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Marburg Planungen für neun Radwege werden konkreter
Marburg Planungen für neun Radwege werden konkreter
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10:00 15.03.2022
Ein Blick auf die Ortseinfahrt von Allna aus Richtung Hermershausen kommend. zwischen den beiden Orten soll ein offizieller Radweg entstehen, wobei noch nicht ganz klar ist, ob parallel zur Straße oder etwas abgesetzt am Waldrand.
Ein Blick auf die Ortseinfahrt von Allna aus Richtung Hermershausen kommend. zwischen den beiden Orten soll ein offizieller Radweg entstehen, wobei noch nicht ganz klar ist, ob parallel zur Straße oder etwas abgesetzt am Waldrand. Quelle: Götz Schaub
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Marburg

Wenn es offenkundig im Landratswahlkampf 2019 nichts an der amtierenden Landrätin Kirsten Fründt zu kritisieren gab, wurde immer ein Thema ausgepackt: der vermeintlich „schleppende Fortgang“ in Sachen Radwegebau. Fründt wurde nie müde, zu erläutern, dass alles seinen Gang gehe und es nun mal dauere, Planungen abzuschließen. Nun, drei Jahre später kommt Bewegung in die Sache. Leider kann diese nicht mehr von Kirsten Fründt verkündet werden, liebte sie es doch auch, mit dem Rad unterwegs zu sein.

Die Radfahrerinnen und Radfahrer müssen sich allerdings immer noch etwas gedulden, denn es geht jetzt erst einmal um die konkreten Beauftragung von Planungsleistungen. Diese gilt aber gleich für neun Erweiterungen beziehungsweise Verbesserungen des vorhandenen Netzes. Die Kosten für die Planungen belaufen sich dabei auf 300 900 Euro. „Damit gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung klimafreundliche Mobilität“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. „Wir wollen den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen von vier auf acht Prozent verdoppeln. Dafür brauchen wir eine gute und attraktive Infrastruktur“, so Zachow.

Zwischen Mengsberg und Momberg auf Wirtschaftsweg

Die Ausschreibung umfasste folgende Radweg-Planungen: Mengsberg – Momberg: Radweg entlang der Kreisstraße (K) 17, Amöneburg – Mardorf: Radweg entlang der Kreisstraßen 28 und 27, Niederweimar – Gisselberg, Niederwalgern – Roth, Allna – Hermershausen: Radweg entlang der K 65, Hermershausen – Elnhausen: Radweg entlang der K 68 und K 71, Cyriaxweimar – Haddamshausen: Radweg entlang der Kreisstraße K 69 bis zur Landesstraße 3387, Elnhausen – Wehrshausen: Radweg entlang der Kreisstraße K 72, Breidenbach – Kleingladenbach: Radweg entlang der Kreisstraße K 107.

Der Weg für Radfahrerinnen und Radfahrer an der K 17 zwischen Mengsberg und Momberg soll verbessert werden, indem die vorhandenen Wirtschaftswege ausgebaut werden. Beim zweiten Radweg zwischen Amöneburg und dem Stadtteil Mardorf soll an der K 27 und K 29 ein straßenbegleitender Radweg entstehen. Außerdem soll die K 28 in einen Rad- und Wirtschaftsweg umgestaltet werden. Die Länge des Weges beträgt ungefähr 650 Meter.

Der bereits existierende Radweg zwischen Niederweimar und Gisselberg an der K 42 soll für Radelnde sicherer werden, indem Möglichkeiten zur Querung an den Ortsrändern geschaffen werden. Beim Radweg zwischen Niederwalgern und Roth soll die Möglichkeit untersucht werden, eine vorgesehene Unterführung der Deutschen Bahn am Bahnhof Niederwalgern zu verlängern und an einen geplanten Radweg anzuschließen. Dieses Thema wurde auch schon mehrfach im Parlament der Gemeinde Weimar diskutiert. Bisher gab es dort keine Anzeichen dafür, dass der Durchbruch noch zeitgleich mit der Unterführung der Bahngleise gebaut werden könnte.

Der Radweg zwischen Allna und Hermershausen soll entweder parallel zur K 65 verlaufen oder über einen Wirtschaftsweg am Waldrand führen. Welche der beiden Optionen infrage kommt, soll die Planung ergeben. Bisher wird von Ortskundigen, die nicht auf der Straße fahren wollen, ein Weg genutzt, der vom Bürgerhaus Allna aus jenseits der Allna nach Hermershausen führt, aber auch Engstellen aufweist und auch gerne von Reitern genutzt wird.

Mehr Sicherheit zwischen Allna und Hermershausen

Von Hermershausen dann soll auch ein Radweg entlang der K 71 nach Elnhausen führen. Dieser schließt dann an einen weiteren Radweg entlang der K 68 nach Neuhöfe an, welcher jedoch erst im nächsten Planungsbündel vergeben wird.

Gerade diese Radwege werden sehnsüchtig erwartet, denn auf der freien Strecke zwischen Allna und Hermershausen sowie zwischen Hermershausen und Neuhöfe sind doch einige Autofahrerinnen und Autofahrer und Motoradfahrerinnen und Motorradfahrer immer wieder sehr „sportlich“ unterwegs. Ein neuer Radweg soll an der K 69 zwischen Cyriaxweimar und dem Radweg an der L 3387 zwischen Niederweimar und Haddamshausen entstehen. Dieser wird 250 Meter lang sein, auch sollen die bereits vorhandenen Gehwege auf einer Länge von ungefähr 300 Metern verbreitert werden.

Der geplante Radweg zwischen Elnhausen und Wehrshausen führt entlang der K 72 und ist ungefähr 1,6 Kilometer lang. Im Hinterland ist zwischen Breidenbach und dem Stadtteil Kleingladenbach ein Radweg geplant. Er soll parallel zur K 107 gebaut werden. Dieser Weg ist ungefähr 1,4 Kilometer lang.

Sechs Millionen Euro für Radwege

Seit 2015 hat sich der Kreis auf den Weg gemacht, den Radverkehr in Marburg-Biedenkopf zu stärken. Dafür setzt der Kreis ein Drittel der für die Verkehrsinfrastruktur eingeplanten Haushaltsmittel ein. Zwischen 2021 und 2026 sind das ungefähr sechs Millionen Euro. Im März 2018 hat der Kreistag die Umsetzung eines kreisweiten Radverkehrsentwicklungsplans (RVEP) beschlossen.

Dieser sieht 181 Baumaßnahmen für den Radverkehr vor, davon befindet sich ungefähr ein Drittel in alleiniger Baulast des Landkreises. Bei der Erstellung des RVEPs fand zunächst eine Abstimmung mit den Kommunen statt. Danach konnten Bürgerinnen und Bürger aktiv ihre Ideen einbringen, wodurch weitere Maßnahmen hinzukamen.

Neben Radwegen sind im RVEP auch Maßnahmen wie Abstellanlagen für Fahrräder aufgelistet. Zuletzt stellte der Landkreis im Dezember 2021 den Radweg an der K 92 in Stadtallendorf fertig. Der Radverkehrsbericht der Jahre 2020 und 2021 ist auf der Bürgerbeteiligungsplattform www.mein-marburg-biedenkopf.de verfügbar. 

Von Götz Schaub