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Marburg Marburg hat keine Uni, Marburg ist eine
Marburg Marburg hat keine Uni, Marburg ist eine
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14:00 26.04.2022
Franziska Knetsch (von links), Victoria Schmidt und Christine Reinhardt im Stil der Studentenrevolten der 70er-Jahre.
Franziska Knetsch (von links), Victoria Schmidt und Christine Reinhardt im Stil der Studentenrevolten der 70er-Jahre. Quelle: Foto: Hörtheatrale
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Marburg

Was wäre Marburg ohne die altehrwürdige Philipps-Universität? Ein kleines Bergstädtchen mit schönem Schloss und einer berühmten Kirche. Immerhin. Aber eben nicht so bunt, so multikulturell, so jung, so alt und zugleich lebendig. „Marburg hat keine Uni, Marburg ist eine“, ist ein geflügeltes Wort. Es wird von der Philipps-Universität in der Werbung stark genutzt.

„Marburg hat keine Uni, Marburg ist eine“ ist auch der Titel eines Live-Podcasts und Hörspiels, mit dem die Marburger Hörtheatrale am Freitag, 29. April, um 19.30 Uhr auf der überdachten Waldbühne vor dem Spiegelslustturm auf den Lahnbergen Premiere feiert. Anlass für die neue Produktion der Hörtheatrale ist das Stadtjubiläum Marburg 800, zu dem das Team um Hörtheatralen-Chef Daniel Sempf „einen ganz besonderen Theater-Abend“ beisteuern möchte.

Die drei Marburger Schauspielerinnen Franziska Knetsch, Victoria Schmidt und Christine Reinhardt – allesamt ehemalige Mitglieder des Landestheater-Ensembles – tauchen auf humorvolle und satirische Weise ein in die Geschichte der Universität und damit der Universitätsstadt – denn wie gesagt: Marburg hat keine Uni, Marburg ist eine.

Stück wurde von Daniel Sempf geschrieben

„Am Anfang steht ein Landesfürst, der sich vom Einfluss des deutschen Kaisers befreien will, Protestant wird und die erste und heute älteste protestantische Universität der Welt gründet, auf dem Gelände eines dominikanischen Klosters“, so Daniel Sempf, der das Stück recherchiert und geschrieben hat. Die Gründung der Universität im Jahr 1527 sei ein Affront gewesen „und der Beginn einer aufregenden Symbiose“. So spüren Sempf und die drei Schauspielerinnen dem Zusammenleben und der gegenseitigen Abhängigkeit von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Marburg mit Studierenden und Professorinnen und Professoren aus allen Regionen Deutschlands und vielen Ländern der Welt nach.

„Um die Geschichte dieser Symbiose, spannende Fakten, schaurige Begebenheiten, berühmte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und um sensationelle Entdeckungen soll es an diesem Abend gehen“, erklärt Sempf, der auch Regie führt. Wer weiß, was er alles ausgegraben hat in der langen Geschichte der Universität. Vielleicht sogar die Erinnerung des Schriftstellers Wladimir Kaminer, der einmal festgestellt hat: „Wenn man in Marburg einkaufen oder essen gehen will, muss man viel Geduld mitbringen, denn wie in jeder Universitätsstadt stehen hinter allen Theken und Geschäftstresen Studenten.“

Aufbereitet hat Sempf die Geschichte im Stil der Hörtheatrale – das heißt: mit vielen Sounds und Geräuschen, die Hörtheatralen-Fans aus zahlreichen anderen Hörspielproduktionen wie „Dracula“, „Moby Dick“ oder den vielen Marburger Sherlock-Holmes-Krimi-Inszenierungen kennen. Entstanden ist ein Live-Podcast mit szenischen Hörspielelementen. Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Marburg im Rahmen des Stadtjubiläums Marburg 800 und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst Wiesbaden.

Infos

Karten gibt es auf der Webseite der Hörtheatrale www.hoertheatrale.de und bei der Tourismusinformation im Erwin-Piscator-Haus. 

Weitere Vorstellungen sind am 30. April, 6. und 11. Mai jeweils 19.30 Uhr.

Von Uwe Badouin