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Marburg Schöne Schulzeit
Marburg Schöne Schulzeit
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18:44 14.10.2021
Dieses Gruppenbild stammt aus dem Jahr 1950 und zeigt Hedwig Schmidt (Pfeil) aus Marburg mit ihrer Schulklasse auf der Amöneburg.
Dieses Gruppenbild stammt aus dem Jahr 1950 und zeigt Hedwig Schmidt (Pfeil) aus Marburg mit ihrer Schulklasse auf der Amöneburg. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Das alte Marburg oder eher ein ganz kleiner Einblick auf ein Stück Schul- und Stadtgeschichte gibt es hier mit einer alten Aufnahme der früheren Schule am Schwanhof zu erhaschen. Zwar existiert die mit demselben Namen noch heute, nur in einem neuen Gebäude. Das Foto stammt aus den frühen 1960er-Jahren; das alte Schulgebäude wurde mittlerweile abgerissen.

Die 1920 gegründete Schule hat über knapp fünf Jahrzehnte gleich mehrmals das Gebäude gewechselt. Und 1967 auch vorübergehend den Namen, da zog die Einrichtung als „Pestalozzischule“ in den Neubau, praktisch nebenan auf der einstigen Wiese. Das Foto entstand vorher, an das alte Gebäude dürften sich noch einige Marburger erinnern, auch Claudia Strack ging dort in die Schule. Das Bild hat sie bis heute aufgehoben, es weckt lebendige Erinnerungen an knapp zwei Schuljahre vor dem Umzug. Ebenso an den Tag der Einschulung, wie auf dem zweiten Foto zu sehen. Das entstand an Ostern 1961.

Lehrerin pendelt nach Amöneburg

Claudia Strack mit sechs Jahren an ihrem ersten Schultag im Jahr 1961. Da ging sie zum ersten mal in die Schule am Schwanhof. Quelle: Privatfoto

Natürlich erhielt die glückliche Sechsjährige eine Schultüte und Geschenke zum neuen Lebensabschnitt, wie sich das gehört. Es war eine schöne Zeit, „wir hatten eine sehr musikalische Lehrerin, das war toll, das weiß ich noch“, erzählt Claudia Strack lachend. Nicht nur die Bilder, selbst ihre alten Notenhefte hat sie bis heute aufgehoben.

Die Schulzeit war für die Kinder prägend, ebenso wie die Lehrerinnen und Lehrer: Auf dem Gruppenbild sehen wir eine Schulklasse mit ihrer Lehrerin Hedwig Schmidt auf der Amöneburg. Das Bild stammt aus dem Jahr 1950 und aus dem Fundus von Albert Schmidt aus Marburg. Hedwig Schmidt war seine Tante, das Foto hat er als Erinnerung an sie aufbewahrt.

Sie war während des Zweiten Weltkriegs erst Lehrerin in Jena, flüchtete aber im Jahr 1946 mit dem Fahrrad nach Marburg zu ihrem Elternhaus, berichtet Albert Schmidt. In der Folgezeit unterrichtete sie als sogenannte Wanderlehrerin in Cappel, Ginseldorf und Amöneburg.

Die Strecken dorthin legte sie sportlich per Fahrrad zurück. „Als sie sich einmal an der Ohm erfrischen wollte, rutschte sie in das Flüsschen, bis sie auf der Amöneburg ankam, war sie aber wieder getrocknet“, witzelt der Neffe, der sich noch heute an so manche Anekdote aus dem Familienleben erinnert. Und an viele Erzählungen der Tante, die auf den langen Arbeitswegen einiges erlebte und ihre Mahlzeiten übrigens häufig bei Mutter Boßhammer in Kleinseelheim einnahm. Dem Neffen berichtete sie dann immer von deren leckerem Eintopf.

Von Ina Tannert

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