Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg 3G-Pflicht zum Semesterstart
Marburg 3G-Pflicht zum Semesterstart
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 11.10.2021
Semesterstart an der Uni Marburg mit 3G-Präsenzveranstaltungen.
Semesterstart an der Uni Marburg mit 3G-Präsenzveranstaltungen. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Eine „neue Normalität“ hält zum Auftakt des Wintersemesters am Montag in einer Woche Einzug in den Hörsälen und Seminarräumen der Philipps-Universität. „Es gilt die 3G-Regelung für alle Präsenzveranstaltungen“, erläutert die Marburger Uni-Vizepräsidentin Professorin Evelyn Korn im Gespräch mit der OP. Diese nach einer Allgemeinverfügung des Landes Hessen in Absprache mit dem Wissenschaftsministerium kurzfristig entschiedene Neuregelung ermöglicht eine deutliche Ausweitung der Präsenzlehre im Gegensatz zu den vorher geplanten Regelungen.

„Wir wollen den Spielraum, den uns die Regierung ermöglicht hat, möglichst voll ausschöpfen“, kündigte die Vizepräsidentin im Uni-Senat an. Schließlich hätten auch viele Studierende und Lehrende gleichermaßen angemahnt, dass die Universität von Präsenzlehre lebe. Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause berichtete dazu passend von ihren kürzlichen Erfahrungen bei einem Besuch von französischen Universitäten, in denen schon seit rund einem Monat wieder ein Vollbetrieb in Präsenz und mit Maskenpflicht gestartet sei. „Es ist ein anderes Leben. Alle freuen sich, wieder auf dem Campus zu sein.“

300 Plätze im Audimax

Und so sieht die Marburger Lösung aus: In den fest bestuhlten Hörsälen können bei den Lehrveranstaltungen die Hälfte der Sitzplätze durch die Studierenden belegt werden und im größten Hörsaal – dem Audimax – immerhin ein Drittel, also 300 Plätze. Klar geregelt ist demnach auch die Maskenpflicht. Wenn der Abstand zwischen den Studierenden nicht mindestens 1,50 Meter beträgt, müssen die Gesichtsmasken aus Corona-Schutzgründen weiter getragen werden, ansonsten nicht. Für die Dozenten gilt die Maskenpflicht jedoch nicht.

Nur die geimpften, genesenen oder getesteten Studierenden dürfen die Lehrveranstaltungen besuchen.

„Wir gehen davon aus, dass 90 bis 95 Prozent der Studierenden geimpft sind“, macht die für Lehre zuständige Vizepräsidentin deutlich. Eine nicht-repräsentative Umfrage deute auf eine sehr hohe Impfquote bei den Studierenden hin, meint Korn. Für die Nicht-Geimpften werden zunächst in den ersten Semesterwochen bis Weihnachten Selbsttests unter Aufsicht angeboten. Diese Zertifikate gelten jeweils 24 Stunden und nur für den Aufenthalt an der Universität. Besonders in den ersten Wochen soll in einer flächendeckenden Kontrolle genau überprüft werden, wer die Hörsäle betritt, kündigte Evelyn Korn an. So sollen beispielsweise am Audimax alle vier Eingangstüren besetzt werden. Danach soll die Kontrolle über Stichproben erfolgen. Das Präsidium setzt dabei aber auch auf die Mithilfe der Studierenden, die freiwillig Auskünfte über ihren Impfstatus geben. Für die Lehrenden soll es noch eine Checkliste mit Tipps zu allen wesentlichen Fragen rund um die 3G-Kontrolle geben.

Die meisten Vorlesungen werden online angeboten

Durch die deutliche Ausweitung der Plätze könne wohl fast die Hälfte aller Fachbereiche ermöglichen, im Wintersemester die Seminare im Präsenzformat anzubieten, ein gewisser Teil wird aber wohl immer noch als hybride Mischform zwischen Online-Kurs und Präsenzformat stattfinden.

Bei den Vorlesungen fährt die Uni-Leitung eine etwas andere Linie: Die meisten Vorlesungen werden nach wie vor online angeboten. Bei den Vorlesungen für die Studienanfänger kommt noch etwas anderes hinzu: Die begleitenden Übungen oder Tutorien sollen in Präsenz stattfinden.

Weg von der Online-Lehre mit einer Mehrzahl von Online-Veranstaltungen und wieder zurück zu den vor der Pandemie üblichen Lehrformaten: Das kurzfristig geänderte Prozedere bedarf eines enormen logistischen Aufwands, was beispielsweise die Kennzeichnung von ausgewiesenen Sitzplätzen betrifft. Seit zwei Wochen kümmern sich jetzt die Zuständigen im Präsidium und den Studiendekanaten um die konkrete Umsetzung, so dass pünktlich zum Semesterstart alles losgeht. Weil jetzt auch wieder mehr Studierende als zwischenzeitlich in der Pandemie wieder nach Marburg zum Studieren an die Uni zurückkommen werden, plant die Universitätsleitung in Absprache mit den Fachbereichen auch die Ausweisung von mehr Aufenthaltsräumen.

Diese Aufenthaltsräume sollen den Studierenden Platz in der Universität bieten für ihre Zeit zwischen der Präsenz und den nach wie vor auch notwendigen digitalen Lehr-Abschnitten. Der vom Präsidium vor Jahresfrist erwogene Plan, für die Zeit des Wintersemesters Zelte vor allem für die Uni-Fachbereiche auf den Lahnbergen anzuschaffen, ist jedoch erst einmal vom Tisch. Dieses habe sich als zu teuer und zu schwer zu managen erwiesen, teilte Evelyn Korn mit.

Von Manfred Hitzeroth

11.10.2021
10.10.2021