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Marburg Hundert Termine bis Aschermittwoch
Marburg Hundert Termine bis Aschermittwoch
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22:07 11.11.2019
Das Prinzenpaar Toni Ahlendorf und Laura Starostzik mit Töchterchen Aurelia.  Quelle: Melanie Weiershäuser
Marburg

Einen Plan B hatte der Festausschuss Marburger Karneval (FMK) nicht, gibt Präsident Markus Braun zu. Wenn Toni und seine Laura wirklich bei der Absage geblieben wären, dann hätten sich die Karnevalisten der Universitätsstadt neu orientieren müssen, was das diesjährige Prinzenpaar angeht 

Denn beim ersten vorsichtigen Vorfühlen durch Vizepräsident Lars Küllmer, der auch ein guter Freund ist, hat Toni Ahlendorf noch abgesagt. „Durch die Schaustellerei gibt es immer so viel Termine, dann die zweijährige Tochter. Ich habe im ersten Moment gedacht, das schaffe ich nicht“, gibt der 36-jährige Zugmarschall zu.

Trotzdem ließ ihn die Idee nicht mehr los und 


auch das FMK-Präsidium ließ 
nicht locker. Beim Grenzgang in Biedenkopf überredeten ihn Markus Braun und Lars Küllmer, Toni Ahlendorf sagte zu. Nur mit seiner Lebensgefährtin hatte er noch nicht ein Wort darüber gesprochen. Dementsprechend überrascht und zurückhaltend reagierte Laura Starostzik.

Zu 150 Prozent um alles gekümmert

Doch auch sie ist dem Karneval schon seit Jahren verbunden, tanzt bei den Bismarckheringen der Hansenhausgemeinde. Trotzdem hatte sie Bedenken, ob sie der Aufgabe gewachsen ist. Schließlich repräsentiert sie den Marburger Karneval. „Und vor Leuten reden fällt mir sehr schwer“, sagt die Marburgerin. Sie kennt die Abläufe, schließlich seit Jahren.

„Nachdem­ ich sie aber überzeugt hatte, dass wir 
das zusammen schaffen, hat sie sich zu 150 Prozent um alles gekümmert“, sagt Toni Ahlendorf mit einem Augenzwinkern.

„Ja, ich habe sofort nach Kleidern und Anzügen geschaut“, gibt die 24-Jährige lachend zu. Sie wollte ein richtiges Prinzessinnenkleid haben, mit 
viel Glitzer. „Ich weiß ja nicht, ob wir noch heiraten. Aber so war ich dann wenigstens schon mal eine Prinzessin“, sagt Laura Starostzik und streicht über den Arm ihres Prinzen.

Und sie hat ein zauberhaftes Prinzessinnenkleid gefunden. Cremefarben mit einem Diadem war sie bei der Inthronisierung der absolute Hingucker und wurde kräftig bejubelt. Auch ihr Prinz hatte mit dem weißen Anzug eine moderne Uniform an. „Ich glaube, sie sind das jüngste Prinzenpaar der letzten Jahre“, hat Markus Braun festgestellt. Und darum ist er auch stolz.

15 aufregende Wochen

Mit im Hofstaat sind neben Tochter und Kronprinzessin Aurelia auch Oberst Hofmarschall Lars, Hofdame Ela, Major Manni und Page Nino. Vater Adi Ahlendorf versprach, seinen Sohn vor allem zeitlich zu entlasten.

Denn dem Marburger Prinzenpaar stehen 15 aufregende Wochen bevor. Bis Aschermittwoch haben sie bis zu 100 Termine, vor allem abends und an den Wochenenden in ganz Hessen. Vor Weihnachten sind es zwei Auftritte, danach werden es merklich mehr. Vor allem in der Rosenmontags-Woche geht es noch einmal hoch her. Da sind sie dann täglich unterwegs.

Marburger gerieten ins Staunen

Nach den anfänglichen Bedenken, freuen sich die beiden jetzt auf ihre Aufgabe und die gute Stimmung bei den Partys. „Wir sind ja immer alle dabei und unterstützen wo wir können“, verspricht Markus Braun.

Am Montagabend brachten sie erst einmal die Marburger zum Staunen. Nicht wie sonst mit einem Einmarsch quer durch das Bürgerhaus in Cappel, sondern mit einem Schattenspiel läuteten sie ihre Inthronisierung ein.

Hinter einem großen weißen Vorhang im abgedunkelten Festsaal tanzten sie zu der Filmmusik von Aladdin. „Ich wollte mal was anderes machen“ sagt Toni Ahlendorf, der dann von der „besonderen Idee“, die FMK-Präsident Markus Braun hatte, gleich begeistert war.

von Katja Peters