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Marburg Einfach digital unterschreiben
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21:37 09.06.2022
Sie präsentierten den einfachen Weg zur digitalen Unterschrift (von links): Henning Wagner, Leiter Medialer Vertrieb der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Dr. Karen Verbist, Leiterin Fachdienst Digitalisierung der Stadt Marburg, Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Natalija Korbmacher, Generalbevollmächtigte der Volksbank Mittelhessen, und die Leiterin Privatkundengeschäfts Verena Waldschmidt, sowie Dr. Edda Lotz, Projektleiterin im Fachdienst Digitalisierung der Stadt Marburg. 
Sie präsentierten den einfachen Weg zur digitalen Unterschrift (von links): Henning Wagner, Leiter Medialer Vertrieb der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Dr. Karen Verbist, Leiterin Fachdienst Digitalisierung der Stadt Marburg, Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Natalija Korbmacher, Generalbevollmächtigte der Volksbank Mittelhessen, und die Leiterin Privatkundengeschäfts Verena Waldschmidt, sowie Dr. Edda Lotz, Projektleiterin im Fachdienst Digitalisierung der Stadt Marburg.  Quelle: Foto: Gianfranco Fain
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Marburg

Ein Weg aus dem digitalen Entwicklungsland Deutschland führt ab dem heutigen Freitag über die Universitätsstadt. Dazu stellte am Donnerstag die Stadt Marburg ihr Pilotprojekt „Digitale Unterschrift per Online-Banking“ vor. Vorbei sind somit die Zeiten, in denen für eine rechtssichere digitale Unterschrift spezielle Apps, Programme oder Karten sowie Lesegeräte nötig waren oder gar die Unterschrift per Brief einzureichen war. Stattdessen melden sich die Bürger über ihr Online-Banking an, um sich zu identifizieren. Dazu wird ein SEPA-Lastschriftmandat ausgefüllt und am Ende durch eine Push-Tan mit einer digitalen Unterschrift versehen.

Beteiligt an diesem Projekt, welches das Digitalministerium des Landes Hessen mit 78 000 Euro fördert, sind die beiden heimischen Geldinstitute, die Sparkasse Marburg-Biedenkopf sowie die Volksbank Mittelhessen. Mit ihrer Hilfe führt die Stadtverwaltung als erste Kommune in Deutschland für den überwiegenden Teil ihrer Bewohner somit eine anwenderorientierte, leicht zu bedienende und dennoch sichere Möglichkeit ein, eine Unterschrift digital zu leisten.

Das klinge auf den ersten Blick zwar sehr einfach, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, dies sei aber nicht so, da die städtische Verwaltung in ein „enges rechtliches Korsett“ gepresst sei. Interaktionen mit der öffentlichen Hand müssten deshalb „geschützt und sicher“, für die Marburger Entwickler aber auch gleichzeitig „leicht händelbar“ sein. Deshalb sei er „total dankbar“, dass sich die Sparkasse und die Volksbank an diesem städtischen Projekt beteiligen, erklärte der Oberbürgermeister.

Kunden werden jetzt informiert

Sicherheit sei eine Voraussetzung für Bankgeschäfte, erklärten unisono Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, und Natalija Korbmacher, Generalbevollmächtigte der Volksbank Mittelhessen. Die beiden heimischen Kreditinstitute erreichen vor Ort, online und digital rund 80 Prozent der Bevölkerung, erklärte Bartsch, da bot es sich an, das Rad nicht neu zu erfinden, sondern gemeinsam über die Kontoanmeldung auf virtuellem Weg einen unkomplizierten und sicheren Weg zur digitalen Unterschrift zu entwickeln.

Sowohl die Sparkasse als auch die Volksbank informieren ab sofort ihre Kunden über diese neue Möglichkeit, weisen aber auch darauf hin, dass die sensiblen Daten dieses Verfahrens an niemanden weiterzugeben sind. Vorerst können Marburger auf diesem Wege wiederkehrende Zahlungen wie zum Beispiel Steuern, Gebühren für Kindergarten- oder Schulbetreuung oder die Gebühren für Kurse der Volkshochschule begleichen. „Demnächst“, so Spies, werde die digitale Unterschrift auch für andere behördliche Dienste ermöglicht, die nicht mit einem Geldfluss verbunden sein müssen. Ziel ist das Erfüllen des Onlinezugangsgesetzes zum Juli 2023.

Kunden anderer Banken können diesen Service nutzen, sobald ihr Geldinstitut dies anbietet, zum Beispiel durch Zugehörigkeit zum Signaturerstellungsdienst „Yes“. Für Verwaltungen anderer Kommunen ist dieses neue Verfahren ebenfalls offen. Bartsch rechnet damit, dass es zum Standard wird. Schon jetzt stelle es einen Mehrwert für die Kunden der Sparkasse dar, erklärt Bartsch und Korbmacher ergänzt, dass die Volksbank Mittelhessen demnächst weitere Geldgeschäfte mit der digitalen Unterschrift ermöglichen wird.

Wer das Unterschriftsverfahren kostenlos ausprobieren möchte, kann dies unter www.marburg.de/gratuliere800 tun und der Stadt mit seiner elektronischen Unterschrift zum Stadtjubiläum gratulieren.

Von Gianfranco Fain

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