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Marburg Planspiele um Schulstandort-Schließung
Marburg Planspiele um Schulstandort-Schließung
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21:19 09.09.2019
Die Sophie-von-Brabant-Schule hat zwei Standorte – jener in der Uferstraße, die ehemalige Friedrich-Ebert-Schule, könnte perspektivisch geschlossen werden. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Es gibt erste Überlegungen und Ideen, das Schulleben der Sophie-von-Brabant-Schule auf einen Standort zu konzentrieren“, heißt es am Montag vom Magistrat auf OP-Anfrage. Konkrete Planungen für Bauarbeiten oder einen Zeitablauf gebe es aber noch nicht. Dennoch: Die Noch-Verbund-Schule wolle sich „konzeptionell weiterentwickeln“, weshalb eine Ein-Standort-Lösung „sinnvoll“ wäre. Derzeit gebe es Gespräche, um die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für eine auch örtliche Zusammenführung von Ex-FES und Ex-Theodor-Heuss-Schule (THS) zu klären. Fragen von Anbauten, der Nutzung von Räumen oder der Bedeutung für den Nahverkehr würden dabei ebenfalls betrachtet. Insgesamt, standortübergreifend, besuchen derzeit rund 550 Schüler die ­Sophie-von-Brabant-Schule.

Dass eine mögliche Zusammenlegung eher die Aufgabe des Uferstraßen-Gebäudes bedeuten würde, liegt angesichts der Lage, auch der Verkehrssituation nah: Während die Willy-Mock-Straße eher etwas außerhalb und dennoch nah am ohnehin vor Verkehrsreformen stehenden Ockershäuser Schulviertel liegt, befindet sich die Ex-FES in einer begehrten Innenstadt-Lage. Allerdings wurden über das städtische Bildungsbauprogramm erst vor zwei Jahren die denkmalgeschützte Westfassade restauriert, neue Fenster in dem 1906 gebauten Gebäude eingesetzt und die Toilettenanlagen erneuert. Kosten: rund eine Million Euro.

Rückgang der Schülerzahlen sorgte 2012 für Fusion

Bereits bis 2011 verzeichnete die ehemalige FES einen starken Rückgang der Haupt- und Real­schüler, von mehr als 400 auf rund 200. Daraufhin beschloss die Stadt eine „pädagogische Zusammenarbeit“ mit der Theodor-Heuss-Schule, erteilte damals einer – drei Jahre später dann doch umgesetzten – Fusion eine Absage.

Namensgebung per Abstimmung

Zu Beginn des Schuljahrs 2012/2013 wurden die Friedrich-Ebert- und die Theodor-Heuss-Schule zusammengelegt. Seit dem Jahr 2014 heißt der Verbund Sophie-von-Brabant-Schule. Die Namensgebung fußt auf einer Abstimmung innerhalb der Schulen, die auch „Lahnschule“ oder „Goetheschule“ hätte heißen können.

Die THS fiel zwischenzeitlich auch von etwa 600 auf 400 Schüler, stabilisierte sich dann aber bei rund 450. Eingebettet in die demografische Entwicklung, ging die Stadt zumindest bis vor wenigen Jahren von einem anhaltenden Rückgang der Schülerzahlen aus – nach der G9-Rückkehr-Entscheidung prognostizierte man erst für das Schuljahr 2022/2023 wieder ­höhere Schülerzahlen. Mit einer Uferstraßen-Schließung einhergehen würde nach OP-Informationen ein Ausbau des Schul-Standorts an der Willy-Mock-Straße in Ockershausen.

Laut Schulleiter Thomas Hesse arbeitet die Schule derzeit an einem langfristigen Konzept für die kommenden 15 Jahre. „Pädagogisch lassen sich unsere Ideen an einem Standort einfach besser umsetzen. Ebenso würde mit der Aufgabe des kleineren Standortes an der Uferstraße eine Vereinfachung der Arbeitsabläufe einhergehen.“ Demnächst soll es wieder Gespräche mit der Schuldezernentin Kirsten Dinnebier (SPD) geben, „wo die ersten großen Linien ­gezeichnet werden“, so Hesse.

  • Der Ortsbeirat diskutiert das Thema heute (19.30 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer Straße 16) .

von Björn Wisker
und Katja Peters