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Marburg Ortsbeirat will abknickende Vorfahrtsstraße an der Sonnenblickallee
Marburg Ortsbeirat will abknickende Vorfahrtsstraße an der Sonnenblickallee
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18:00 20.01.2022
An dieser Stelle wünscht sich der Ortsbeirat Richtsberg eine abknickende Vorfahrtsstraße.
An dieser Stelle wünscht sich der Ortsbeirat Richtsberg eine abknickende Vorfahrtsstraße. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Die Einmündung, wo die Zufahrt zur Großseelheimer Straße von der Sonnenblickallee abzweigt, ist für Autofahrerinnen und Autofahrer etwas unübersichtlich. Auch für Menschen, die zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind, ist die Situation dort nicht optimal. Für sie wäre eine Querungshilfe wichtig, für den Autoverkehr könnte die Situation nach Ansicht des Ortsbeirats Richtsberg mit einer abknickenden Vorfahrtsregelung entschärft werden. Derzeit haben Autofahrer Vorfahrt, die von den Lahnbergen an den Hansenhäusern vorbei in die Sonnenblickallee fahren. Wer aus der Innenstadt von der Großseelheimer Straße nach rechts zum Richtsberg abbiegt oder vom Richtsberg kommend nach links auf die Lahnberge abbiegen will, muss Vorfahrt gewähren.

Forderung an die Stadt Marburg

Das Thema beschäftigt den Ortsbeirat schon seit Jahren. Nun fordert er die Stadt Marburg erneut auf, tätig zu werden. Dass bisher nichts passiert ist, liegt allerdings gar nicht hauptsächlich an der Stadt, wie Michael Hagenbring von der städtischen Straßenverkehrsbehörde im Ortsbeirat erläuterte:

Laut einer Verkehrszählung der Stadt wäre an dieser Stelle eine abknickende Vorfahrt möglich. Die Straßenverkehrsbehörde stimmt deshalb einer Änderung grundsätzlich zu.

Straßenbaulastträger ist an dieser Stelle aber Hessen Mobil. Aus Sicht der Landesbehörde sei die Einmündung kein Gefahrenpunkt, weil es dort in den vergangenen Jahren keine schweren Unfälle gab. Deshalb sehe sich Hessen Mobil nicht „in der originären Zuständigkeit“ für bauliche Veränderungen an dieser Stelle, berichtete Hagenbring.

Folglich müsste die Stadt Marburg entscheiden, ob sie Haushaltsmittel für eine Landesstraße einsetzen wolle.

Ein Provisorium, also die Einrichtung einer abknickenden Vorfahrt ohne Umbau, ist aus Sicht von Polizei, Hessen Mobil, Tiefbauamt und Straßenverkehrsbehörde nicht möglich. Ortsbeirats-Mitglieder hatten dies vorgeschlagen. Doch dann werde die Einmündung noch gefährlicher, sagte Hagenbring. Das Problem seien die drei großen Verkehrsinseln an dieser Stelle, durch die eine abknickende Vorfahrtsstraße unübersichtlich wäre.

Die Stadt Marburg plant eine Fuß- und Radwegeanbindung von der Sonnenblickallee zur Großseelheimer Straße und den Lahnbergen. „Wir wollen mit Nachdruck die Querungssituation ändern“, sagte Hagenbring, „darin besteht Einigkeit mit Hessen Mobil“.

Ortsbeirat sieht Stadt in der Pflicht

Prof. Heinz Stoffregen (CDU) kritisierte die Einschätzung der Landesbehörde Hessen Mobil, die an dieser Stelle keinen Handlungsbedarf sieht. „Dass dort kein Gefahrenpunkt wäre, kann nur sagen, wer die Statistik nimmt. Ich empfinde es jedes Mal als Gefahrenpunkt, wenn ich dort ankomme.“ Zudem stehe für die Autofahrer, die von den Hansenhäusern zum Richtsberg fahren, ein Tempo-60-Schild, was ihnen suggeriere, dass sie Gas geben könnten. Dort müsste vielmehr ein Tempo-40-Schild stehen, damit sie vor der Gefahrenstelle abbremsen, meinten Stoffregen und Annelie Vollgraf (Grüne).

„Das will ich mir gerne noch einmal angucken“, versprach Hagenbring. Die Einrichtung der abknickenden Vorfahrt und eine Querungsmöglichkeit für Fahrräder und Fußgänger fordert der Ortsbeirat nun in einem einstimmig verabschiedeten Antrag an die Stadt. Wenn das Land keinen Handlungsbedarf sieht, sollte die Stadt dies aus Sicht des Ortsbeirates selbst finanzieren. Schließlich habe die Gemeinde Ebsdorfergrund auch den Umbau von Landesstraßen vorfinanziert.

Ortsbeirat will mehr Tempo-Displays

Der Ortsbeirat wünscht sich außerdem von der Stadt mehr Geschwindigkeits-Anzeigetafeln am Richtsberg. Beantragt hatte der Ortsbeirat eigentlich acht dieser Tafeln, die mit grünen oder roten Ziffern und lächelnden oder traurigen Gesichtern darauf aufmerksam machen, ob man zu schnell fährt.

Die Stadt habe in einer ersten größeren Bestellung 15 der so genannten Dialog-Displays angeschafft, berichtete Hagenbring. Davon kamen zwei an den Richtsberg. In diesem Jahr sollten weitere 15 Geräte angeschafft werden, die laut Hagenbring etwa 1 500 Euro zuzüglich Montage kosten. Auch davon wird wieder nur ein kleiner Teil in den bevölkerungsreichsten Stadtteil gehen – denn andere Stadtteile haben sie ebenfalls beantragt.

„Der Bedarf an den Tafeln ist größer als das, was wir liefern können“, sagte Hagenbring. Hagenbring bat den Ortsbeirat, der Verwaltung mitzuteilen, wo am Richtsberg die Displays am dringendsten benötigt werden.

Von Stefan Dietrich

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