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Marburg Online-Spiele ersetzen Stadtrallyes
Marburg Online-Spiele ersetzen Stadtrallyes
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21:49 17.08.2020
Szenen wie diese soll es in diesem Wintersemester wegen der Corona-Vorgaben nicht geben: Erstsemester der Wirtschaftswissenschaftler feiern 2017 bei ihrer Stadtrallye in der Marburger Oberstadt.
Szenen wie diese soll es in diesem Wintersemester wegen der Corona-Vorgaben nicht geben: Erstsemester der Wirtschaftswissenschaftler feiern 2017 bei ihrer Stadtrallye in der Marburger Oberstadt. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Das bedeutet derzeit, dass es viel zu tun gibt für die im Präsidium für Studium und Lehre verantwortliche Uni-Vizepräsidentin Professorin Evelyn Korn und ihr Team. Und sie haben schon einiges hinter sich in diesem Jahr. „Dieses Sommersemester war das anstrengendste Semester, das ich als Professorin erlebt habe“, sagt Korn.

Für alle Studiengänge wurden die Bewerbungsfristen bis zum 20. August verlängert, berichtete Korn. Das liegt vor allem daran, dass die Abiturienten in diesem besonderen Jahr nicht in allen Bundesländern fertig geworden waren und nunmehr auch alle eine Chance bekommen sollen, sich zu bewerben.

Im Gegensatz zu den Vorjahren ist die Vizepräsidentin allerdings noch unsicherer, mit wie viel Erstsemestern die Philipps-Universität zum Wintersemester rechnen könnte. Klar sei nur eines: Die Rekordmarken von vor einigen Jahren werden wohl vorerst nicht erreicht. Allerdings rechnet sie auch mit einem signifikanten Rückgang.

Grob betrachtet gebe es zwei gegenläufige Strömungen: Diejenigen, die sonst eigentlich ein Jahr Auszeit vorzugsweise im Ausland an das Abitur drangehängt hätten, würden sich wegen der unsicheren Lage in vielen Ländern wohl doch für ein Studium entscheiden, meint Korn. Und auch die geringere Zahl von Ausbildungsplätzen angesichts der Pandemie spreche wohl für mehr Studien-Interessenten. Andererseits wiederum würden sich auch viele potenzielle neue Studierende fragen, ob sie wirklich studieren sollten – für den Fall, dass es doch wieder nur eine Art Digital-Semester an der Universität gibt.

Genau das aber wollen die Marburger Uni-Verantwortlichen verhindern und planen deshalb für das kommende Wintersemester, das Anfang November startet, möglichst viel Präsenzzeit an der Uni mindestens für Erst- und Zweitsemester. Außerdem soll im neuen Semester auch die Orientierungseinheit (OE) nicht komplett ins Wasser fallen wie noch im Sommersemester.

Denn schließlich wird in der OE traditionell der Grundstein für viele Freundschaften der Studierenden gelegt und sie dient dazu, den Kontakt zu den Kommilitonen am Anfang des Studiums zu finden und zu erleichtern.

„Die Orientierungseinheiten werden eine Mischung aus Digitalem und Präsenz sein“, erläutert Evelyn Korn. Statt der beliebten Stadtrallyes, bei der die „Erstis“ traditionsgemäß auf mehr oder minder lustige Weise die Stadt erkunden, stehen coronabedingt allerdings Online-Touren durch Marburg auf dem Stundenplan. Die Fachschaften suchen derzeit nach Spielen, die man auch online spielen kann. Neue Wege geht die Uni aber auch sonst in Sachen Präsenz: So wurde für die letzte Oktoberwoche schon für zwei Tage das Georg-Gaßmann-Stadion gebucht. Dort könnte dann eine alternative Begrüßung für die Studienanfänger stattfinden.

„Auf jeden Fall hoffen wir, dass wir in der Orientierungswoche ein Muster vorgeben können“, meint die Vizepräsidentin. „Man kann auch Spaß haben, wenn man Abstand hält“. Neben den Fachschaften und der Uni-Leitung sind auch Mitarbeiter der Studienberatung (ZAS) und der Hochschuldidaktik mit im Boot, wenn es um die Erarbeitung von Konzepten für einen optimalen Studienstart geht.

Beispielsweise sollen studentische Hilfskräfte als „digitale Scouts“ eingesetzt werden. Sie sollen den Neuen mit erklären, wie Web-Konferenzen und anderes funktionieren, damit der digitale Part des Semesters gelingt. Außerdem dreht die Uni auch weitere Erklärvideos.

„Im Sommersemester fanden nur fünf Prozent aller Präsenz-Veranstaltungen an der Universität statt“, berichtet die Vizepräsidentin. Sie hofft allerdings, dass sich diese Quote ab November trotz aller weiter existierender Hygiene- und Abstandsvorgaben auf bis zu 30 Prozent steigern lassen kann.  

Von Manfred Hitzeroth

18.08.2020
18.08.2020