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Marburg 26 Kilometer lange Verfolgungsjagd durch den Landkreis
Marburg 26 Kilometer lange Verfolgungsjagd durch den Landkreis
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11:22 09.09.2021
Eine am Ende 26 Kilometer lange Verfolgungsjagd hat sich ein 66 Jahre alter Mann am Dientagabend (7. September) mit der Polizei geliefert. Foto: Patrick Seeger/dpa
Eine am Ende 26 Kilometer lange Verfolgungsjagd hat sich ein 66 Jahre alter Mann am Dientagabend (7. September) mit der Polizei geliefert. Quelle: Patrick Seeger/dpa
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Marburg

Die Meldung der Polizei von Donnerstag (9. September) liest sich ein wenig wie in einem Actionfilm: Ein Zeuge meldet am Dienstag (7. September) gegen 22.10 Uhr einen verwirrt wirkenden Autofahrer in der Siemensstraße und vermutet einen medizinischen Notfall. Eine Polizeistreife findet zunächst aber weder die Person noch das Fahrzeug. Durch Zufall fällt der Streife aber etwa eine halbe Stunde später der beschriebene Renault am Marburger Messeplatz auf.

Ersten Aufforderungen der Polizei, dass Fahrzeug zu stoppen, kommt der Fahrer nicht nach. Stattdessen fährt er auf die Bundesstraße 3 in Richtung Stadtallendorf. Die Streife folgt ihm, fährt schließlich vor das Fahrzeug und kontrolliert es in der Neuen Kasseler Straße. Dabei stellen die Beamten fest, dass der Fahrer keinen Führerschein besitzt.

Im folgenden Gespräch verhält sich der 66-jährige Mann laut Polizei zunehmend abweisend, verriegelt die Türen, schließt die Fenster und weigert sich auszusteigen. Auf die Drohung der Polizisten hin, notfalls die Scheibe einzuschlagen, lässt er den Motor seines Autos an. Weil die Polizei weiterhin einen medizinischen Notfall ausschließen will, schlägt ein Polizist eine Seitenscheibe ein und versucht den Arm des Fahrers zu kontrollieren. Dieser beschleunigt jedoch seinen Renault und fährt davon.

Die Streife verfolgt ihn und fordert weitere Beamte zur Unterstützung an. Auf der insgesamt 26 Kilometer langen Verfolgungsfahrt umfährt der Flüchtige Polizeiabsperrungen und lässt sich auch von anderen Anhalteversuchen verschiedener Streifenwagen nicht beeindrucken. Erst der Einsatz eines sogenannten "Stop Stick" - eines Nagelbretts - beendet die Fahrt in Niederklein. Mit luftleeren Vorderreifen kommt der 66-Jährige dort auf der Hauptstraße zum Stehen.

Die Polizisten nehmen den Mann vorläufig fest und alarmieren einen Rettungswagen. Die Sanitäter stellen keine akute Behandlungsnotwendigkeit fest und versorgen lediglich eine kleine Wunde, die wahrscheinlich durch Glassplitter entstanden ist. Ein Atemalkoholtest zeigt 0,0 Promille.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Marburg wird der Wagen des Mannes beschlagnahmt und abgeschleppt. Der 66-Jährige darf nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen gehen. Warum er so gehandelt hat, ist laut Polizei bislang nicht näher bekannt.