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Marburg Gemeinsamkeit steht an erster Stelle
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12:58 22.07.2021
Wie hier beim Zuckerfest im Mai kamen am vergangenen Dienstag viele Gläubige im Georg-Gaßmann-Stadion zum Gebet zusammen.
Wie hier beim Zuckerfest im Mai kamen am vergangenen Dienstag viele Gläubige im Georg-Gaßmann-Stadion zum Gebet zusammen. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Weltweit feiern Muslime derzeit das Opferfest Eid al-Adha. Es ist zusammen mit dem Zuckerfest Eid al-Fitr der höchste Feiertag für gläubige Muslime. Auch in Marburg wird gefeiert. Am vergangenen Dienstag, 20. Juli, kamen im Georg-Gaßmann-Stadion viele Gläubige zum Festgebet unter Corona-Bedingungen zusammen und feierten gemeinsam.

Beim Gebet, das das Opferfest einleitet, waren „400 bis 500 Leute“ aus verschiedensten Nationen dabei, erzählt Professor Dr. Bilal Farouk El-Zayat, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Marburg. Das Opferfest sei „das Fest überhaupt, das höchste islamische Fest. Der wichtigste Tag ist der erste Tag“, sagt El-Zayat. Es ist auch der Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka. Dieses Jahr sind für die Pilgerfahrt lediglich 60 000 in Saudi-Arabien lebende Menschen zugelassen. 2019, vor der Corona-Pandemie, beteiligten sich 2,3 Millionen Menschen an der Pilgerfahrt. Das mehrtägige Fest, das noch bis Freitag andauert, hat auch viel mit Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Gemeinsamkeit zu tun.

Gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden

Man komme mit der Familie, Nachbarn und Freunden zusammen, erzählt El-Zayat. Für das Opferfest werde zum Beispiel ein Schaf geschlachtet. Die Gläubigen teilten das zubereitete Fleisch untereinander und dächten dabei auch an Bedürftige. Sie erhielten ebenfalls einen Teil des Fleisches. Zudem würden untereinander Geschenke ausgetauscht. Das Fest erinnert an den Stammvater Abraham, der bereit war, einen seiner Söhne als Glaubensbeweis Gott zu opfern. Gott verhinderte dies und Abraham opferte stattdessen ein Tier. So steht auch die Barmherzigkeit Gottes im Mittelpunkt des Festes. Dr. Ahmed Mohamed feiert selbst das Opferfest. Für ihn „ist es ein ganz besonderer Tag“. Neben dem Zuckerfest sei das Opferfest der wichtigste Feiertag für Muslime. „Für mich hat es eine religiöse Bedeutung, da ich auch gläubig bin“, erzählt Mohamed. Man rufe sich in Erinnerung, was der Tag bedeute. Er fügt hinzu, dass das „Opferfest mit Weihnachten vergleichbar ist“. An den kommenden Tagen werde er sich mit Freunden treffen und gemeinsam feiern. Man verbringe Zeit mit Mitmenschen und mache etwas Schönes gemeinsam, einen Urlaub zum Beispiel.

Von Lucas Heinisch

22.07.2021
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