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Marburg Plan B: Markthalle statt Einkaufsmeile
Marburg Plan B: Markthalle statt Einkaufsmeile
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00:15 26.01.2013
Von Carsten Bergmann
Wie sieht die Zukunft des Allianzhauses aus? Die Bürger für Marburg sehen eine Markthalle als gute Alternative.
Wie sieht die Zukunft des Allianzhauses aus? Die Bürger für Marburg sehen eine Markthalle als gute Alternative. Quelle: Richter
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Marburg

Das Interesse des Investors Tenkhoff ist klar. Er will das Allianzhaus abreißen lassen. Ebenso wie das benachbarte Savignyhaus, das der Philipps-Universität gehört. Bis März, so kündigte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) auf dem Neujahrsempfang der Stadt an, solle eine Entscheidung getroffen sein. Wenn es nicht das Gutenberg-Center wie es sich Joachim Tenkhoff vorstellt wird, habe er Plan B in der Tasche.

Andrea Suntheim-Pichler, Unternehmerin aus Marburg und Stadtverordnete für die Bürger für Marburg (BfM) wird da konkreter. Sie hat einen Antrag eingebracht, wonach die Stadtverordneten den Magistrat zu einer Prüfung einer Markthalle auffordert. Sie orientiert sich dabei konkret am Beispiel aus Dresden.

Frische Produkte direkt aus der heimischen Region

Ziel sei es, dort frische und vor allem regionale Produkte wetterunabhängig anzubieten. „Nachhaltige Lebensmittel sind gefragt und sind ein wichtiger Bestandteil von Gesundheitsprävention.“ Viel wichtiger aber ist ihr noch: Eine solche Markthalle, in der neben Einzelhandel auch Restaurants untergebracht werden könnte, ist das Alleinstellungsmerkmal. „Eine solche Halle hat in Mittelhessen niemand. Weder Gießen und Bad Endbach noch Wetzlar und Gladenbach.“ Für Andrea Suntheim-Pichler eine klare Aufwertung der Oberstadt, um auch der Nachfrage in Zeiten des neuen Campus Firmanei nachzukommen. „Es kommen 6500 Menschen mehr in die Stadt, die sich versorgen müssen, die einkaufen oder mittags essen wollen.“ Und daher sei eine Markthalle kein Konkurrent im Werben um den Kunden, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Die Oberstadt ist das Aushängeschild

Ein Einkaufszentrum nach Vorstellungen Tenkhoffs bewertet sie unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit als fragwürdig. „Die Frage ist doch, wie können wir die Oberstadt stärker machen?“. Der Einzelhandel mit seiner geringen Filialisierung - also wenigen großen Unternehmensketten - sei das Aushängeschild in einer einmaligen Atmosphäre und müsse stärker in den Fokus gerückt werden. „Das Angebot von regionalen Lebensmitteln in einer Markthalle stellt nicht nur einen ökologischen Vorteil dar, sondern wird auch den neuen Anforderungen an citynahes Wohnen und dem Wunsch nach verkürzten Wegen gerecht“, heißt es in dem BfM-Antrag.

Dass das Papier bei den politischen Parteien wohl keine große Zustimmung finden wird, das ist Andrea Suntheim-Pichler egal. Ziel sei es, quer zu denken, Möglichkeiten auszuloten. Nicht immer nur schwarz oder weiß. „Wenn die Diskussion dazu beiträgt, für Marburg etwas Besseres zu erreichen, ist doch alles aufgegangen.“

Einen Kommentar von Carsten Bergmann finden Sie hier.

von Carsten Bergmann