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Marburg Polizei-Tipps zum Einbruchsschutz
Marburg Polizei-Tipps zum Einbruchsschutz
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13:00 31.10.2021
Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln. Das Polizeipräsidium Mittelhessen lädt am Sonntag zum Online-Seminar über Einbruchsschutz.
Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln. Das Polizeipräsidium Mittelhessen lädt am Sonntag zum Online-Seminar über Einbruchsschutz. Quelle: Philipp Von Ditfurth/dpa
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Die dunkle Jahreszeit bricht an und bietet damit Einbrechern mehr Schutz und Zeit, um unentdeckt ans kriminelle Werk zu gehen. Aber nicht nur die Dunkelheit, ebenso fehlende Schutzvorrichtungen und Unachtsamkeit von Bewohnern machen es den Tätern leicht, in Häuser und Wohnungen einzusteigen.

Dem können Hausbesitzer mit gesicherten Türen und Fenstern, aber auch mit dem richtigen Verhalten entgegenwirken, sagt die kriminalpolizeiliche Beraterin Sylvia Jacob. Sie ist als Beraterin rund um Einbruch, Sicherheit, Betrugsmaschen und weitere Präventionsarbeit des Polizeipräsidiums Mittelhessen zuständig für den Wetteraukreis. Die Beamtin kennt die Schwachstellen von mangelhaft gesicherten Eingängen, rät zum Nachrüsten und zu stabilen Fenstern wie Türen.

Einbruchszahlen sind rückläufig

Und sie räumt mit so manchen Mythen zum Einbruchsschutz auf: Allen voran die fälschliche Annahme, dass heruntergelassene Rollläden das Haus vor Kriminellen schützen. Gerade Urlauber greifen zu diesem Mittel – lassen für die Zeit der Abwesenheit sämtliche Rollos herunter, zeigen damit deutlich, dass niemand im Haus ist. Das sei eine regelrechte Einladung für Verbrecher, „ein Rollladen lässt sich leicht überwinden, das ist kein Einbruchsschutz“, betont Jacob.

Ein weiterer Fehler sei, sich rein auf abschließbare Fenstergriffe zu verlassen. Die hindern zwar etwa Kinder daran, ein Fenster von innen zu öffnen, bieten aber in der Regel keinen wirklichen Schutz nach außen, „es kommt immer auf die Verriegelung an“. Die Einbruchszahlen sinken glücklicherweise seit Jahren. Gerade im letzten Jahr sorgten Pandemie und Lockdown dafür, dass mehr Menschen zu Hause waren und Einbrecher schlechte Karten hatten. „Zuletzt konnten wir einen deutlichen Rückgang der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr ausmachen. Dies ist zum Teil auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen“, sagt der mittelhessische Polizeivizepräsident Christian Vögele. Doch es gebe auch weitere Gründe für den kontinuierlichen Rückgang: Viele Kontrollen, gezielte Ermittlungen und Festnahmen wie eine verstärkte Präventionsarbeit der Polizei, die verstärkt aufklärt, zudem eine neue Prognosesoftware nutzt.

„Viele Bürgerinnen und Bürger haben den Einbruchsschutz an ihren Häusern und Wohnungen auch aufgrund der Hilfe unserer kriminalpolizeilichen Beraterinnen und Berater verstärkt und so dazu beigetragen, dass der Anteil der gescheiterten Taten von 46,8 auf zuletzt 49,4 Prozent gewachsen ist“, lobt Vögele.

Zuhörer können Fragen stellen

Nachlässig werden sollten Hausbesitzer aber nicht, denn auch nur ein Einbruch ist einer zu viel: „Es kann jeden treffen, man muss aufpassen – wir wollen aber keine Angst machen, sondern aufklären“, betont Jakob. Wie also lässt sich das eigene Zuhause konkret besser gegen Eindringlinge schützen oder was ist zu tun, wenn man eine verdächtige Person bemerkt? Darum geht es am Sonntag – dem Tag des Einbruchsschutzes – um 14 Uhr bei einem kostenlosen Online-Vortrag des Polizeipräsidiums Mittelhessen, bei dem die Beraterin zum Thema sprechen wird. Unterstützt wird sie von ihrem Kollegen Jan-Oliver Karo, der kriminalpolizeiliche Berater für den Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Unter dem Link www.edudip.com/de/webinar/sicher-dein-zuhause/1633132 kann sich am Sonntag jede und jeder um 14 Uhr das kostenlose Webinar anschauen und sich wertvolle Tipps der Fachberater zu den Themen Sicherheitsbewusstes Verhalten oder technische Sicherheit an Türen und Fenstern holen.

Für das Webinar muss bei der Anmeldung lediglich der Vor- und Nachname sowie eine Mailadresse angegeben werden. Dann erhält man eine Einladung per Mail. Übrigens: Die Teilnehmer sehen die Referentin, sind selber aber nicht zu sehen, und können mit Sylvia Jacob per Chat kommunizieren und Fragen stellen.

Mit dem Webinar unter dem Slogan „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ gibt die Polizei zugleich den Startschuss für weitere Maßnahmen in der anstehenden dunklen Jahreszeit. Weitere Online-Beratungstermine der Polizei sind für den 23. November und 14. Dezember, jeweils 17 Uhr, geplant.

Das Webinar ist öffentlich zugänglich. Wer darüber hinaus Kontakt zu dem kriminalpolizeilichen Berater Jan-Oliver Karo sucht, kann ihn telefonisch unter 06421/406-1 23 oder per E-Mail an beratungsstelle.ppmh@polizei-hessen.de erreichen

Von Ina Tannert