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Marburg Wer gelangt an die Spitze der Marburger Universität?
Marburg Wer gelangt an die Spitze der Marburger Universität?
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09:00 06.07.2021
Wer wird die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Unipräsidentin Katharina Krause?
Wer wird die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Unipräsidentin Katharina Krause? Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Die Ära Krause neigt sich an der Philipps-Universität ihrem Ende zu. Die zweite Amtszeit der ersten Uni-Präsidentin in der mittlerweile fast 500-jährigen Geschichte der Marburger Hochschule endet am 17. Februar kommenden Jahres. Die noch amtierende Präsidentin Professorin Katharina Krause hatte darauf verzichtet, noch einmal für eine mögliche dritte Amtszeit anzutreten.

Und so wird im Februar 2022 definitiv an der Spitze des Marburger Uni-Präsidiums ein Wechsel erfolgen. Die sechsjährige Amtszeit liegt dann so, dass der Präsident oder die Präsidentin dann auch im Jubiläumsjahr der Hochschule im Jahr 2027 noch die Uni-Leitung innehaben wird.

Diese Aussicht gab der Kandidatur aller noch verbliebenen vier Bewerber einen zusätzlichen Motivationsschub, wie bei der öffentlichen Anhörung vor zwei Wochen deutlich wurde. Alle vier Kandidaten betonten, dass die 500-Jahrfeier für die Hochschule auch eine spezielle Chance biete, sich auf der deutschen und internationalen Hochschul-Landkarte in Erinnerung zu bringen. Spätestens dann sollte die Uni Marburg auch beim bundesweiten Exzellenz-Wettbewerb gepunktet haben. Das hoffen jedenfalls auch alle vier Kandidaten.

Die Wahlversammlung besteht aus 34 Personen – den 17 Mitgliedern des Senates und ebenso vielen Stellvertretern. Sie haben bei der Wahl an diesem Dienstag ab 13 Uhr die Qual der Wahl. Denn die Findungskommission setzte nach dem Benehmen mit dem Senat alle vier noch verbliebenen der ursprünglich 14 Bewerber um die Präsidentschaft auf den Stimmzettel.

Die vier Kandidaten für die Marburger Uni-Präsidentenwahl: Thomas Nauss (oben von links), Katja Koch, Laura Schreiber (unten von links) und Rolf van Dick. Quelle: Tobias Hirsch

Einen „Heimvorteil“ hat der Marburger Uni-Vizepräsident Professor Thomas Nauss. Der Umwelt-Informatiker ist seit 2019 im Präsidium für das Informationsmanagement zuständig. Jetzt traut er sich zu, in die großen Fußstapfen der noch amtierenden Präsidentin zu treten. Und am liebsten würde Nauss auch in der kommenden Amtsperiode sechs Jahre lang mit seiner Noch-Präsidiumskollegin Professorin Evelyn Korn zusammenarbeiten. Nach Vorstellung von Nauss könnte diese eine neu zu schaffende hauptamtliche Vizepräsidenten-Stelle besetzen.

Die zweite Bewerberin – Professorin Katja Koch – hat Nauss zumindest eines voraus: Sie war schon einmal Präsidentin einer Hochschule. In den zurückliegenden Monaten bekleidete die Bildungsforscherin diesen Posten interimsweise an der TU Braunschweig. Und außerdem kann sie auf eine Marburger Uni-Vergangenheit zurückblicken. So verbrachte sie an der Philipps-Universität ihre Studienzeit und noch einige Jahre bis zur Promotion.

Ebenfalls die ersten rund zehn Jahre seiner akademischen Karriere verbrachte der Sozialpsychologe Professor Rolf van Dick an der Philipps-Universität. Danach ging er unter anderem nach England und hat seit einigen Jahren an der Universität Frankfurt eine Professur. Dort hat er zuletzt drei Jahre lang den Posten eines Vizepräsidenten bekleidet.

Bisher kein Präsidiumsamt und keine Marburger Vergangenheit, aber dafür durchaus Ideen für einen Neustart an der Marburger Uni-Spitze hat die vierte Kandidatin im Bunde, die Medizin-Physikerin Professorin Laura Schreiber (Uni Würzburg), zu bieten. Beim Rennen um die Vizepräsidentschaft für das Forschungsressort an der Humboldt-Universität scheiterte sie in diesem Frühjahr nur knapp gegen einen internen Bewerber.

Auf alle Bewerber und auf die Wähler wartet aufgrund der Corona-Vorgaben ein ungewöhnliches, hybrides Wahl-Format: Entgegen der Gepflogenheiten der früheren Jahre findet die Wahl nicht als öffentliche Veranstaltung in den Traditionsräumen der Alten Aula statt. Und noch etwas ist anders: Keiner der Bewerber wird in Präsenz anwesend sein, und stattdessen nur virtuell an der Wahl teilnehmen. Nur die Wähler kommen in Präsenz zusammen – klassisch wie sonst in geheimer Abstimmung bei einer Urnenwahl, allerdings mit Masken und Hygieneabstand.

Die Wahl findet heute ab 13 Uhr in einer öffentlichen Wahlsitzung des Senats im Vortragsraum der Uni-Bibliothek statt. Die Sitzung findet wie bereits die öffentliche Befragung wegen der Corona-Pandemie als Hybridformat statt. Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Senats sowie der Zentrale Wahlvorstand nehmen in Präsenz an der Sitzung im Vortragsraum der Universitätsbibliothek teil. Für die beratenden Mitglieder des Senats sowie für die Öffentlichkeit findet die Sitzung als Web-Konferenz statt.

Jedes Mitglied oder stellvertretendes Mitglied des Senats kann seine Stimme nur einer Bewerberin oder einem Bewerber geben. Es wird in mehreren Wahlgängen über alle Bewerber, die auf dem Wahlvorschlag stehen, abgestimmt, bis ein Bewerber die Stimmen der Mehrheit der Senatsmitglieder und stellvertretenden Senatsmitglieder erreicht.

Link zur Sitzung: https://bit.ly/3yslDNV

Von Manfred Hitzeroth

07.07.2021