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Marburg Nicola Beer kämpft „für den Bundestag und Europa“
Marburg Nicola Beer kämpft „für den Bundestag und Europa“
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08:00 13.09.2021
Peter Reckling unterhält sich am Wahlstand der FDP auf dem Marburger Marktplatz mit Nicola Beer, was Kay-Ina Köhler aufmerksam verfolgt.
Peter Reckling unterhält sich am Wahlstand der FDP auf dem Marburger Marktplatz mit Nicola Beer, was Kay-Ina Köhler aufmerksam verfolgt. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Aussichten auf dem Marburger Marktplatz sind trübe, zumindest um 11 Uhr am Samstag (11. September), als ein heftiger Regenschauer niederkommt. Flugs verschwinden die Passanten und die wie an einer Perlenkette aufgereihten Wahlstände von CDU, SPD und FDP verwaisen. Nach dem Regen nehmen die Wahlkämpfer wieder ihre Tätigkeit auf, versuchen die vorbeigehenden Menschen, über die Ziele der jeweiligen Partei zu informieren.

Am Stand der FDP kommt Niklas Hannott unter dem gelben Schirm hervor und begrüßt eine prominente Wahlhelferin. An diesem Samstagvormittag unterstütz Nicola Beer den heimischen Kandidaten der Liberalen für die Bundestagswahl. Die 51-Jährige ist die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP und Vizepräsidentin des EU-Parlaments. Um Europa-Politik geht es auch gleich mit ihrem ersten Gesprächspartner.

Für Reform von Europa

Peter Reckling findet, dass die Bundestagswahl auch für Europa wichtig ist. Weil die Bürger in Ost- und Mitteleuropa angesichts der nationalistischen Tendenzen ein Signal aus Deutschland brauchen, wie man hierzulande zu Europa steht, findet Reckling. Die Bundestagswahl solle ein Signal für das Weiterentwickeln, das Reformieren von Europa sein.

Der Wahl-O-Mat

Wen soll ich zur Bundestag wählen? Eine Hilfestellung für Wählerinnen und Wähler bietet der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier kann er gestartet werden.

Ja, es müsse endlich eine ganz aktive Europapolitik von Berlin ausgehen, findet Beer. „Wir müssen vorwärtskommen, sonst machen andere die Beschlüsse.“ Auch in der Migration müsse man vorankommen, findet die Europapolitikerin. Politisch oder religiös verfolgte Menschen seien zu schützen und ein Einwanderungssystem müsse qualifizierte Möglichkeiten für Einwanderung ermöglichen. Europapolitik sei mittlerweile Innenpolitik, sagt Beer.

Rot-Rot-Grün müsse verhindert werden

Während Niklas Hannott gelbe Putzschwämme mit FDP-Aufdruck verteilt und für die Bundestagswahl auf sich aufmerksam macht, kommt Nicola Beer mit einem Ehepaar ins Gespräch – wieder keine FDP-Wähler, die befürchten, dass es diesmal eine „enge Kiste“ wird, weil es noch mehr unentschlossene Wähler gebe als bei den Wahlen zuvor. Deutschland nähere sich niederländischen Verhältnissen, bemerkt Beer. Deshalb wolle die FDP die Wähler überzeugen. Man wolle so stark werden, um das Zünglein an der Waage zu sein.

Nächstes Thema Klimawandel. Man könne nicht alles unter das Klima stellen, meint der Wähler. Nein, es solle keinen Wettkampf ums Übertreffen bei den Zielen geben, sondern man müsse den Menschen über Technologien, wie zum Beispiel synthetische Treibstoffe, die Möglichkeit geben, selbst darüber zu bestimmen, wie und womit sie sich fortbewegen wollen, statt auf Verbote zu setzen, meint Nicola Beer.

Dann kommt Dirk Bamberger vom CDU-Stand rüber und fragt nach der Stimmung. „Die ist bei uns gut“, sagt Nicola Beer, aber der Ausgang stehe natürlich erst am Wahlabend fest. Schnell ist man sich einige, dass rot-rot-grün verhindert werden müsse, weil dies „eine Katastrophe für Deutschland wäre“.

Von Gianfranco Fain

12.09.2021
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