Martin Ahlich bestätigte.

Wie Schulamtsleiter Burkhard Schuldt auf Nachfrage mitteilte, könne er den Protest nicht nachvollziehen, „die Vorwürfe sind für mich nicht haltbar“. Das Testkonzept an den Schulen sei gut vorbereitet, „es ist ja kein medizinischer Eingriff, sondern ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit – wir müssen alle Schüler schnellstmöglich wieder an die Schulen holen“. Die Tests dienten da „als zusätzliches Sicherungsinstrument, aus meiner Sicht ist das unvermeidbar“.

Von Ina Tannert

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