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Marburg Im Sommer soll der Stützpunkt stehen
Marburg Im Sommer soll der Stützpunkt stehen
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19:30 09.04.2019
Ein Teil der Hallengerüste des neuen Zustellpunkts steht bereits – am Dienstag erfolgte der offizielle Spatenstich mit Vertretern der Post, der am Bau beteiligten Firmen sowie Bürgermeister Wieland Stötzel (ab Vierter von rechts) und Dirk Vaupel, Ortsvorsteher von Wehrda.  Quelle: Andreas Schmidt
Wehrda

Die derzeitige Situation bei der Zustellung der Post mutet schon ein wenig skurril an: Die Post hatte ihre Mietverträge im ehemaligen „Hauptpost“-Gebäude in der Zimmermannstraße gekündigt, nachdem Investor Ulrich Burk das Gebäude gekauft hatte. Seither wird das Briefgeschäft aus einem provisorischen Stützpunkt aus Cölbe heraus abgewickelt, die Paketpost jedoch aus Lollar.

Doch ab Juli soll sich die Situation ändern: Dann soll im Kaufpark Wehrda, noch hinter dem Außenlager von Alkoni, der neue Zustellstützpunkt (ZSP) Marburg mit einer Fläche von rund 2 000 Quadratmetern fertig sein. Die Erdarbeiten für das Bauvorhaben hatten bereits im vergangenen Dezember begonnen, auch die Bodenplatten sind mittlerweile gegossen. Am Dienstag fand nun ein symbolischer Spatenstich statt.

Christian Riekes von der Post erläuterte, dass das Grundstück, auf dem der neue ZSP entsteht, rund 6 300 Quadratmeter umfasse, „insgesamt möchten wir hier 72 Zustellbezirke unterbringen, damit ist Marburg einer unserer größten Standorte“, sagte Riekes. Größer sei nur Siegen mit 74 Bezirken. „Der Vorteil bei solch einem neuen Standort ist, dass wir dem gestiegenen Paketwachstum Rechnung tragen können“, sagte er. „Bisher haben wir mit Gabelstaplern und elektrischen Rampen gearbeitet – das ist hier nicht mehr erforderlich, weil sich alles auf einer Ebene befindet“, verdeutlichte Riekes. Auch in punkto Arbeitssicherheit befinde sich der neue Standort künftig auf dem neuesten Stand, „wir freuen uns alle auf die Fertigstellung – Marburg wird auch ein Stück weit ein Aushängeschild“.

Stützpunkt wird fit sein für Elektrofahrzeuge

Wichtig in diesem Zusammenhang sei auch, dass der Neubau direkt mit einer ausreichenden Zahl von Ladesäulen bestückt werde. Denn künftig sollen die 44 im ZSP eingesetzten Transporter durch die elektrischen Streetscooter der Post ersetzt werden. Wann genau, ließ der Postler im Gespräch mit der OP noch offen, denn: „Noch sind die Fahrzeuge nicht gebaut. Und zunächst werden die Scooter dort eingesetzt, wo es beispielsweise Dieselfahrverbote gibt oder diese drohen.“ Doch geplant seien die Elektro-Mobile für Marburg auf jeden Fall.

Von Wehrda aus sollen künftig 72 Zustellbezirke in acht Postleitzahlengebieten bedient werden: 44 Verbundzustellbezirke, die Paket- und Briefpost beinhalten, sowie 28 reine Briefzustellbezirke. Diese würden nach Marburg mit allen Stadtteilen, Cölbe, Fronhausen, Weimar und Ebsdorfergrund umfassen. 55 000 Briefe und 3 000 Pakete würden im Schnitt künftig täglich in Wehrda bearbeitet. „Und in Spitzenzeiten kommen bei den Paketen noch einmal 120 Prozent drauf“, verdeutlicht Riekes die veränderten Logistik-Anforderungen.

Marburgs Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) erläuterte, dass es sich bei der Fläche „um das letzte größere Grundstück im Industriegebiet Wehrda“ handele. Es habe vor der Verkaufsentscheidung viele Diskussionen vom Ortsbeirat über den Bauausschuss gegeben – bis schließlich die Stadtverordnetenversammlung dem Verkauf zugestimmt habe.

Stötzel zeigte sich überrascht, wie schnell das Bauvorhaben umgesetzt werde. Er werte es als Umweltdezernent positiv, dass die bisher provisorischen Zustellorte nun wieder vereint würden, denn die Pakete von Lollar nach Marburg zu bringen sei „auf Dauer wohl nicht so sinnvoll“. Und wie wird der Kaufpark mit dem zusätzlichen Verkehr fertig? Denn schon jetzt kommt es zu Stoßzeiten zu immensen Wartezeiten an der Ampelkreuzung. „Der Vorteil ist, dass die Postfahrzeuge entgegen den Stoßzeiten fahren“, sagte Stötzel – die Anlieferung erfolge, wenn im Kaufpark noch nichts los sei, „und wenn die Menschen in den Kaufpark fahren, fahren die Zusteller raus“. So werde sich die zusätzliche Belastung wohl in Grenzen halten. Gleichwohl bedürfe die Kreuzung einer Überarbeitung. „Es gibt Überlegungen, aber die sind noch nicht spruchreif.“

von Andreas Schmidt