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Marburg Corona-Kontrollen bis in die Nacht
Marburg Corona-Kontrollen bis in die Nacht
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08:58 09.01.2021
Ein Plakat der Stadt Marburg mit der Aufschrift „Maske tragen & Abstand halten“ hängt am Blochmann-Platz. Wer zum Beispiel bei Demonstrationen oder im Bus gegen die Maskenpflicht verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gelten bis mindestens Ende Januar und werden zum Teil noch verschärft. Das bedeutet weiter viel Arbeit für die Behörden, die die Einhaltung der Regeln kontrollieren sollen. Bereits jetzt haben sie Hunderte Verfahren wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln eingeleitet, wie die OP auf Anfrage bei Stadt- und Kreisverwaltung erfuhr.

„Das gesamte zur Verfügung stehende Personal der Stadtpolizei und der Ordnungspolizei ist bis in die Nacht hinein an sieben Tagen in der Woche unterwegs, um eine Vielzahl an Aufgaben zu erfüllen“, teilte Patricia Grähling von der Pressestelle der Stadt Marburg mit. So kontrolliere die Stadtpolizei die Einhaltung des Lärmschutzes, die Ordnungspolizei überwache den ruhenden Verkehr. „Je nach Bedarf verändern sich dabei – teilweise auch kurzfristig – die Schwerpunkte der Aufgaben. Aktuell ist die Stadtpolizei größtenteils mit der Kontrolle der Einhaltung der Corona-Regelungen befasst“, erklärte Grähling. „Auch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren derzeit die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.“

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Rund 400 Bußgeld-Verfahren in Marburg-Biedenkopf

Die Stadt hat nach ihren Angaben keinen Überblick darüber, wie viele Bußgeld-Verfahren es schon wegen Corona-Verstößen gab. Wie Sascha Hörmann, stellvertretender Pressesprecher des Landkreises, auf OP-Anfrage mitteilte, gab es kreisweit bisher rund 400 Bußgeld-Verfahren wegen Verstößen gegen Corona-Bestimmungen.

Dabei geht es um die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung, die Corona-Quarantäneverordnung und die eigenen Quarantäneanordnungen des Landkreises Marburg-Biedenkopf. „Die Höhe der bisher vereinnahmten Bußgelder beträgt zirka 85 000 Euro“, berichtete Hörmann. Wie hoch der Anteil der Bußgeld-Verfahren in der Stadt Marburg an diesem Gesamtwert ist, erfasst der Landkreis laut Hörmann nicht statistisch.

Überwiegend ging es bei den Verstößen nach Hörmanns Angaben um den unerlaubten Betrieb von Gaststätten und Kneipen, das nicht ordnungsgemäße Führen von Anwesenheitslisten, insbesondere in Gaststätten und Frisörbetrieben, die Verletzung der Maskenpflicht im öffentlichen Raum, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften, um Zusammenkünfte mit mehr als fünf Personen aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum sowie um Reiserückkehrer aus Risikogebieten, die sich nicht an die Meldepflicht gehalten hatten oder nicht in Quarantäne gegangen waren.

Bürgermeister: Weniger Menschen in der Stadt

„Unsere Stadt- und Ordnungspolizei leistet sehr gute Arbeit. Gerade während dieser Corona-Pandemie zeigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter große Einsatzbereitschaft und Flexibilität – bei den Einsatzzeiten und auch bei der manchmal kurzfristigen Verschiebung der Aufgabenschwerpunkte“, lobte Bürgermeister und Ordnungsdezernent Wieland Stötzel (CDU). Zusätzliches Personal allein wegen der Kontrolle der Corona-Regelungen habe die Stadt nicht eingestellt, aber Schwerpunkte in der bisherigen Arbeit verlagert, teilte die Pressestelle der Stadt mit. Das sei aus Sicht der Stadt Marburg bisher ausreichend. Ohnehin könnte die Stadt nicht einfach kurzfristig zusätzliches Personal für Corona-Kontrollen einsetzen, denn die Ausbildung und Schulung dauere mehrere Monate.

Einen Bedarf an einer weiteren Intensivierung der Kontrollen sieht die Stadt Marburg aktuell trotz der Verschärfung der Corona-Regeln nicht. „Insgesamt sind schon seit der Verschärfung der Corona-Regelungen Mitte Dezember in der Stadt spürbar weniger Menschen unterwegs“, erklärte Bürgermeister Stötzel. „Sie bleiben also offenbar besonnen und halten sich an die notwendigen Einschränkungen.“

Von Stefan Dietrich

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