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Marburg Plakatwände bleiben erst einmal leer
Marburg Plakatwände bleiben erst einmal leer
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00:21 08.05.2015
Noch keine Wahlplakate der OB-Kandidaten: So sah es bis Dienstag am späten Nachmittag an der Plakatwand an der Konrad-Adenauer-Brücke aus. Foto: Nadine Weigel
Noch keine Wahlplakate der OB-Kandidaten: So sah es bis Dienstag am späten Nachmittag an der Plakatwand an der Konrad-Adenauer-Brücke aus. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Wie Sie sehen, sehen sie nichts! Eigentlich dürfen frühestens sechs Wochen vor einer Wahl die Wahlplakate mit den Konterfeis und Slogans der Kandidaten zu sehen sein. Das bedeutet im Fall der Oberbürgermeisterwahl, dass der frühestmögliche Zeitpunkt der Montag gewesen wäre.

Doch bis Dienstagnachmittag hatte sich in Sachen Kandidaten-Plakatwände noch nichts getan. Immerhin sind die öffentlichen Plakatwände bereits an 13 Stellen im Marburger Stadtgebiet sowie an 14 weiteren Standorten in den Marburger Stadtteilen aufgestellt.

„Ich habe mich schon gewundert“, reagierte Grünen-Kandidatin Dr. Elke Neuwohner, als sie die OP Dienstagmorgen dazu befragte, was sie von den kahlen Plakatwänden hält. Jedoch gab sie sich gelassen und gab an, sie wolle darauf warten. Spätestens vier Wochen vor der Wahl sollten die Plakatwände aber bestückt sein, meinte Neuwohner. Zumindest hat sie bereits an vier Stellen in der Stadt eigene Wahlplakate aufstellen lassen.

Überrascht davon, dass am Wochenbeginn noch keine Plakate an den dafür vorgesehenen öffentlichen Plakatwänden hängen, zeigte sich auch Jan Schalauske, OB-Kandidat der „Marburger Linken“. Dennoch gab er sich zuversichtlich, dass die Plakate „zeitnah“ aufgehängt werden. „Das hat ja bisher immer geklappt“, sagte Schalauske mit Verweis auf die Praxis in den zurückliegenden Bundestags- oder Landtagswahlkämpfen. Bei einer Oberbürgermeisterwahl, die ja vor allem eine Persönlichkeitswahl ist, sind die Plakate mit den Fotos der einheimischen Kandidaten eigentlich noch wichtiger als beispielsweise bei Bundestagswahlen.

Wiegand klebt selber Plakate

„Ich bin bisher davon ausgegangen, dass das schon losgegangen ist“, reagierte auch CDU-Bewerber Dirk Bamberger überrascht, als ihn die OP auf das Fehlen der Plakate ansprach. Jedoch komme es ihm „auf den Tag nicht an“, sagte Bamberger. So ähnlich sah das auch Dr. Thomas Spies (SPD). „Wahlkampf sollte sowieso nicht länger als vier Wochen dauern“, sagte er der OP.

Nicht besonders begeistert von der Nachricht zeigte sich hingegen Marius Beckmann („Die Partei“). Auf Anfrage der OP sagte er, dass ihn das nicht sehr wundere. „Ich finde das sehr merkwürdig. Das macht den ganzen Wahlkampf auch nicht spannender“, kritisierte Beckmann.

„Mutmaßlich sind die Plakate genauso geklaut wie die Kugelschreiber des CDU-Kandidaten. Sonst hätten sie ja geklebt werden können“, vermutete sogar der parteilose OB-Kandidat Rainer Wiegand. Er griff mittlerweile zumindest in einem Fall zur Selbsthilfe und klebte selbst schon einmal ein eigenes Plakat auf.

Die gute Botschaft kam von der Stadt Marburg, nachdem die OP dort am Dienstagmorgen angerufen hatte. „Es wird jetzt gerade aufgehängt“, teilte Christian Prölß, Mitarbeiter des Marburger Ordnungsamtes der OP Dienstagnachmittag gegen 16.30 Uhr mit. Es solle zudem zügig an allen Standorten weiter plakatiert werden.

Plakatierung genau geregelt

Prölß hatte zuvor Rücksprache mit dem für das Plakate-Aufhängen zuständigen Plakatier-Unternehmen aus dem Landkreis Gießen gehalten und die dahingehenden Informationen erhalten. Der Grund für die Verzögerung war laut Prölß, dass eine „Riege an Plakaten“ noch gefehlt hatte. Somit bestätigten sich die Informationen der OP, dass eine Partei ihre Plakate verspätet abgegeben hatte. Welche Partei diese war, dies konnte am Dienstag jedoch nicht in Erfahrung gebracht werden.

Die Besonderheit in diesem Oberbürgermeister-Wahlkampf ist, dass jeder Kandidat pro Plakatwand Platz für drei Plakate hat. Aufgehängt werden diese Plakate dann übrigens in der Reihenfolge der Kandidatenvorschläge auf den Stimmzetteln für die OB-Wahl am 14. Juni. Während die einzelnen Plakate jeweils von den Parteien oder dem parteilosen Bewerber finanziert werden, kommt die Stadt Marburg für die restlichen Kosten wie die Aufstellung der Plakatwände oder die Endreinigung auf.

von Manfred Hitzeroth