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Marburg Mama packt über „Pubertistin“ aus
Marburg Mama packt über „Pubertistin“ aus
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17:43 25.08.2017
Quelle: Baumhaus
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Irgendwann kommt sie, die Pubertät. Bricht mit Wucht in den Alltag bislang funktionierender Familien ein. Abzuwenden ist sie übrigens nicht. ­Anja Maier hat ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben: „Die Pubertistin“, heißt es – und im Untertitel drohend: „Die willste nicht geschenkt haben!“

Das Buch ist kein Ratgeber, sondern eine Art Zustandsbeschreibung. Alle, die mittendrin sind in der Pubertätsgrippe, wissen nach dem Lesen: Wir sind nicht allein. Das ist doch auch schon mal was. Mit der „Pubertistin“ endet unser Lesesommer.

von Uwe Badouin

Leseprobe

Vor der Haustür finden der Vater und ich einen Haufen farbenprächtiger ­Schuhe, das müssen die Fußkleider der Eroberer sein. Über den Flur verteilt liegen Klamotten sonder Zahl, und in der Küche stapeln sich Teller, Schalen und Pfannen, für Wegzehrung wurde offenbar gesorgt. Die Krieger selbst sind nicht zu sehen. Aber zu hören. Als wir die Zimmertür der Pubertistin öffnen, bietet sich uns ein Schlachtengemälde. Zwölf junge Menschen, hoffnungsvolle Mitglieder dieser Gesellschaft, haben sich in dem Raum verschanzt und erholen sich bei menschenverachtender Musik von den Strapazen des Wochenendes.

  • Anja Maier: „Die Pubertistin“, Baumhaus, 160 Seiten, 8,90 Euro.