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Marburg 33-Jährige auf Telefonbetrug reingefallen: Vermögen in Gutscheinkarten angelegt
Marburg 33-Jährige auf Telefonbetrug reingefallen: Vermögen in Gutscheinkarten angelegt
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15:17 05.05.2022
Opfer einer Telefonbetrugsmasche ist eine 33 Jahre alte Frau aus dem Landkreis geworden. Sie investierte ihr gesamtes Kontovermögen, weil es eine angebliche Europol-Mitarbeiterin so wollte, in Google-Play-Karten.
Opfer einer Telefonbetrugsmasche ist eine 33 Jahre alte Frau aus dem Landkreis geworden. Sie investierte ihr gesamtes Kontovermögen, weil es eine angebliche Europol-Mitarbeiterin so wollte, in Google-Play-Karten. Quelle: Franziska Gabbert
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Marburg

Erneut waren im Landkreis Telefonbetrüger erfolgreich. Wie die Polizei berichtet, war das Opfer eine 33 Jahre alte Frau aus Marburg-Biedenkopf. Sie erhielt am Mittwoch (4. Mai) laut Polizei einen Anruf von einer angeblichen Europol-Mitarbeiterin namens Stefanie Jones. Die Anruferin habe erklärt, dass die Daten der Frau im Zusammenhang mit verdächtigen Kontobewegungen in Berlin und Drogengeschäften in Südamerika aufgetaucht seien. Sicherheitshalber müsse sie sofort ihr Konto sperren und das Geld mittels Google-Play-Karten sichern. 

Die Anruferin war demnach sehr überzeugend und ließ ihr Opfer nicht mehr los: Sie blieb dauerhaft am Telefon und "begleitete" die 33-Jährige via Telefon in insgesamt drei Märkte, wo diese Gutscheinkarten kaufte, deren Codes sie jedes Mal direkt am Telefon weitergab.

Das Telefonat dauerte so fast drei Stunden und das Opfer verlor einen größeren vierstelligen Betrag.

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Die Zahlen der Polizei zeigen: Die 33-Jährige ist nicht allein. Im Jahr 2020 wurden im Landkreis mit einem Anruf 350.000 Euro ergaunert. Weitere Zahlen, Grafiken und Tipps, wie man sich gegen Betrug schützen kann, gibt es hier: Die Summen werden größer

"Egal wer anruft und egal welche Story der Anrufer in dem unerwarteten Telefonat erzählt, letztlich geht es in der Geschichte irgendwann und irgendwie ums Geld und allerspätestens dann sollte man das Gespräch sofort beenden", rät Polizeisprecher Martin Ahlich: "Die Polizei kann nur ausdrücklich immer und immer wieder warnen und dazu raten, sofort aufzulegen, wenn es bei einem unerwarteten Anruf mit egal welcher Geschichte ums Geld oder Vermögen oder Daten geht. Kein seriöses Unternehmen regelt Geldgeschäfte plötzlich am Telefon und weder die Polizei noch Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Richter, BKA-Beamte, LKA-Beamte oder Europolmitarbeiter ruft an, um Daten zu erlangen oder Gelder bzw. Vermögen zu sichern oder etwa für eine Kaution zu erlangen. Geben Sie Betrügern am Telefon keine Chance und beenden Sie das Gespräch, wenn es um Geld geht! Die Geschichten entbehren immer jeder Grundlage!"

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