Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Präsidentin: Konzept zur Infektionsvermeidung greift
Marburg Präsidentin: Konzept zur Infektionsvermeidung greift
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 05.11.2020
Manfred Damm reinigt einen Tisch. Die Mensen sind weiterhin für Uni-Mitarbeiter und Studierende geöffnet. Quelle: Foto: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Die Uni-Leitung sieht sich allerdings schon nach den Erfahrungen in der Bewältigung mit der ersten Lockdown-Phase im Sommer gut genug gerüstet – auch für die kommenden vier Wochen.

Nach Rückkoppelung mit dem Wissenschaftsministerium und den zuständigen Gesundheitsbehörden wurden die „grundlegenden Richtlinien zur Corona-Infektionsvermeidung an der Philipps-Universität“ überarbeitet und angepasst. Wie im Sommersemester soll auch das Wintersemester an der Universität ein sogenanntes „Hybrid-Semester“ sein, dass digitale Lehrformen mit einem möglichst hohen Präsenzanteil mischen soll. Oberste Richtschnur ist für die Uni-Leitung, dass auf jeden Fall allen Erst- und Zweitsemestern mindestens eine Präsenzveranstaltung angeboten werden kann. Zudem sollen auch Laborpraktika oder sportpraktische Übungen wie bereits seit Mai weiterhin in Präsenz angeboten werden.

Anzeige

Damit das realisiert werden kann, stößt das vorhandene Raumangebot der Hochschule aber auch fast an seine Grenzen. So können nach den zwingend vorgeschriebenen Abstands-Regelungen im eigentlich 900 Personen fassenden größten Hörsaal – dem Audimax im Hörsaalgebäude –höchstens 150 Studierende gemeinsam unterrichtet werden. Und in den kleineren Hörsälen sind die Gruppen logischerweise teilweise sehr viel kleiner. Immerhin: Die Uni-Leitung hatte deswegen zwischenzeitlich sogar erwogen, zumindest auf den Lahnbergen auch in Leichtbauweise errichtete Zelte als alternative Seminarorte aufzustellen. Diese Möglichkeit wurde dann jedoch verworfen.

Neu ist seit dieser Woche laut der Uni-Präsidentin Katharina Krause, dass in diesen Seminaren und Einführungs-Veranstaltungen künftig eine permanente Masken-Pflicht für Studierende und Lehrende herrscht. Ebenfalls seit dieser Woche gibt es auch für die Philipps-Universität eine Meldepflicht der Beschäftigten für den Fall einer Corona-Infektion, und an Studierende wird zumindest appelliert, in einem solchen Fall Meldung zu erstatten. Doch bisher sieht diese Statistik für die Universität sehr gut aus, wie die Präsidentin auf OP-Anfrage erklärte. Unter den rund 4 000 Uni-Beschäftigten gebe es derzeit nur einen positiven Corona-Fall, zudem seien neun Beschäftigte derzeit in Quarantäne. Das wertet Krause als einen Beleg dafür, dass das Konzept der Universität zur Infektionsvermeidung greift.

Die sonst öffentlichen Vorträge in der Alten Aula oder im Hörsaalgebäude wird es in diesem Semester nicht geben, machte die Uni-Präsidentin deutlich. Stattdessen wird zumindest die Alte Aula, die gute Stube der Universität, wohl nach dem Ende der Restaurierung entweder für Seminare und Lehrveranstaltungen oder für Begutachtungen oder Ähnliches genutzt.

Die Mensen im Lahntal und auf den Lahnbergen bleiben im November weiter geöffnet. „Wir dürfen aufmachen, und dann machen wir das auch“, sagte Studentenwerks-Sprecherin Franziska Busch auf OP-Anfrage. In einer entsprechenden Verordnung des Landes Hessen, die den Bundesvorgaben folgt, heißt es, dass Restaurants, Gaststätten, Kneipen und ähnliche Einrichtungen zwar geschlossen werden müssen, davon aber Kantinen und Mensen ausgeschlossen sind.

„Aufgrund dieser Regelung bleiben unsere Mensen weiterhin zu den bekannten Öffnungszeiten geöffnet, um eine Hochschulverpflegung anbieten zu können“ heißt es auf der Homepage des Marburger Studentenwerks. Allerdings dürfen nur Studierende und Uni-Mitarbeiter in den Mensen essen, Gäste können derzeit nur das „Mensa-to-go“-Angebot nutzen. Weiterhin gilt das umfangreiche Hygienekonzept: So wird das Essen in der Erlenring-Mensa seit dem 19. Oktober im großen Speisesaal eingenommen, wo für ausreichend Platz, Desinfektion und gute Belüftung gesorgt wird. Rund 1 000 Essen pro Tag werden laut Busch gegenüber vor Corona rund 6 000 Essen ausgegeben.

Unterdessen fällt der traditionelle Hochschulsport auch in diesem Wintersemester aus: „Bis auf weiteres digitales Sportangebot! Die Sportstätten bleiben vorerst geschlossen“, heißt es dazu auf der Homepage des Zentrums für Hochschulsport (ZfH). Nachdem die Sportstätten im Sommersemester im Zuge des Lockdowns auch für den Hochschulsport geschlossen waren, sollte eigentlich zum Start dieses Semesters wieder ein spezielles „Corona-Programm“ für Studierende in den Uni-Sportstätten starten. Doch der bundesweite Beschluss für den Stopp des Freizeitsports in diesem Monat machte dieser Idee jetzt einen Strich durch die Rechnung. Und das Vorhaben ist jetzt erst einmal bis Ende November ausgesetzt. „Danach schauen wir weiter“, sagte ZfH-Leiter Dr. Jens Kruse auf OP-Anfrage.

Von Manfred Hitzeroth

Marburg Corona-Fallzahlen - 127 Neuinfektionen
05.11.2020
03.11.2020
Marburg Hessisches Landestheater - Drei Premieren fallen (vorerst) aus
05.11.2020